Ticker: Stadt nennt Details zu Flüchtlingsheim

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Die Stadt Lünen informiert zu ihren Plänen für die Ex-Kita an der Querstraße. (Foto: Magalski)
 
Im Plan steht das Gebäude für die Flüchtlinge schon, hier in der Außenansicht. (Foto: WBG Lünen)
 
Viele Bürger kamen am Mittwoch in die Ludwig-Uhland-Realschule. (Foto: Magalski)
Vertreter der Stadt Lünen informieren am Abend in der Aula der Ludwig-Uhland-Realschule zu Plänen für eine Unterkunft für Flüchtlinge an der Querstraße in Horstmar. Der Lüner Anzeiger berichtet im Ticker über die Veranstaltung für Bürger.

Ihre Pläne für die Umsetzung von vier über das Stadtgebiet von Lünen verteilten Unterkünften hatte die Verwaltung schon im August vor zwei Jahren öffentlich gemacht, so beschloss es dann auch der Rat der Stadt. Zur Suche nach Standorten setzte die Stadt im Vorfeld auf die Beteiligung der Bevölkerung sowie verschiedener Vertreter der Gesellschaft. In Horstmar fiel die Wahl am Ende auf das Gelände des ehemaligen Kindergartens an der Kreuzung der Querstraße mit der Ebertstraße. Die Unterkünfte sollen - das teilte die Stadt bereits mit - Wohnungscharakter haben mit Platz für je maximal fünfzig Personen. Flüchtlinge sollen hier für die Dauer von sechs Monaten bis zwei Jahren wohnen, im Anschluss ziehen sie dann nach den Plänen in eine eigene Wohnung. Neben Horstmar gibt es drei weitere Standorte: Die Kielhornschule in Lünen-Süd, in der bereits Flüchtlinge leben, die Ex-Hauptschule in Wethmar, die zuletzt als Notunterkunft des Landes Verwendung gefunden hatte und das noch von der Kita "Kleiner Kreisel" genutzte Gebäude an der Schulstraße. Die Politik plant für die Kita einen Neubau an der Rudolph-Nagell-Straße. 

TICKER:

19.52 Uhr: Horst Müller-Baß beendet die Veranstaltung. In Horstmar bleibt der Bau der Unterkunft an der Querstraße wohl auch nach diesem Abend noch lange Thema.

19.50 Uhr: Die Veranstaltung neigt sich dem Ende zu, immer mehr Menschen verlassen den Saal- zum Teil noch während der Wortbeiträge.

19.46 Uhr: Die Unterkunft an der Querstraße sei nicht nur für Menschen, die neu nach Deutschland kommen, sondern auch für Flüchtlinge aus anderen, weniger geeigneten Unterkünften, erklärt Trepper nach der Frage einer Bürgerin.

19.27 Uhr:
Ludger Tepper nennt Zahlen zu den Flüchtlingen in Lünen: Vierzig Prozent seien Frauen, sechzig Prozent Männer.

19.20 Uhr:
Die Unterbringung der Flüchtlinge in manchen Unterkünften vergleicht ein Bürger mit „Tieren im Käfig“ und er verstehe gut, dass da Frust aufkommt, doch er fühle sich nicht ernst genommen mit seinen Sorgen und Problemen. Trepper deutlich: „Deutsche müssen nicht gegenüber Flüchtlingen zurückstecken, es gibt keine anderen Wertungen bei Beschwerden.“

19.14 Uhr:
Eine Bürgerin fragt nach der „Freizeit-Beschäftigung“ der Flüchtlinge. Matthias Stiller vom Deutschen Roten Kreuz berichtet zum Beispiel von ehrenamtlich tätigen Flüchtlingen in der Kleiderkammer in der Mersch. Nina Rodegro, Ehrenamtskoordinatorin in der Flüchtlingshilfe der Caritas, ergänzt: „Flüchtlinge sind im Sportverein, helfen im Café Neuland oder im Tierheim, bemühen sich um einen Kleingarten.“ Flüchtlinge seien der ganz normale Querschnitt einer Gesellschaft und wie bei Deutschen auch gebe es natürlich Menschen mit „mehr oder weniger Bock“.

19.07 Uhr:
Probleme mit der Sicherheit habe es an Unterkünften in Lünen bisher nicht gegeben, erklärt Trepper zu einer Frage nach der Sicherheit. „Wenn Probleme auftauchen, melden Sie sich bei uns, damit wir uns darum kümmern können, denn wachsender Zorn hilft uns nicht“, so Trepper.

19.05 Uhr:
Die Stimmung ist aufgewühlt, einzelne Besucher fallen Rednern ins Wort, machen Zwischenrufe.

19.01 Uhr: Der Nachbar des Grundstücks macht sich Sorgen um seine Privatsphäre, beim Kauf im vergangenen Jahr wusste er nichts von den Plänen für den Bau einer Unterkunft. Der Mann will einen Zaun haben und Rainer Heubrock reagiert: „Wir bauen Ihnen Ihren Zaun, das verspreche ich Ihnen hier heute Abend.“

18.57 Uhr:
Ein Mann bringt Kita-Plätze ins Spiel. „Warum haben sie nicht rechtzeitig Kitas gebaut, als sie wussten, wie viele Kita-Plätze fehlen“, fragt der Mann. Trepper: „Kitas haben wir mit genau der gleichen Vorlaufzeit geplant, wie den Bau von Flüchtlingsunterkünften.“ Die Planungsprozesse und die Vergabe des Baus sei sehr leider sehr aufwändig, beim Bau der Unterkunft für Flüchtlinge habe man mit der Wohnungsbaugenossenschaft Lünen das Glück eines Investors.

