9.November 1938 Die Gräueltaten der Naziherrschaft während der Reichskristallnacht

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Fragt der Sohn seinen Vater: "Was bedeuten die Säulen die in Wasser stehen dort, Papi?" Wie häufig geht man achtlos an diesen Mahnmal vorbei der an die in der Reichsprogromnacht ermordeten Juden Erinnern soll!
 
Zereißt den Mantel der Gleichgültigkeit den Ihr um euer Herz gelegt habt, entscheidet euch ehe es zu spät ist. Text auf einen der Flugblätter von den Geschwistern Scholl.
 
Zeichnung Geschwister Hans und Sophie Scholl ( Quelle: Eigenes Achiv aus der GSG Lünen Zeit )
Lünen: Lippe | Es war der 9. November 1938 wo der Naziterror zeigte wozu er fähig ist und der Jüdischen Bevölkerung klarmachte das Sie nun in Angst und Schrecken leben muss. Es war die Schreckliche Nacht in der Synagogen nieder brannten, Fensterscheiben zerstört und Geschäfte Verwüstet wurden. In jener Nacht wurden Mitbürger Jüdischen Glaubens in ganz Deutschland Verfolgt, der Bevölkerung vorgeführt, gehetzt und Ermordet. Es war eines der Dunkelsten Nächte in der Geschichte Deutschlands und in der Geschichte Europas. Schon kurz nach Hitlers Machtergreifung machten die Nazis der Jüdischen Bevölkerung klar das für Sie kein normales Leben mehr Möglich ist. Durch Gesetze und Verordnungen wurden den Juden alles nach und nach verboten. Schüler musste in getrennten Schulen gehen. Es gab extra Schulen für Kinder mit Jüdischer Abstammung. Jüdische Ärzte durften nicht mehr Praktizieren, Juden war es Verboten Ehen mit Deutschen einzugehen. Geschäfte von Jüdischen Mitbürgern wurden mit einen Judenstern versehen. Und es wurde proklamiert nicht bei Jüdischen Händlern zu Kaufen. Das waren nur einige Verordnungen die das leben der Jüdischen Bevölkerung immer mehr einengten. So fing es nach und nach an. Der Rassismus gegenüber Menschen mit einer anderen Religion. Der Antisemitismus gegenüber Juden, Sinti und Roma und Bürger und Bürgerinnen die gegen Hitler waren. Auch Widerstandsgruppen wurden verfolgt. An jenen 9. November 1938 oder genauer in der Nacht zum 10.November 1938 brennen Nazis in ganzen Deutschen Reich 101 Synagogen, 29 Warenhäuser und 171 Wohnhäuser von Juden nieder. Es wurden 7500 Jüdische Geschäfte verwüstet. 91 Jüdische Mitbürger wurden zu Tode gehetzt und geprügelt. Denn auch in Lünen gab es während der Reichskristallnacht Pogrome.Auslöser war hierfür ein Erlass von Reichsprogagandaminister Goebbels, der sich an die Jüdische Bevölkerung für den Tod eine Feldmarschalls Rächen wolte der durch ein falschen Treffer von einen Jungen Jüdischen Mann angeschossen wurde und Starb. Die Kugel galt aber nicht den Feldmarschall sondern den Französischen Botschafter der es Zuließ das man der Jüdischen Bevölkerung die von Deutschland ausgewiesen wurde nicht half. Die Eltern des Jungen Mannes saßen in einen Flüchtlingslager an der Polnischen Grenze fest und waren kurz davor zu sterben. Er wollte den Botschafter nur dazu kriegen die Grenzen für die Juden nach Frankreich zu öffnen, damit sie von dort aus fliehen können. Doch der Schuss löste sich und traf den Feldmarschall der daneben stand tötlich. Das mal zum hintergrund dieser Geschichte. Goebbels wies an das die Jüdische Bevölkerung für den Tod des Feldmarschalls bluten sollte in jener Nacht. Darunter auch die 4 Juden aus Lünen. Siegmund Kniebel, Albert Bruch die in Ihren Wohnungen in Lünen Süd erschossen wurden. Waldemar Elsoffer wurde in richtung Lippe getrieben wo er ertränkt wurde. Das vierte Opfer starb an den folgen der Misshandlungen in jener Nacht. SS und SA Truppen hatten in der gleichen Nacht noch versucht die Synagoge in Brand zu stecken, was die Feuerwehr aber noch verhinderte. Die Synagoge fiel später den Bombenabwürfen zum Opfer. Aber auch der Judenfriedhof an der Münsterstraße blieb nicht verschont und wurde von den Nazis eingeebnet.
1993 errichtet die Stadt Lünen an der Lippe gegenüber des Lippezentrums ein Mahnmal wo jedes Jahr an die Opfer der Reichskristallnacht gedacht wird. Während des Krieges bleibt Lünen zwar von zahlreichen Bombenabwürfen verschont, hat aber zahlreiche Opfer zu beklagen. Gefallene Vermisste, Verwundete, Ziviltote durch Bombenabwürfen sowie politisch verfolgte Opfer. Laut dem Buch: Lünen von Hartmud Lange. Doch nicht über kam man mit einen blauen Auge davon. Und selbst diese 4 Jüdischen Opfer in Lünen sind nicht wenig. In dieser Nacht bekamen viele Juden mit wozu die Nazis unter Hitlers Herrschaft fähig waren. Viele versuchten danach zu fliehen. In die Staaten oder nach England zu Emigrieren. Darunter auch Prominte oder Wissenschaftler wie Albert Einstein oder die Gruppe Comedian Harmonist. Oder wenigstens die Kinder in Sicherheit zu bringen. Aber wem konnten sie bei einer gleich geschalteten Bevölkerung noch vertrauen. Wer war nicht der Propaganda von Goebbels verfallen. Freunde die man einst hatte wandten sich ab