Ticker: Orkan Xaver wütet im Kreis Unna

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Regenschirm und dicke Jacke - der Tag kann im Kreis Unna ungemütlich werden. (Foto: Magalski)
 
Am Tobiaspark stürzte ein dicker Baum auf die Straße. (Foto: Magalski)
 
Der Weihnachtsmarkt am frühen Abend im Unwetter. Viele Buden schlossen. (Foto: Magalski)
Xaver hält die Republik in Atem. Was bringt der Orkan im Norden? Sturmflut und schwere Schäden? Im Kreis Unna müssen die Menschen im Laufe des Tages mit starkem Sturm rechnen. Wir berichten im Ticker über die Lage in der Region.

Xaver heißt der Orkan, der nach den Vorhersagen der Meteorologen den Deutschen durchaus länger im Gedächtnis bleiben könnte. Je weiter man nach Norden kommt, desto mehr Wind ist nach den Berechnungen zu erwarten. Da kommt der Kreis Unna nach aktuellen Aussagen der Wetter-Experten noch glimpflich weg. Nachdem in einer ersten Warnung von Mittwoch noch orkanartige Böen erwartet wurden, ist nun noch von Sturmböen die Rede. Nicht der erste kräftige Wind der Winter-Saison: Sturmtief Christian war vor einigen Wochen durch Lünen und Selm gefegt, ohne größere Schäden zu hinterlassen.

Ticker zum Orkan Xaver:

10.35 Uhr: Der Deutsche Wetterdienst warnt für den Kreis Unna vor Sturmböen, die unter anderem Äste abbrechen könnten. Die Warnung gilt im Moment bis zum Freitagmorgen.

11.05 Uhr: In Lünen frischt der Wind nur langsam auf, doch im Norden in Ostfriesland haben sich die Menschen auf den Orkan vorbereitet. Geschäfte schließen und Häfen werden gesichert. Wir sprechen gegen zwölf Uhr mit Tino Weber aus Lünen, der in Ostfriesland unterwegs ist und die Vorbereitungen aus nächster Nähe erlebt.

12.25 Uhr: Tino Weber aus Lünen macht gerne in Ostfriesland Urlaub. Seine Familie und auch die Schwiegereltern haben einen Wohnwagen auf dem Campingplatz in Neuharlingersiel. "Letzte Woche haben wir noch Urlaub gemacht, als krönenden Abschluss gab es nun die Vorbereitungen auf den Orkan", erzählt Weber. Er hat den Wohnwagen sturmsicher gemacht, so gut es eben geht, denn Tief Christian hatte vor Woche an vielen Vorzelten auf dem Platz Schaden angerichtet. Der Fernbus, der Tino Weber eigentlich zurück Richtung Lünen bringen sollte, fiel aufgrund der Orkan-Warnung aus: "Mit einem anderen Bus bin ich dann bis zum Bahnhof in Norden gefahren und sitze nun im Zug. Die Straßen sind wie leergefegt, der Wind nimmt immer mehr zu." An der Küste laufen die Vorbereitungen - auch mit Blick auf eine Sturmflut. "Am Nachmittag sollen in Bensersiel und Neuharlingersiel die Hafentore geschlossen werden. Sandsäcke liegen bereit. Wir hoffen nun, dass unsere Campingwagen die Sache ohne Schäden überstehen." Wir sprechen am Nachmittag noch einmal mit Tino Weber.

13.27 Uhr: Einfluss auf den Weihnachtsmarkt in Lünen hat der Sturm bisher nicht. "Wir haben die Händler aufgefordert, ihre Buden sturmfest zu machen", so Stadtsprecherin Simone Kötter. Gleiches gilt Freitag für die Markthändler. Kötter: "Wir stehen in engem Kontakt mit der Feuerwehr. Im Moment sieht es so aus, dass der Kreis Unna wohl nicht so stark betroffen sein wird." Sollte die Wetterlage sich verschlechtern, könne man schnell auf die neue Situation reagieren.

14.04 Uhr: Der Wind in Lünen nimmt weiter zu. Tino Weber hat sich aus dem Zug Richtung Lünen gemeldet: "Sind jetzt in Papenburg. Bisher ohne Probleme, aber das Wetter wird schlechter."

14.43 Uhr: Online-Leserin Daniela Chu kommt ursprünglich aus Lünen, lebt aber seit vielen Jahren in England. "Für uns hier in Leicester ist es fantastisch windig", erzählt die Ex-Lünerin. "An der Autobahn hatten wir ein paar Unfälle und Stromausfälle gab es auch. Ansonsten ist es aber okay." Im Süden von England und in Schottland sei die Lage viel schlimmer. "Ich muss selber bald raus, meinen Sohn von der Schule abholen. Wollen wir mal hoffen, dass es
nicht schlimmer wird."

15.57 Uhr: In Lünen haben Bürger vor wenigen Minuten die Feuerwehr alarmiert, weil ein kleiner Baum an der Landwehr in Alstedde auf ein geparktes Auto gekippt war. In Selm droht nach Angaben von Stadtbrandinspektor Thomas Isermann ebenfalls ein Baum umzustürzen. Größere Schäden wurden bisher nicht bekannt.

