Wie die GroKo einen Fachmann im WFG-Aufsichtsrat verhindert

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Politik geht oft seltsame Wege und so mancher Zuhörer staunte in der Ratssitzung am Donnerstag über die sich wieder einmal gefundene Große Koalition (GroKo). SPD und CDU, die dem Bürgermeister fast täglich Stöckchen hinhalten, über die er springen soll, wollen Jürgen Kleine-Frauns nun unbedingt im Aufsichtsrat der Wirtschaftsförderungsgesellschaft des Kreises (WFG) sitzen sehen. Er soll dort für die größte Stadt im Kreis das Aushängeschild sein. Der Bürgermeister könnte sich ja gebauchpinselt fühlen. Tut er aber nicht, weil er gute Argumente dafür hat, den neuen Lüner Wirtschaftsförderer Eric Swehla in den Aufsichtsrat zu schicken.
Der ist der Fachmann und steht vor allem über den Verwaltungsvorstand im engsten Kontakt zu Jürgen Kleine-Frauns. Im Ältestenrat soll sogar Beifall für diese Idee des Bürgermeisters geklatscht worden sein, sagte er dem Rat. Wann bekommt der Bürgermeister schon mal Beifall? Von den Hausteins und Droege-Middels eigentlich nie. Oder beginnt eine neue Ära voller Harmonie und Mehrheitsbeschlüsse für Jürgen Kleine-Frauns? Höchste Vorsicht ist geboten. Wer zehn Jahre lang zusammen im GroKo-Bett gelegen hat, wird schnell rückfällig, wie man jetzt gesehen hat, und zeugt Ungemach. Und man fragt sich ganz nachdenklich mit Blick auf das GroKo-Gebaren: „Wo kommen wir denn dahin, wenn plötzlich Fachleute in die Gremien geschickt werden?“
Wenn nun unbedingt der Bürgermeister in den WFG-Aufsichtsrat soll, müsste umgekehrt nicht auch der Landrat in den Aufsichtsrat der Lüner Wirtschaftsförderungsgesellschaft? Im Übrigen hocken die Bürgermeister der zehn UN-Kreisstädte oft genug zusammen, das muss bei der WFG nicht auch noch sein. Lasst die Fachleute ran, die Bürgermeister haben schon genug zu tun.

Gerd Kestermann
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