und wurden zu Verrätern. Doch gab es aber auch Lichtblicke in den dunkelsten Zeiten des Krieges. Es gab Widerstandsbewegungen die gegen den Naziterror kämpften und versuchten die Bevölkerung wachzurütteln. Solche wie die Geschwister Hans und Sophie Scholl, mit Ihrer Widerstandsbewegung „Weiße Rose“, die Flugblätter an ihrer Universität in München verteilten um den Menschen eine Botschaft zu überbringen das sie den Mantel ihrer Gleichgültig ablegen sollen und Zerreißen sollen und sich entscheiden sollen ehe es zu spät ist. Oder einer wie Oskar Schindler der Handelsreisender Vertreter war und sein Glück in Krakau versuchen wollte. Mit einer Emailwarenfabrik. Und dafür Jüdische Bürger und Bürgerinnen als Mitarbeiter nahm. Zuerst ein Nazifreund wandte er sich den Nazis nach und nach ab als er erkannte was mit den Ghetto in Krakau geschah. Als er mitbekam das die Juden die nicht in das Zwangsarbeiterlager in Plazow mitkamen Liquidiert wurden und die Leichnahme in Massengräbern Verbrannt wurden, wollte er nicht länger die Gräueltaten mitansehen und kaufte den Lagerkommandanten Amon Göth nach und nach mit seinen Vermögen die Jüdischen Arbeitskräfte ab. Zusammen mit seinen Buchhalter Itzhak Stern fertigte er dazu eine Liste an, die heute als Schindlers Liste bekannt wurde. Für seine neue Emailwarenfabrik in Brinnlitz rettete er so 1200 Juden vor den Abtransport nach Auschwitz und anderen Vernichtungslagern. Wo mehr als 960.000 Menschen alleine in größten Vernichtungslager Ausschwitz Vergast wurden. Bis Juli 1945 fielen mehr als 6 Millionen Juden den Holocaust ( Griechisch für „Völlig Verbrannt „) zum Opfer. Sie starben vor allen durch Erschießen, Vergasung, Zwangsarbeit, Misshandlungen, Hunger und Krankheit. Oskar Schindler zeigte in der Not Mitgefühl und Menschliche Wärme und war für jene da, für die es kaum noch Hoffnung gab. Er war der Lichtblick in der dunkelsten Stunde. Die Schindler Juden die Oskar Schindler vor den Holocaust gerettet hatte haben heute an die 6000 Nachkommen. In den Film den Steven Spielberg zu Schindller Liste drehte, bekam Oskar Schinder bevor er nach Kriegsende vor dem Russen fliehen musste, damit er nicht als kriegsgefangener der Russen gehängt wurde, einen goldenen Ring. Gegossen aus einer Zahnfüllung eine Jüdischen Mitarbeiter die er dafür spendete. In dessen innenseite geschrieben stand: Wer auch nur einen Menschen das Leben rettet, der Rettet die ganze Welt. Im Jahr 1961 nahm ihm das Israelische Holocaust Museum Yad Yashem in die Liste der Gerechten unter dem Völkern auf. Sein Grab befindet sich in der Israelischen Hauptstadt auf einen Katholischen Friedhof. Wie viele Menschenwürden heutzutage noch genauso Handeln wie Oskar Schindler oder Widerstand leisten wie die Geschwister Scholl. Wie stark Kämpfen wir wirklich gegen Rechts oder lassen wir es wieder zu das Minderheiten unter allgemeinen Terrorverdacht gestellt werden so wie die Nazis damals die Juden für alles verantwortlich gemacht haben und unter Generalverdacht gestellt haben. Wie sehr gehen wir gegen Rechte Gruppierungen vor. Wie sehr Verharmlosen wir die den Holocaust oder den Zweiten Weltkrieg auch in den Spielen oder Filmen, Witzen oder anderen Medien. Besonders Spiele wie WW2 oder WW3 oder Call of Duty! Wir sollten bedenken das die Nachfolgenden Generationen der Opfer des Holocaust immer noch darunter zu leiden haben. Den sie haben Eltern oder Großeltern gehabt die den Wahnsinn des Dritten Reichs miterlebt haben. Und vieleicht nur knapp den Tod entronnen sind. Man sollte keine Gedenkveranstaltungen mal eben beiläufig abhalten. Das wäre den Opfern derer wir gedenken unwürdig. Denn Sie verdienen Respekt und Anerkennung und das wichtigste ist das die Erinnerungen wach gehalten werden auch für künftige Generationen. Damit sich so etwas nie wiederholt. Mahnet den Anfängen! Seit Wachsam!

Quellen: Geschichte der Stadt Lünen
Booklet des Films Schindlers Liste
Lünen von Hartmut Lange
bilder des 20. Jahrhunderts.

Links: Steinwache Dortmund:
Genauer Verlauf der Reichsprogromnacht:
http://de.wikipedia.org/wiki/Novemberpogrome_1938
http://www.dortmund.de/de/freizeit_und_kultur/stad...
Shoa Foundation German: http://sfi.usc.edu/german/
Yad Yashem: http://www.yadvashem.org/
Holocaust Denkmahl Berlin: http://www.holocaust-denkmal-berlin.de/
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5 Kommentare
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Silvia Eisold aus Lünen | 09.11.2012 | 11:44  
Daniel Magalski aus Lünen | 09.11.2012 | 19:55  
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Hans Werner Wagner aus Lünen | 09.11.2012 | 21:28  
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Heiko Müller aus Dortmund-City | 14.11.2012 | 13:12  
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Renate Smirnow-Klaskala aus Essen-Nord | 10.11.2015 | 15:01  
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