Urteil im Fall Yasemin: Lebenslang für Mord

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Tatort war Yasemins Wohnung in Gahmen. (Foto: Magalski)
Im Fall der ermordeten Lünerin Yasemin verkündeten die Richter des Dortmunder Schwurgerichts am Donnerstag das Urteil: Lebenslang mit besonderer Schwere der Schuld. Der Lüner Adem I., der ehemalige Geliebte von Yasemin, wurde für schuldig befunden und bekam die Höchststrafe. Er kann nicht mit einer vorzeitigen Entlassung nach frühestens 15 Jahren, die beim Urteil „lebenslang“ verbüßt werden müssen, rechnen.

Am 29. Januar 2011 war Yasemin in ihrer eigenen Wohnung in Lünen-Gahmen misshandelt und mit bloßen Händen erwürgt worden. Für die Richter steht fest: Adem I. ist der Täter und brachte seine ehemalige Geliebte um. Yasemins Leiche wurde am 4. Februar in den Niederlanden auf einem Parkplatz an der Autobahn aufgefunden.

Bereits im Dezember 2011 hatten die Verhandlungen in dem Mordprozess begonnen. Die Staatsanwaltschaft war davon ausgegangen, dass Adem I. seine frühere Geliebte dafür bestrafen wollte, dass sie ihn verließ. Yasemin hatte den Bruder von Adem I. geheiratet, um eine Aufenthaltsgenehmigung zu erhalten. So wurde es während der Verhandlungen deutlich.
Als Yasemin 2010 das Verhältnis beenden wollte, soll Adem I. mit Wut und Hass reagiert haben. Als er erfuhr, dass Yasemin einen neuen Freund hatte, eskalierte die Situation. Die Staatsanwalt warf Adem I. vor, gemeinsam mit der Ehefrau des neuen Freundes Rache geplant und die Ermordung Yasemins beschlossen zu haben.

Zunächst wurde der neue Freund Yasemins 2011 in Lünen-Süd von einem Schlägertrupp brutal überfallen. Knochenbrüche im Gesicht und am Bein waren die Folgen. Adem I. soll Auftraggeber gewesen sein. Für diese Tat soll das Opfer noch 10.000 Euro Schmerzensgeld von Adem I. erhalten.
Anschließend soll Adem I. dann Yasemin verschleppt und in einer Dortmunder Werkstatt anderen Männern zur Vergewaltigung angeboten haben. Doch dies schlug fehl. Daraufhin soll Adem I. Yasemin in ihrer eigenen Wohnung misshandelt, den Kopf eingeschlagen und erwürgt haben. Das Gericht sieht dies als erwiesen an.

Die Ehefrau von Yasemins neuem Freund ist verschwunden. Sie ist zur Fahndung ausgeschrieben.

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