Bürgermeister erklärt Bürger zu "Hilfssheriffs"

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Bürger Kolumne Stadt Lünen (Foto: — geralt / pixabay —)
Lünen: Rathaus Lünen | .

Man kann es kaum glauben.
In der aktuellen Bürgermeisterkolumne Nr. 66 vom 24.11.2017 philosophiert Bürgermeister JKF über den Begriff "Sicherheit als Lebensqualität".

Aus diesem Grund sind zuletzt auch 3 neue Ordnungsdienststellen besetzt worden, jährliche Kosten rund 170.000 EUR für die überschuldete Stadt.

Diese neuen Mitarbeiter sollen eigentlich in der sogenannten "Ordnungspartnerschaft" mit der Polizei für ein verbessertes Sicherheitsgefühl bei unseren Lünern Bewohnern sorgen.

Bislang sind mir allerdings noch keine gemeinsamen Streifen eines Mitarbeiters des städtischen Ordnungsdienstes mit einem Polizeibeamten begegnet, vielleicht bewege ich mich auch zu wenig in den Brennpunktzonen?

Der BM hatte noch Anfang des Jahres in seiner Kolumne Nr. 36 dazu kommentiert

Ich möchte, bevor wir in Personal investieren, erst einmal erfahren, wo den Lünerinnen und Lünern der Schuh drückt - wo wir handeln müssen und wie wir das tun können. Daher werde ich die Bürgerinnen und Bürger und die Ordnungskräfte zu Sicherheitskonferenzen in den Stadtteilen und in der Innenstadt einladen.


Da ist er allerdings politisch von SPD und CDU ausgebremst worden, die die Personaleinstellung bereits im Sommer durchgesetzt haben!

Muss man nun annehmen, dass also noch kein ausgefeiltes Gemeinschaftliches Konzept der Ordnungspartnerschaft zwischen Stadt und Polizei entwickelt wurde?
Eine erste "Sicherheitskonferenz" hat derzeit erst im Stadtteil Brambauer stattgefunden.

Aber nun kommt's!

Der BM denkt nun weiter und fordert die Bürger in seiner Kolumne Nr. 66 auf, selbst zu handeln:

Besonders beim Thema Verkehrsordnungswidrigkeiten können Sie unsere Ordnungskräfte unterstützen. Egal ob Falschparker, die mit ihrem Fahrzeug den Bürgersteig oder sogar ihre Garagenausfahrt blockieren, oder rücksichtslose Autofahrer, die mit ihrem Fahrverhalten die Sicherheit anderer gefährden - mit dem einfachen Mittel der Privatanzeige können Sie selbst aktiv werden, anstatt sich im Stillen zu ärgern.

Haben sich die Bürger die Verbesserung ihres Sicherheitsgefühls so vorgestellt? Sheriffstern-Light für jeden Bürger abholbereit im Bürgerbüro?

Hat man eigentlich im Rathaus überdacht, welche Bearbeitungsmengen bei motiviertem Einsatz der Bürger an Ordnungsverstößen auf die Stadtverwaltung zukommen?
Hat das weitere Aufstockung von Personalkapazitäten zur Folge?
Bearbeitet werden müssen die Privatanzeigen auf jeden Fall, hier nachzulesen.
Na dann viel Spaß!

Zum Aufruf des BM sollten auf jeden Fall noch zwei Ergänzungen erfolgen:

Reagiert der Beschuldigte auf den fälligen Anhörungsbogen zum Straßenverkehrsverstoß nicht und zahlt auch kein Verwarngeld (Uih, war da nicht was in Lünen mit einer Parkkarte?) kann es zum Bußgeldverfahren kommen.
Dann kann der Fall mitunter bei der Staatsanwaltschaft und vor dem Amtsgericht landen.

Zudem gibt es bei Rechtsverstößen im fließenden Verkehr die Besonderheit, dass hier die "Fahrerhaftung" gilt.
Wer also den "Richtigen" anzeigen will, der muss sich dann schon Bemühen den Fahrzeugführer nach seinem Ausweis zu befragen.

Also denken Sie nichts Schlechtes, wenn Sie einen Fußgänger hinter einem Radfahrer durch die Innenstadt hinterherlaufen sehen.
Es könnte ein rechtschaffener Bürger sein, der einen Verkehrsrowdy zur Personalfeststellung verfolgt!



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2 Kommentare
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Volker Dau aus Bochum | 28.11.2017 | 17:14  
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Michael Stasch aus Bergkamen | 28.11.2017 | 21:16  
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