18.48 Uhr:
Eine Frau fragt nach der Belegung der Unterkunft und meint vor allem alleinstehende Männer. Ludger Trepper erklärt, dass die Zahl der Zuweisungen im letzten Jahr stark abgenommen habe, für dieses Jahr habe man noch keine Information zur Zuweisung. Zur „Mischung im Haus“ könne Trepper im Moment noch keine definitive Aussage machen, im Fokus liege aber auch die Unterbringung von Familien mit Kindern.

18.42 Uhr:
Eine Bürgerin erzählt, sie habe Flüchtlinge als Nachbarn. Das Zusammenleben funktioniere zum Teil gut, zum Teil gebe es aber auch Probleme. Eine Familie aus Syrien fühle sich aufgrund der lauten Nachbarn, ebenfalls Flüchtlinge, nicht mehr Wohl im Haus. Ludger Trepper von der Stadt Lünen nimmt Stellung. Bürger sollten sich sofort bei der Stadt melden, damit man Probleme in den Griff kriege, so Trepper. Im Haus an der Querstraße gebe es für solche Fälle aber auch die Betreuer und den Hausmeister. Die Anwohnerin schildert nun, sie sei schon in Kontakt mit den Betreuern und der Polizei, jedoch ohne echte Erfolge. „Im Haus entsteht mittlerweile Hass und in der Nacht kann ich nicht schlafen“, so die Frau. „Die Familie aus Syrien passt sich an, aber die Mieter über uns im Haus halten sich nicht an Regeln und reagieren aggressiv auf Beschwerden.“ Beate Lötschert, Abteilungsleiterin Wohnen und Soziales bei der Stadt Lünen, will sich um den Fall kümmern und gibt ihr ihre Visitenkarte.

18.26 Uhr:
Eine Bürgerin hat eine Nachfrage zum Zeitplan für das Bauprojekt. Rainer Heubrock antwortet: Die Bäume auf dem Gelände werden in diesem Monat noch gefällt, im März geht es dann an den Abriss. Für die Bäume gebe es natürlich Ersatzpflanzungen.

18.18 Uhr: Matthias Stiller, Vorstand des Deutschen Roten Kreuzes in Lünen, und eine Mitarbeiterin der Caritas, berichtet nun aus der Praxis. Das Rote Kreuz betreut in Lünen aktuell zwei Unterkünfte für Flüchtlinge, darunter auch die alte Feuerwache an der Borker Straße. Die Caritas betreut die zum Beispiel die Kielhornschule. „Wir in der Betreuung sind für alles gefragt, was so in einem menschlichen Leben passieren kann“, erklärt die Caritas-Mitarbeiterin.

18.10 Uhr: Rainer Heubrock aus dem Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft Lünen, hat das Wort: Nach Abriss des Ex-Kita-Gebäudes entstehen im öffentlich geförderten Wohnungsbau neun Wohneinheiten für Flüchtlinge in einem Mehrfamilienhaus. Im Erdgeschoss gibt es eine rollstuhlgerechte Wohnung, dazu kommen Räume für die Servicekräfte und den Hausmeister. Zwei Doppelhaushälften werden ebenfalls auf dem Gelände gebaut, diese allerdings nicht für den Bezug durch Flüchtlinge, sondern durch Mieter mit Wohnberechtigungsschein.

18.07 Uhr:
Müller-Baß erläutert das Unterbringungskonzept der Stadt Lünen. Flüchtlinge sollen in einer zentralen Unterkunft in Lünen zunächst einmal ankommen, die Stadt kennenlernen und Erlebtes verarbeiten, dafür stehen ihnen Betreuer zur Seite. Der Aufenthalt hier soll längstens zwei Jahre betragen, dann sollen die Flüchtlinge umziehen in eigene Wohnungen und in ein eigenes Leben mit mehr Verantwortung.

18.03 Uhr:
Horst Müller-Baß, Erster Beigeordneter der Stadt Lünen, eröffnet den Abend. Müller-Baß schaut nun auf einen gut gefüllten Saal und erklärt den Ablauf des Abends. Zu Gast seien unter anderem Akteure mit viel Erfahrung im Betreiben von Flüchtlingsuntertkünften.Der Info-Abend für Bürger sei der Stadt sehr wichtig, nicht nur für die Vorstellung des Konzepts, sondern auch zur Beantwortung von Fragen der Bürger.

17.55 Uhr: Die Aula der Ludwig-Uhland-Realschule füllt sich, vor der Tür entsteht in diesen Minuten ein kleiner Stau.

17.37 Uhr: Im Vorfeld gab es vor allen in den sozialen Netzwerken teils heftige Diskussionen, nicht jeder freut sich über die Pläne der Stadt in seiner Nachbarschaft. Die Verwaltung will aber - das erklärte der Erste Beigeordnete Horst Müller-Baß schon in einem Pressegespräch im Juli vor zwei Jahren - sobald die neuen Unterkünfte in Betrieb gehen können und es die Flüchtlings-Situation zulässt - andere Standorte aufgeben, zum Beispiel die Unterkunft an der Alstedder Straße.

17.25 Uhr: Guten Abend und willkommen zum Ticker des Lüner Anzeigers zur Informationsveranstaltung für Bürger aus der Aula der Ludwig-Uhland-Realschule in Horstmar. Um 18 Uhr geht es los, dann sprechen Vertreter der Stadt über Details zu den Plänen für die ehemalige Kita an der Querstraße.


Thema "Flüchtlinge" im Lokalkompass:
Politik nennt Standorte für Flüchtlingsheime
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