Pilot Viktor Kiss trauert mit Kollegen

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Viktor Kiss aus Lünen ist seit zwölf Jahren Pilot, fliegt selbst eine Airbus-Maschine. (Foto: Familie)
Der Absturz des Germanwings-Fliegers ist am Tag nach der Tragödie das große Thema. Viktor Kiss aus Lünen ist Pilot, fliegt eine Maschine vom gleichen Typ wie der Unglücks-Airbus. Der Lüner Anzeiger sprach mit ihm über seine Gedanken, Gefühle und den Umgang mit solchen Vorfällen.

Viktor Kiss hat im Moment Urlaub, ist bei seiner Familie in Lünen und erfuhr am Dienstag über soziale Medien von dem schlimmen Unglück. "Fassungslosigkeit und Entsetzen waren meine erste Reaktion und mein allertiefstes Mitgefühl gilt den Insassen und ihren Familien. Der Absturz ist eine unglaubliche Tragödie, die kaum in Worte zu fassen ist", so der Lüner. Viktor Kiss begann seine Karriere vor zwölf Jahren bei der ungarischen Luftwaffe, seit sieben Jahren ist er in der zivilen Luftfahrt und sitzt bei seinen Flügen für eine mitteleuropäische Fluggesellschaft in ganz Europa, in alle erdenklichen Länder und Flughäfen selbst im Cockpit eines Airbus A 320 - dem Typ der Unglücks-Maschine.

Verständnis für Germanwings-Kollegen

Ist Angst nach Unfällen wie dem Absturz in Frankreich ein Begleiter? "Der Gedanke, dass es sich beim Fliegen um das sicherste Transportmittel der Welt handelt, ist immer gegenwärtig und sobald die Arbeit beginnt, steigt man mit diesem Bewusstsein und unter voller Konzentration ins Cockpit", erzählt Viktor Kiss. Pilot Viktor Kiss hat Verständnis für die Entscheidung der Kollegen und die Annulierung mehrere Germanwings-Flüge nach dem Unglück am Dienstag. "Flugsicherheit ist bei der Flugabwicklung das wichtigste und oberste Interesse - dafür muss man mit einem klaren Kopf, perfekt vorbereitet und unter voller Konzentration seiner Arbeit nachgehen", erklärt der Flugkapitän. Kollegen - gerade der gleichen Fluggesellschaft - seien mit einem Schock emotionaler Art, den ein Ereignis wie der Absturz nach sich ziehe, nicht "fit to fly", also nicht tauglich für den Flug.

Kein Platz für negative Gedanken

Viktor und seine Frau Kessy haben einen kleinen Sohn - wie behandelt die Familie das Thema? "Wir Eltern haben die Aufgabe, Verunsicherung zu nehmen und Sicherheit zu geben, eine kindgerechte kurze Erklärung hilft dabei und nimmt etwas die Angst vor dem Schrecklichen", sagt Viktor Kiss. Der Lüner und seine Frau seien als Eheleute ständig miteinander verbunden, für negative Gedanken bleibe im Alltag kein Platz.

Thema "Flugzeugabsturz" im Lokalkompass:
> Flugzeug-Unglück: Lünerin unter Opfern?
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