Stadt mietet Wohnungen für Flüchtlinge

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Häuser im Sunderfeld in Brambauer werden neue Heimat für Flüchtlinge. (Foto: Magalski)
 
Viele Wohnungen stehen leer, Einzug der ersten Flüchtlinge ist wohl im Januar. (Foto: Magalski)
Anwohner der Kelm-Siedlung in Brambauer bekommen neue Nachbarn: Die Stadt mietet hier Wohnungen für Flüchtlinge. Donnerstag gibt es eine Bürger-Info zum Thema in der Schule auf dem Kelm, am Morgen machte die Verwaltung in einer Pressekonferenz Details zu den Plänen.

„Die Stadt arbeitet Tag für Tag und Woche für Woche daran, wo wir neue Unterkünfte für Flüchtlinge finden“, so Horst Müller-Baß, Erster Beigeordneter der Stadt Lünen. Ein Antrag beim Bauamt spielte der Verwaltung da in die Karten. Vivawest hatte eine Abrissgenehmigung für sieben Häuser im Sunderfeld beantragt, die Stadt Lünen setzte sich mit dem Konzern in Verbindung. Das Ergebnis: Sechzehn Wohnungen will die Stadt zunächst für maximal neunzig Flüchtlinge anmieten, die Zahl der Menschen sei aber abhängig von verschiedenen Faktoren. Optionen auf die Anmietung von weiteren Wohnungen sind laut Vivawest derzeit in der Klärung. Ein Großteil dieser Wohnungen stand bereits seit Monaten für den bevorstehenden Abriss leer, bewohnt seien im Moment noch rund zwölf Einheiten. Die Mieter wurden im Vorfeld bereits von Stadt und Vivawest über die Pläne informiert, berichtet Ludger Trepper Fachdezernat Jugend, Bürgerservice und Soziales. Am Abend gibt es zudem die Info-Veranstaltung für Bürger in der Kelm-Schule. Beginn ist um 18.30 Uhr im Zentrum der Offenen Ganztagsschule.

Hausmeister und Sozialarbeiter für Häuser

Vivawest vermietet bereits in anderen Städten über vierhundert Wohnungen für Flüchtlinge und hat in ihrer Stiftung einen Sonderetat in Höhe von hunderttausend Euro für konkrete Hilfen eingerichtet - es ist also kein neues Thema im Unternehmen. Die Wohnungen müssen noch auf die Ankunft der Flüchtlinge – aktuell gibt es Pläne für Anfang Januar – vorbereitet werden, schildert Roger Hartung, Bereichsleiter Quartiersentwicklung bei der Vivawest. Rauchmelder werden zum Beispiel in den Wohnungen installiert, nötig sei auch noch die Wartung der technischen Anlagen. Ein Hausmeister und ein Sozialarbeiter von der Arbeiterwohlfahrt, den die Stadt beauftragt hat, kümmern sich um die Bewohner und die Wohnungen. Vivawest verfolge weiter die Abrisspläne für die Häuser und den anschließenden Verkauf der Grundstücke vermutlich für den Bau von Einfamilienhäusern, der ursprünglich angepeilte Zeitraum verschiebt sich nun aber um ungefähr achtzehn Monate.

Verwaltung sucht weiter Wohnraum

In Notunterkünften in Lünen gibt es aktuell freie Plätze, das ist aber nur ein Puffer für die Unterbringung von Flüchtlingen über die Weihnachtstage. Ob Flüchtlinge an den Feiertagen nach Lünen kommen, dazu gibt es nach Aussagen von Müller-Baß im Moment aber noch keine Informationen. Im Rathaus seien viele Abteilungen, wie etwa die Ausländerbehörde, das Jugendamt oder auch das Büro des Bürgermeisters aufgrund der Flüchtlings-Situation im Ausnahmezustand. Ohne Partner vor Ort, wie etwa die Caritas, das Rote Kreuz oder auch die vielen ehrenamtlichen Helfern könne man diesen Kraftakt nicht stemmen, so Müller-Baß. Donnerstag besichtigte die Stadt drei weitere Objekte, die Suche nach Wohnraum ist im Moment ein drängendes Problem. Wer Informationen zu freiem Wohnraum für die Unterbringung von Flüchtlingen hat, solle sich bei der Stadt melden, erneuerte Müller-Baß den Appell.

Kontakt für Wohnungsangebote bei der Stadt Lünen:
David Ackers / Abteilung Wohnen und Soziales
Telefon 02306 / 104 14 92


Thema "Flüchtlinge" im Lokalkompass:
> Stadt informiert zu Flüchtlingen in Brambauer
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