Minister Schmeltzer fordert mehr regionale Anstrengungen für neue Ausbildungsverträge Spitzentreffen des NRW-Ausbildungskonsenses in Düsseldorf

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Foto: Land NRW / M. Hermenau (Foto: Foto: Land NRW / M. Hermenau)
Das Ministerium für Arbeit, Integration und Soziales teilt mit:

Arbeitsminister Rainer Schmeltzer hat an die Partner des Ausbildungskonsenses Nordrhein-Westfalen appelliert, die eigentlichen Probleme des Ausbildungsmarktes nicht aus den Augen zu verlieren. „Mehr junge Menschen sollen die Chance erhalten, eine Duale Ausbildung in ihrem Wunschberuf aufzunehmen, egal ob sie hier geboren oder hierhin geflüchtet sind“, sagte Minister Schmeltzer nach einem Treffen der Bündnisspitzen in Düsseldorf.

Mit den Handlungsplänen der regionalen Ausbildungskonsense, da sind sich die Bündnispartner einig, ist der richtige Weg beschritten. „Wenn die Pläne verstärkt und konsequent umgesetzt werden, dann werden wir unter dem Strich auch mehr neu abgeschlossene Ausbildungsverträge bekommen. Und das ist die entscheidende Messlatte“, sagte Schmeltzer.

Eines der wichtigsten Vorhaben des Landes befindet sich aus Sicht aller Konsenspartner auf der Erfolgsspur: Mit „Kein Abschluss ohne Anschluss“(KAoA) verbessert Nordrhein-Westfalen den Übergang Schule-Beruf. Seit 2012 durchlaufen Schülerinnen und Schüler in NRW ein System aus Potentialanalysen, Berufsfelderkundungen und Praktika als Orientierung. „Im Schuljahr 2016/2017 wird das Programm „KAoA“ alle rund 175.000 Schülerinnen und Schüler der Jahrgangsstufe 8 erreichen“, gab Schmeltzer bekannt.

Einigkeit herrscht bei den Spitzen des Ausbildungskonsenses, dass auch junge Flüchtlinge ein systematisches Berufsorientierungsangebot erhalten sollen. Vom Land wird derzeit ein maßgeschneidertes Programm für Schülerinnen und Schüler entwickelt, die erst in Klasse 10 in den Regelunterricht einsteigen oder sich in internationalen Förderklassen befinden. Es soll möglichst zum kommenden Schuljahr an den Start gehen. Auch jungen Flüchtlingen müsse der Zugang zur betrieblichen Arbeitswelt ermöglicht werden, erklärte der Minister. Die Betriebe müssten dabei mithelfen und die nötigen Praktika anbieten. Der Übergang in Ausbildung und Beruf könne nur gelingen, wenn alle Akteure am gleichen Strang ziehen.

Die Beschulung von jungen Geflüchteten in den Internationalen Förderklassen im Rahmen der bestehenden Schulpflicht erfolgt aktuell und auch weiterhin bedarfsorientiert. Das Schulministerium betonte, dass sich die Berufskollegs in Nordrhein-Westfalen bemühen, die jungen Geflüchteten fortlaufend und nicht nur zu festgesetzten Einschulungsterminen aufzunehmen.

Die verschiedenen Vorschläge, die von Seiten der Wirtschaft und der Gewerkschaften in den Ausbildungskonsens eingebracht wurden, sollen auf der nächsten Arbeitskreissitzung des Ausbildungskonsenses vertieft diskutiert werden. Hierzu zählt auch die Erweiterung von bereits bestehenden Maßnahmen.

Vereinbart wurde, u.a. auch das wichtige Thema „Sprachkursangebote für Flüchtlinge“ auf Arbeitsebene weiter zu beraten. „Wir brauchen bedarfs- und verantwortungsgerechte Lösungen“, sagte Schmeltzer. „Hier ist besonders der Bund gefordert, der sich deutlich stärker als bisher an der großen Aufgabe der Integration beteiligen muss.“

Vergangene Woche hatte NRW gemeinsam mit anderen Ländern per Bundesratsantrag qualitative und quantitative Verbesserungen bei den Integrationskursen gefordert und eine Erhöhung der Stundenzahl bei den Orientierungskursen von 60 auf 100.

„Das Bundesamt für Migration muss dafür sorgen, dass ausreichend Plätze zur Verfügung stehen. Es kann nicht sein, dass Flüchtlinge etliche Wochen auf ihren Kurs warten müssen“, kritisierte Schmeltzer und kündigte an, dieses Problem auf der nächsten Konferenz der Integrationsminister in Erfurt anzusprechen (16./17. März).
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