Windkraft am Kanalwald in Lünen Gahmen

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Stadtwerke und Behörden ignorieren Naturschutzgesetze

Noch immer liegt keine Genehmigung zum Bau der geplanten Windkraftanlage südlich des Kanalwaldes in Gahmen vor. Doch längst wurden mit der Motorsäge Fakten geschaffen.
Mittlerweile verläuft durch den ökologisch höchst wertvollen Wald eine 20 m breite Schneise direkt an dem Brutplatz eines Habichts vorbei. Weder die Ernennung zum Vogel des Jahres 2015 noch die bestehenden artenschutzrechtlichen Vorschriften konnten ihn davor schützen. Auch das Engagement der ehrenamtlichen Naturschützer lief ins Leere. Zuletzt entschied die Staatsanwaltschaft, dass Einzelpersonen die Beachtung des Naturschutzrechts nicht einklagen können.
Aus Sicht der Grünen sind gesetzliche Vorschriften dafür da, eingehalten zu werden – gleichgültig, ob es um neue Industrieanlagen oder um neue Windenergieanlagen geht.
Deswegen ist es für uns ein Skandal, wenn bestehende Vorschriften in der Praxis ad absurdum geführt werden und die Behörden zur Begründung auch noch anführen: Das haben wir immer so gemacht.
Jetzt wird deutlich, dass es doch besser gewesen wäre, auch in Lünen zunächst ein öffentliches Verfahren zur Ausweisung von Vorrangflächen für Windenergie durchzuführen. Dann hätte zumindest die Chance bestanden, die ökologische Wertigkeit des Kanalwaldes mit seinen alten Eichen- und Buchenbeständen, einschließlich der seltenen Vogelarten, darunter mehrere geschützte Greifvogel- und vier Spechtarten sowie weitere Fledermausarten, bei der Standortfindung zu berücksichtigen. Wir fordern jetzt die Genehmigungsbehörden auf, alle relevanten Hinweise aus Naturschutzkreisen fachgerecht zu prüfen und in die weitere Entscheidungsfindung mit einzubeziehen.
Das prinzipiell sehr begrüßenswerte Engagement der Stadtwerke Lünen im Bereich der regenerativen Energie muss unter Einhaltung der gesetzlichen Vorschriften in der Gesamtbetrachtung ein Gewinn für die Umwelt sein. Das ist nur der Fall, wenn am Ende ein ausgewogener Kompromiss zwischen den Belangen des Natur- und Artenschutzes und der Förderung der Windenergie steht. Dies ist am Kanalwald nachweislich nicht geschehen.
Wer rücksichtslos allein auf die Rendite setzt, hat die Energiewende nicht verstanden.
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Dieter God aus Lünen | 03.04.2015 | 13:27  
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