16.43 Uhr: Nun noch Gewitter! Der Deutsche Wetterdienst hat eine neue Warnung veröffentlicht - bis 20 Uhr können Gewitter mit schweren Sturmböen aufziehen. Dabei könnten Bäume entwurzelt und Dächer beschädigt werden.

17.23 Uhr: Offiziell ist der Weihnachtsmarkt in Lünen zwar nicht geschlossen, doch einige Buden machten aufgrund des Wetters früher Feierabend. Wind und Regen in Kombination sorgten dafür, dass nur wenige Besucher den Weg in die Fußgängerzone fanden. Cartoonist Stephan "Hösti" Höstermann harrt in seiner Bude aus, steht über Handy aber in Kontakt mit Angehörigen in seiner Heimat Ostfriesland, wo in der Nacht eine Sturmflut droht. "Der Laden mit Hösti-Fanartikeln im Hafen von Neuharlingersiel ist für den Fall der Fälle schon geräumt worden", so Höstermann. In Ostfriesland sei die Lage heftig.

18.04 Uhr: Das angekündigte heftige Gewitter ist über die Region gezogen. Hagel verwandelte die Straßen in Minuten in Rutschbahnen. Noch gibt es keine genauen Angaben über Schäden. Wir bemühen uns um mehr Informationen.

18.13 Uhr: Die Pressestelle der Polizei Dortmund spricht von vielen Verkehrsunfällen mit Sachschaden, ob diese Unfälle aber mit der Wetterlage in Zusammenhang stehen, ist nicht klar.

19.32 Uhr: Das Unwetter mit Blitz, Hagel und starken Sturmböen hat in Lünen seine Spuren hinterlassen. Am Tobiaspark kippt ein großer Baum auf die Straße, Menschen wurden nicht verletzt. Die Feuerwehr musste den alten Baum mit der Kettensäge zerlegen. Gleich danach ging es für die Einsatzkräfte weiter zum Gahmener Kamp - auch hier hatte es einen großen Baum erwischt. Feuerwehrleute räumten die blockierte Straße frei. Eine Aufstellung über alle Einsätze soll es noch im Laufe des Abends geben.

19.45 Uhr: In der Leitstelle der Polizei in Unna kann der Verantwortliche aktuell keine Auskünfte zur Einsatzlage nach dem Gewitter geben. "Keine Zeit", lautet die knappe Aussage. Offensichtlich haben die Einsatzkräfte noch immer eine Menge Arbeit.

19.57 Uhr Ein Gerücht macht die Runde: In Nordrhein-Westfalen soll angeblich am Freitag aufgrund des Sturms die Schule ausfallen. Dazu wird im sozialen Netzwerk Facebook ein Posting präsentiert, in dem von "landesweitem Schulausfall" die Rede ist. Nach unsere Informationen handelt es sich dabei aber um eine Anordnung aus Schleswig-Holstein. Von einem Schulausfall in Nordrhein-Westfalen ist der Redaktion nichts bekannt. Wir bemühen uns aber um weitere Informationen.

20.05 Uhr: Wir konnten mit Hermann-Josef Wittmann, dem Schulleiter der Realschule Altlünen, zu den angeblichen Schulausfällen in Nordrhein-Westfalen telefonieren. "Wir haben keine Information zu Schulausfällen bekommen", so Wittmann. Der Unterricht findet also statt. Grundsätzlich können Eltern bei schwierigen Wetterlagen wie Sturm oder starkem Schneefall aber selbst die Entscheidung treffen, ob sie ihre Kinder zur Schule schicken wollen.

20.32 Uhr: Thomas Isermann, Wehrführer der Feuerwehr Selm, hat kurz die Einsätze des Abends aufgelistet: Auf Cappenberg mussten die Einsatzkräfte zu einem Baum ausrücken, der im Sturm umzustürzen drohte. An der Tüllinghofer Straße war ein Auto in einen Graben gerutscht, hier musste die Feuerwehr aber nicht helfen. Und eine Brandmeldeanlage alarmierte die Einsatzkräfte.

21.13 Uhr: Die Feuerwehr Lünen zieht eine erste Bilanz. Bis zum Abend mussten die Einsatzkräfte zu acht Einsatzstellen ausrücken. Am Triftenteich, der Friedensstraße und dem Riepersbusch waren Bäume nach Auskunft von Hermann-Josef Ashoff von der Feuerwehr Lünen teilweise auf Gebäude gefallen. In der Moltkestraße, am Tobiaspark, am Gahmener Kamp, der Achenbachstraße und in der Von-Gahlen-Straße stürzten Bäume auf die Fahrbahn. "Wichtig ist, dass bei allen Einsätzen kein Mensch zu Schaden kam", so Ashoff. Im Einsatz waren die Berufsfeuerwehr und die Löschzüge Mitte und Brambauer.

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2 Kommentare
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Dieter Zude aus Selm | 30.04.2014 | 21:29  
Daniel Magalski aus Lünen | 30.04.2014 | 21:31  
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