Jäger finden Wildschwein-Schäden im Wald

Wildmeister Peter Markett ist Jagdleiter des Grafen von Kanitz. | Foto: Magalski
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Schäden auf Feldern, Ärger auf dem Friedhof oder in Gärten und Gefahr durch Unfälle und Krankheiten – das sind laut Wildmeister Peter Markett die Probleme einer steigenden Zahl von Wildschweinen in den Wäldern im Norden. Samstag setzten sich Jäger bei einer großen Drückjagd zwischen Lünen und Cappenberg auf die Spur der Tiere.

Eine Jagd dieser Größenordnung ist alles andere als Alltag und entsprechend eine logistische Herausforderung. Peter Markett, der Jagdleiter des Grafen von Kanitz, sperrt schon am Morgen die Cappenberger Straße zwischen dem Ortsausgang Lünen und dem Schlossberg für den Verkehr – zu groß war die Gefahr von Unfällen durch Wild oder Jagdhunde auf der Straße. Vom Gutshof am Cappenberger Brauereiknapp machen sich die Teilnehmer der Jagd dann auf den Weg und nehmen zur gleichen Zeit in acht Revieren vom alten Munitionsdepot an der Grenze zu Bork bis hin zum Dreischfeld unterhalb des Schlosses Wildschweine ins Visier. „In den Wäldern zwischen Lünen und Cappenberg haben sich die Wildschweine stark vermehrt, Gründe hierfür sind die milden Winter der letzten Jahre und die gute Nahrungsgrundlage“, erläutert Markett. Wildschweine haben in der Region zudem außer extremer Witterung und Seuchen keine natürlichen Feinde.

Keiler verletzt Jagdhund im Wald

Wildmeister Markett führt eine Gruppe gegenüber des Wildpark-Parkplatzes in den Wald. In Reihen durchstreifen die Treiber das Unterholz abseits der Spazierwege, um die Wildschweine aufzuscheuchen und stoßen schon bald auf Spuren. Abdrücke der Schweine im matschigen Boden sind auch für Spaziergänger noch gut zu erkennen, doch was wie Trampelpfade aussieht, sind die Wege der Schweine – und davon gibt es gerade in den dichten Brombeer-Feldern eine Menge. Wildschweine nutzen die Büsche gerne als Unterschlupf, ihr dichtes Fell schützt sie vor den Dornen. Hunde stöbern nach den Tieren, da kommt es zu einem Zwischenfall. Ein Keiler, ein männliches Wildschwein, attackiert einen Terrier. Die Hauer des Schweins treffen den kleinen Hund an der Brust, reißen eine stark blutende Wunde bis zum Vorderlauf. Helfer legen dem Tier noch im Wald einen Druckverband an, um die Blutung zu stoppen und Peter Markett versetzt in der Zwischenzeit einen Tierarzt in Bereitschaft. Der Hund muss schnell in eine Praxis. Kurze Zeit später versorgen Tierärzte in einer Operation die schweren Verletzungen. Der Hund ist nach Stand von Sonntag wohl auf dem Weg der Besserung.

Schweine verwandeln Fläche in Acker

Starke Schäden der hohen Wildschwein-Population entdecken die Jäger auf ihrem Weg durch das Revier unter anderem im Bereich zwischen dem Kommunalfriedhof und dem Struckmannsberg. Wildmeister Markett spricht vom Wohnzimmer der Wildschweine. Wo Gras und andere Pflanzen wuchsen, haben die Schweine den Boden auf der Suche nach Nahrung umgepflügt, über hunderte Quadratmeter sieht es aus wie auf einem Acker und die Jäger versinken bei jedem Schritt im Schlamm. „Landwirte im Umfeld der Waldgebiete sind regelmäßig von Schäden betroffen“, berichtet Wildmeister Peter Markett und erzählt von einem aktuellen Fall in diesem Jahr: „Ein Maisfeld am Struckmannsberg zum Beispiel konnte in diesem Jahr aufgrund massiver Wildschäden gar nicht geerntet werden und beim Winterweizen, den der Landwirt auf dem Felder gesät hat, gibt es ebenfalls bereits Schäden.“ Ein Teilnehmer der Jagd nennt Zahlen – der Schadensersatz, den er nach Schäden durch Wild an Landwirte in seinem Revier zahlen müsse, gehe in manchen Fällen bis in den fünfstelligen Eurobereich.

Jagd auf Wildschweine bleibt Thema

Beschwerden über Wildschwein-Schäden gebe es aber auch aus der Bevölkerung, besonders aus Wohngebieten nahe der Wälder, erzählt Markett. Schweine durchwühlten Gärten, es komme vermehrt zu Wildunfällen mit Kraftfahrzeugen und auch im Ruheforst, dem neuen Friedhof im Cappenberger Wald, komme es fast jeden Tag zu Problemen. Nachmittags treffen sich die Jäger wieder am alten Gutshof – und ziehen Bilanz. Die Jagd über mehrere Reviere brachte vierunddreißig Wildschweine zur Strecke, dazu zehn Rehe. Markett ist zufrieden mit dem Ergebnis des Samstags, die Bejagung von Wildschweinen bleibe aus den genannten Gründen aber weiter ein Thema.

Thema "Jagd" im Lokalkompass:
>Jäger suchen Lösungen für Fasan und Hase
>Wildwechsel eine Gefahr für Autofahrer

Autor:

Daniel Magalski aus Lünen

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