Kiebitze im Sinkflug

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Junge Kiebitze auf dem Feld. (Foto: Kreis Unna)
Es gehört zum Frühling wie die ersten Aurorafalter und blühende Schlüsselblumen: Das laute „Kiju-wit“ der Kiebitze über den offenen Feldfluren. Der schwarz-weiße Gaukler ist dann bei seinen imponierenden Balzflügen in den Feldfluren nicht zu übersehen und zu überhören.

Im April wurden nun zum vierten Mal alle Kiebitz-Brutpaare im Kreis gezählt. 60 Mitarbeiter waren im Einsatz. Das Ergebnis ist ernüchternd: Fanden sich 1999 noch 380 Kiebitz-Paare im Kreis, so liegt das vorläufige Ergebnis für die aktuelle Zählung bei 172 Paaren. Damit hat sich der Bestand in knapp 15 Jahren um mehr als die Hälfte reduziert. Allein von 2008 bis heute sank die Zahl der Kiebitze im Kreis um gut 30 Prozent.

Die Ursachen? Die „Kinderstube“ der Kiebitze waren einst nasse Wiesen und Weiden, heute sind es offene, im März vegetationslose Ackerflächen, die die Vögel zur Ablage ihrer Eier auf dem Boden aufsuchen. Und damit sitzt der Kiebitz als typische Vogelart der Feld- und Wiesenflur derzeit in der Bewirtschaftungsfalle, da er mit den modernen Methoden der Landwirtschaft nicht mehr zurechtkommt.

"Um den Kiebitz bei uns im Kreis zu erhalten, sind die Anlage und Erhaltung von Feuchtgrünland in den Auenbereichen von Lippe und Ruhr sowie extensiv bewirtschaftete Acker- und Bracheflächen in der Ackerlandschaft notwendig", unterstreicht Christian Makala , Leiter der Unteren Landschaftsbehörde beim Kreis. Der Fachmann verweist dabei auf die Bedeutung von Renaturierungsprojekten.
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2 Kommentare
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Eberhard Kamm aus Lünen | 29.04.2013 | 19:09  
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Rolf Prothmann aus Lünen | 16.07.2013 | 10:26  
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