170 Plätze: Drei neue Unterkünfte für Flüchtlinge in Lünen

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Die ehemalige Kielhornschule in Lünen-Süd bietet nun Platz für 70 Flüchtlinge und ist in den Händen eines Betreuungsverbandes.
54 neue zugewiesene Flüchtlinge bezogen am Dienstag u.a. die ehemalige Kielhornschule, eine von drei neuen Flüchtlingsunterkünften in Lünen. Die Stadt habe sich im Vorfeld zwar auf weitere Flüchtlinge vorbereitet, sei aber doch von der Kurzfristigkeit der Flüchtlingszuweisung überrollt worden. „Wir hätten lieber die Bürger vorher darüber informiert“, so Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns. Weshalb die Stadt um Verständnis bittet, die Informationsabende für die Anwohner werden nachgeholt.

Die drei neuen Flüchtlingsunterkünfte hatte die Stadt Lünen schon vor rund zwei Monaten bekannt gegeben, in Voraussicht auf weitere ankommende und zugewiesene Flüchtlinge.

Die Kielhornschule bietet nun Platz für 70 Flüchtlinge, die ehemalige Paul-Gerhardt-Schule hat 40 Plätze und die dazugehörige Turnhalle 30 Plätze. In Brambauer wird die Turnhalle an der Josefstraße als Flüchtlingsunterkunft genutzt. Hier entstehen auch 30 Plätze. Alle drei werden von Betreuungsverbänden geführt, wie auch demnächst die Notunterkunft in Wethmar vom DRK.

Nicht länger als drei Monate sollen die Flüchtlinge in den Turnhallen bleiben, so der Plan der Stadt. „Im Moment sind wir froh keine Zelte aufbauen zu müssen“, sagte Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns, der auch betonte: „Wir sind an der Grenze der Machbarkeit, das ergibt sich aus dem kurzfristigen Ankündigen der Flüchtlinge. Manchmal werden Mitarbeiter nachts aus dem Bett geklingelt, dass ein Bus ankommt.“

Der Rückhalt in der Bevölkerung sei groß, das habe man auch bei der Demo gegen Rechts am Sonntag gesehen. „Auch Sportvereine, die umsiedeln mussten aus den Turnhallen haben sehr einvernehmlich reagiert. Dafür Danke“, so Kleine-Frauns.
Alle drei Unterkünfte sind für bereits registrierte, also zugewiesene Flüchtlinge. Sie werden aller Voraussicht nach länger in Lünen bleiben. Auch hier setzt die Stadt weiter auf das „dezentrale System“: Flüchtlinge sollen spätestens nach zwei Jahren in städtischen oder privaten Wohnungen unterkommen. Zur besseren Integration.

In den bestehenden Notunterkünften (Wethmar, alte Feuerwache, Jugendherberge Cappenberger See) befinden sich Flüchtlinge, die noch nicht registriert sind und an andere Kommunen zugewiesen werden. Aufgrund der wöchentlichen Fluktuation spricht man deshalb nur von Kapazitäten. In Wethmar sind es 199, an der alten Feuerwache 190 und in der Jugendherberge 122 Plätze. Insgesamt also 511.

Bis Ende des Jahres rechnet die Stadt mit etwa 1.000 zugewiesenen Flüchtlingen. Im Januar ging man von 230, im Mai von 435 und Juli/August von 770 Flüchtlingen aus.

Die Stadt sucht für die dezentrale Unterbringung noch Wohnungen für Flüchtlinge. Ansprechpartnerin bei der Stadt ist Beate Lötschert, Tel. 104 16 66.
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