Feuerwehr macht Alarm in Brambauer

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Aktive packten ihre Schutzkleidung in Säcke. Ein Signal an die Politik. (Foto: Magalski)
 
Schlechte Stimmung am Freitagabend bei den Feuerwehrleuten im Gerätehaus. (Foto: Magalski)
In Brambauer brennt die Feuerwehr-Seele! Hintergrund sind Unstimmigkeiten zum Neubau des Feuerwehrhauses im Rat der Stadt Lünen. Freitagabend luden die Feuerwehrleute Vertreter der Politik und Verwaltung zum Krisentreffen an die Wittekindstraße.

Jahre fordern die Ehrenamtlichen im Stadtteil schon ein neues Feuerwehrhaus, denn das alte Domizil an der Wittekindstraße hat seine besten Zeiten längst hinter sich und genügt nicht mehr den gestiegenen Anforderungen. Der Plan für den Neubau – zuletzt war er Thema im Betriebsausschuss der Zentralen Gebäudebewirtschaftung Lünen – fand in den Fraktionen breite Zustimmung. Die Achenbachschule in der Nachbarschaft sollte zunächst eine neue Turnhalle bekommen und nach Abriss der alten Halle wäre dann Platz für den Neubau des Feuerwehrhauses bis zum Oktober des übernächsten Jahres. Donnerstag stand das Projekt mit der aus Sicht der Verwaltung beschlussreifen Vorlage auf der Tagesordnung im Rat – doch dann gab es Unstimmigkeiten über die Entscheidungsbefugnisse. „Die Sozialdemokraten sahen die Zuständigkeit über die Entscheidung zu den Neubauten nicht im Rat, sondern im Betriebsausschuss der Zentralen Gebäudebewirtschaftung Lünen, der positiv über die Projekte beschieden hatte“, heißt es in einer Pressemitteilung der Stadt. In der Folge kam es auf Antrag der Fraktion zu einer Abstimmung über den strittigen Punkt und zur Streichung von der Tagesordnung mit Mehrheit von Sozial- und Christdemokraten.

Heißestes Feuer in Ashoffs Karriere

Die Entscheidung blieb nicht ohne Resonanz. „Die Kameraden sind über die verschiedenen Meldungen sehr irritiert“, so Löschzugführer Uwe Radmacher am Freitag. Aktive des Löschzuges packten – nicht nur als Zeichen an die Politik - ihre Sachen. Schutzkleidung und Helm standen in Säcken bereit für den Rücktritt vom Feuerwehrdienst. „Die Stimmung im Löschzug steht auf Gewitter“, warnte Radmacher. Von Seiten der Politik erwarte man eine klare Position zur Zukunft. Rademacher freute sich über die Solidarität aus den anderen Löschzügen, insgesamt kamen etwa siebzig Personen nach Brambauer. Feuerwehr-Chef Rainer Ashoff fand in einer kurzen Rede vor den Anwesenden ausgesprochen deutliche Worte. Die Situation sei das heißeste Feuer, dass Ashoff in fast vierzig Jahren Feuerwehr habe bekämpfen müssen, „Kameraden wollen ihre Melder abgeben, der Sprecher der freiwilligen Feuerwehr will mir seine Jacke bringen und Löschzugführer von ihren Ämtern zurücktreten“, schilderte Ashoff in Richtung der Politik. Rainer Ashoff rief die Politiker auf, das „große heiße Feuer zu löschen“, sonst sorge man für einen Flächenbrand.

Einigung der Fraktionen auf Sonderratssitzung

Glutnester glimmen bei manchem Feuerwehr-Aktiven sicher weiter, um im Bild zu bleiben, dennoch verhinderte die Entwicklung am Abend wohl den großen Flächenbrand. Bürgermeister Jürgen Kleine-Frauns kündigte nach einem fast halbstündigen Gespräch mit Feuerwehr-Chef Ashoff und den Vertretern der Fraktionen von Christdemokraten, Sozialdemokraten und Gemeinsam für Lünen hinter verschlossenen Türen eine Sonderratssitzung an, dann ist die am Donnerstagabend von der Tagesordnung gewählte Vorlage zum Bau des neuen Feuerwehrhauses wieder Thema. Die Fraktion der Sozialdemokraten, der Wählergemeinschaft Gemeinsam für Lünen und auch der Christdemokraten trage dieses Vorgehen. Kleine-Frauns verdeutlichte am Rande des Termins noch einmal, warum der Neubau zum Tagesordnungspunkt im Rat wurde und seine Rechtsauffassung „Die Zentrale Gebäudebewirtschaftung Lünen ist ein Dienstleister für die Stadt und damit der Bauträger für den Neubau des Feuerwehrhauses, Bauherr aber ist die Stadt. Der Beschluss des Bauherrn fehlte bisher, deshalb brauchen wir die Entscheidung des Rates.“ Ein Haus baue man schließlich auch nicht ohne Zustimmung des Bauherrn.

Zustimmung als Signal an Feuerwehr

Sozialdemokraten und Christdemokraten betonten, ihre Zustimmung zur Sonderratssitzung ändere nichts an ihrer in der Ratssitzung am Donnerstagabend geäußerten Auffassung über die Zuständigkeiten, sondern sei ein Signal an die Feuerwehr. „Wir wollen die Kuh vom Eis holen und werden entsprechend abstimmen“, so die Vertreter der Fraktionen. Montag wolle Kleine-Frauns in der Verwaltung alles für die Sonderratssitzung in die Wege leiten, Termin für die Zusammenkunft ist dann aller Voraussicht nach in etwa zwei bis drei Wochen.

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Klaus Dütsche aus Lünen | 05.05.2016 | 21:24  
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