Weihnachten beim Lüner Anzeiger: Ne Gurke am Tannenbaum - ist das typisch deutsch?

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Der Weihnachtsbaum in der Redaktion des Lüner Anzeigers: Die Weihnachtsgurke wird langsam immer populärer.
 
Die Redaktion des Lüner Anzeigers wünscht allen Lesern "Frohe Weihnachten" (v.l.): Holger Schmälzger, Claudia Prawitt, Heidi Brede-Reichert und Daniel Magalski.
Und? Hängen Sie sich auch eine grüne Gurke an den Weihnachtsbaum? Nein? Aber das ist doch eine deutsche Weihnachtstradition!

Von Claudia Prawitt

Das sagen jedenfalls die Amerikaner. Sie pflegen diesen Brauch und verstecken die sogenannte „Weihnachtsgurke“ (engl. Christmas Pickle) zwischen den Zweigen. Durch ihre unauffällige Farbe ist sie nicht so leicht zu entdecken. Wer es als erstes schafft, bekommt als Belohnung traditionell ein zusätzliches Geschenk.
Wieso die Amerikaner glauben, die Gurke am Baum sei eine deutsche Weihnachtstradition, ist nicht ganz klar. Vor allen Dingen, weil die Deutschen davon herzlich wenig wissen.

Aber es ranken sich auf alle Fälle schöne Legenden um die Weihnachtsgurke. Beliebt ist in den USA die Geschichte, dass ein bayrischer Soldat namens John Lower oder auch Hans Lauer im amerikanischen Bürgerkrieg kämpfte und in Gefangenschaft geriet. Um dem Hungertod zu entgehen, bat er seinen Wächter um eine saure Gurke. Der Soldat überlebte und hängte seitdem aus Dankbarkeit eine Gurke an den Weihnachtsbaum.

Ob wahr oder nicht, die Amerikaner lieben ihre gläsernen Weihnachtsgurken. Und auch das angebliche Mutterland dieser Tradition kommt langsam auf den sauren Geschmack!

Weihnachtsbaum-Geschichten aus der Redaktion:

Holger Schmälzger

Schon als Kind wusste ich: Im Hause Schmälzger muss es ein „Bilderbuchtannenbaum“ sein. Teilweise mit Angelschnüren an der Wand befestigt, für den perfekten Stand. Denn Christbaumständer waren vor 30 Jahren nicht standsicher – bei fast drei Meter hohen Bäumen. Mein Vater musste stundenlang mit der Säge am Stamm rumdoktern, um ihn in den Ständer zu bekommen, drei mickrige Schrauben hielten den Baum. Bei der nervigen Sägerei war die Stimmung natürlich schon auf dem Höhepunkt. Schmücken war dann Chefsache, also Mamas Hoheitsgebiet, mein Bruder und ich halfen. Unsere Bäume waren jedes Jahr ein Traum. Nicht nur deswegen liebe ich Weihnachtsbäume!


Claudia Prawitt

Wenn es um Weihnachtsbaumkugeln geht, bin ich traditionell. Ich mag es jedes Jahr aufs Neue, den alten Schmuck aus dem Keller zu holen. Vor mehr als 25 Jahren habe ich mir schöne, grüne, mundgeblasene Kugeln auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt gekauft. Es gab nur einen Karton mit dieser Farbe und eigentlich waren sie mir zu teuer. Ich schob den Kauf immer wieder auf. So etwas rächt sich meistens, aber in diesem Fall nicht. Die Kugeln hatten sozusagen auf mich gewartet. Und sie gefallen mir heute noch genauso gut wie damals und nur eine ist mir in der ganzen Zeit kaputt gegangen. Von meiner Mutter habe ich später die gleichen Kugeln in Silber bekommen. Sie passen perfekt zusammen und schmücken seitdem gemeinsam meinen Baum.


Heidi Brede-Reichert

Als kleines Mädchen fand ich Weihnachten natürlich ganz spannend. Einen Tag vor Heiligabend wurde die Tür zum Wohnzimmer geschlossen. Dahinter raschelte und rumorte es, und wir Kinder wussten, dass der Weihnachtsbaum geschmückt wurde. Als das Glöckchen endlich klingelte und wir ins Zimmer durften, sahen wir den wunderschönen Baum mit roten, goldenen und silbernen Kugeln, jede Menge Lametta sowie Süßes. Viel später dann, als meine Tochter geboren war, führten wir das Ritual des Weihnachtsbaumschmückens natürlich etwas anders fort. Sie durfte beim Schmücken mithelfen, und sie freute sich über jede bunte Kugel und später Selbstgebasteltes, das sie an den Baum hängen konnte.


Daniel Magalski

Engel waren meinem Bruder und mir zur Weihnachtszeit in unserem Haus immer sehr willkommen, brachten uns diese himmlischen Wesen doch im Tausch gegen den Wunschzettel stets ein Stück Schokolade. Engel – oder besser Teile von ihnen – waren auch ein absolutes Muss am Tannenbaum. Goldenes Engelchenhaar! Keine Glocke, keine Kugel und kein Strohstern wurden von uns Kindern mehr bewundert als die Haare der geheimnisvollen Besucher. Engelchenhaar entdeckte ich kürzlich auch im Baumarkt, darauf ein Warnhinweis: Das Haar sei aus leitfähigem Draht und dürfe keinen Kontakt zu Elektronik haben. Dass Engel Haare aus Draht haben, kann und will das Kind in mir irgendwie nicht glauben...
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