Hunderte besuchten Demo gegen Rassismus

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Der Marktplatz war am Sonntag voller Menschen.
Sonntag gingen in Lünen viele Menschen auf die Straße - sie demonstrierten vor dem Rathaus gegen Rassismus und für eine bunte Stadt. Auslöser war eine geplante Kundgebung gegen "Islamisierung, Asylwahnsinn und Extremismus" am Hauptbahnhof.

"Unser Zeichen heute - für Demokratie, Vielfalt und Toleranz - ist die große Menge an Menschen hier heute auf dem Willy-Brand-Platz", sagte Rainer Schmeltzer, Minister für Arbeit, Integration und Soziales des Landes Nordrhein-Westfalen und einer der Reder auf dem Marktplatz. Siebenhundert Teilnehmer waren nach Schätzungen der Polizei in die Innenstadt gekommen. "Wir in Lünen brauchen keine falschen, populistischen Belehrungen über Zuwanderung. Wir kennen uns mit Zuwanderung gut aus", so der Minister weiter und nannte als Beispiel auch Lünens Vergangenheit als Bergbaustadt. Schmeltzer appellierte auch an alle Bürger, rechte Hetze im Internet per Screenshot zu sichern und zur Anzeige zu bringen.

Bürgermeister Kleine-Frauns stolz auf Lünen

Jürgen Kleine-Frauns, seit eineinhalb Wochen Bürgermeister von Lünen, gehörte ebenfalls zu den Rednern. "Stolz bin ich auf die Menschen in dieser Stadt, die heute so zahlreich hierher gekommen sind, um ein Zeichen zu setzen für Mitmenschlichkeit, für eine weltoffene und soziale Stadt, für ein Lünen, das keine rechten Aufmärsche und Parolen duldet, für ein Lünen, das sich auch dagegen stellt, wenn von Rechten sogenannte Spaziergänge veranstaltet werden", sagte Kleine-Frauns. Zuwanderung bedeute - und das gehöre zur Wahrheit dazu - nicht nur gelegentlich Herausforderungen und Schwierigkeiten. "Wir haben begriffen, dass wir uns diesen Herausforderungen stellen müssen - aber auch können. Und zwar gemeinsam." Weitere Redner des Nachmittags waren Gürbüz Demirhan, der Vorsitzende des Integrationsrates und Michael Stache, Superintendent in der ständigen Stellvertretung des Evangelischen Kirchenkreises Dortmund.

Ei gegen Demonstranten am Bahnhof

Zur Kundgebung der NRW-Patrioten am Bahnhof waren etwa zwanzig Personen gekommen, nach Angaben der Polizei aber nicht der Anmelder. Reden gab es am Bahnhof nicht. Das Treffen endete nach rund einer Stunde mit einem kleinen Zwischenfall. Aus Reihen der Gegendemonstranten - etwa vierzig Personen waren es direkt am Bahnhof - flog während der Abreise der Demo-Teilnehmer offenbar ein Ei gegen ein Auto. Die Polizei verhinderte den Zusammenstoß zwischen den beiden Gruppen.

Thema "Demo" im Lokalkompass:
> Widerstand gegen Demo an Allerheiligen
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