IGBCE-Podiumsdiskussion zur Bürgermeisterwahl in Lünen-Süd

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Lünen: Bergmannsmuseum | Hatte ich mich bei der IGBCE-Podiumsdiskussion im Bergbaumuseum Lünen-Süd eigentlich auf eine ernstzunehmende Vorstellungsrunde der drei Lüner Bürgermeisterkandidaten von SPD, CDU und GFL inklusive anschließender Diskussion über die Probleme des südlichen Stadtteils gefreut, entwickelte sich diese im Laufe des Abends leider immer mehr zu einem parteipolitischen Rundumschlag der SPD gegen den GFL-Bürgermeisterkandidaten Jürgen Kleine-Frauns. Diesen Eindruck musste der Normalbürger – unter anderem meine Wenigkeit - am Ende der Veranstaltung ohne Zweifel bekommen. Leidtragender war – wie schon angemerkt - der ehemalige SPD-Parteigenosse und jetzige Bürgermeisterkandidat der GFL, Jürgen Kleine-Frauns, der es allerdings bei vielen Themen verstand, den Anwesenden nicht nur nach dem Mund zu reden, sondern seine eigenen Vorstellungen u.a. im Kampf gegen städtische Überschuldung darzulegen. Dass er dabei nicht unbedingt Beifallsstürme bei den überwiegend rot bis tiefrot angehauchten Zuhörern entfachte, lag auf der Hand. Allerdings war er auch der einzige, der auf die parteipolitische Neutralität eines Bürgermeisters hinwies und anmerkte, dass ein Bürgermeister als Chef der Verwaltung für die Umsetzung der im Rat der Stadt gefällten Entscheidungen zu sorgen hat, auch wenn diese Entscheidungen nicht immer deckungsgleich mit seiner persönlichen Meinung sind. Das war einem Teil der Anwesenden jedoch egal und man quittierte fast alle Aussagen von Kleine-Frauns mit feigen und unqualifizierten Zwischenrufen, die offenbar auf die übrigen Zuhörer Eindruck machen sollten.

Schwacher SPD-Kandidat


Im Gegensatz zum Kandidaten der SPD, Rolf Möller, bei dem man den Eindruck haben konnte, nicht er alleine wolle in das Bürgermeisterbüro einziehen sondern gleich mit der gesamten SPD inklusive Jusos, haben Jürgen Kleine-Frauns sowie Arno Feller ihre eigenen und nicht nur parteigeprägten Standpunkte dargelegt. Anstatt mehr über seine Zukunftspläne als möglicher Bürgermeister zu verraten, hörte man von ihm nur, was „wir“ in der Vergangenheit alles geschaffen haben. Dabei sei an dieser Stelle die Frage gestattet, wen er mit „wir“ meinte und warum er über die Vergangenheit redete, obwohl diese im Gegensatz zur Zukunft nicht mehr beeinflusst werden kann? Die gestellten Fragen zur Zukunft der Stadt Lünen beantwortete er ausweichend und hinterließ dabei eine Menge Interpretationsspielraum. Da war der Kandidat der CDU, Arno Feller, schon besser aufgestellt. Er brachte seine eigenen Ideen sachlich und unaufgeregt ein und ließ sich nicht vorschreiben, wie er zu denken hat.

Kopfschütteln über Facebook-Eintrag


Das Tüpfelchen auf dem i war dann noch der im Anschluss eingestellte Facebook-Eintrag der Jusos. Da wurden ausschließlich die gemachten Aussagen von Jürgen Kleine-Frauns dermaßen aus dem Zusammenhang gerissen, dass der unparteiische Betrachter nur noch mit dem Kopf schütteln kann. Ist da bereits jetzt schon Angst vor einer Niederlage des eigenen Kandidaten im Spiel? Schließlich war Kleine-Frauns Stadtverbandsvorsitzender der SPD und irgendetwas muss damals auch den Genossen imponiert haben, sonst hätten sie ihn nicht zu dem gemacht, was er damals war.
Doch, und das wurde dem neutralen Betrachter ganz schnell klar, anstatt Andersdenkende und deren Meinungen zu respektieren, wurden diese durch den Kakao gezogen und dreckige Wäsche aus längst vergangenen Zeiten gewaschen, die man lieber unter vier Augen hätte waschen sollen. Kein guter Stil von Angehörigen einer sogenannte Volkspartei, die ihrem Kandidaten damit einen Bärendienst erwiesen haben!

Zwei Gewinner


Mein persönliches Resümee dieser Podiumsdiskussion sieht dann so aus, dass es an diesem Abend für mich zwei Gewinner gegeben hat. Der eine hat sachlich moderat, der andere leidenschaftlich fundiert argumentiert und beide haben kein rotes Parteibuch.
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6 Kommentare
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Gaby Dengel-Lorenz aus Lünen | 07.05.2015 | 15:05  
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Dirk Schulz aus Lünen | 07.05.2015 | 16:44  
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Klaus Dütsche aus Lünen | 07.05.2015 | 19:37  
1.200
Reiner W. Dzuba aus Lünen | 08.05.2015 | 08:01  
1.200
Reiner W. Dzuba aus Lünen | 08.05.2015 | 08:23  
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Dieter God aus Lünen | 10.05.2015 | 11:32  
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