Sommer birgt Gefahren für Kaninchen

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Kaninchen im Freigehege sind besonders gefährdet, aber auch reine "Haustieren" können sich infizieren, zum Beispiel über Insekten wie Mücken. (Foto: Magalski)
Kaninchen Mümmel frisst am Mittag noch frisches Grün, am Abend liegt das Haustier tot im Käfig. Schuld ist die sogenannte China-Seuche. Gefahr für die Gesundheit droht den Tieren aber vor allem im Sommer auch aus zwei Gründen.

Im Moment häufen sich unter Kaninchen-Besitzern wieder die Berichte über Fälle, mal trifft es ein Tier, mal den ganzen Stall. "Neu ist die China-Seuche nicht, sie taucht immer wieder auf", weiß Tierärztin Dr. Barbara Seibert aus Lünen. Symptome zeigen die Kaninchen oft gar nicht, möglich sind aber apathisches Verhalten, Atemnot blutiger Nasenauswurf oder Blut im Urin. Eine Behandlung ist nicht möglich, ist ein Tier erkrankt, bedeutet das in aller Regel den Tod. Die Übertragung der Krankheit läuft zum Beispiel über stechende Insekten wie Mücken, das erklärt die Häufung in den Sommermonaten. Löwenzahn von Wiesen oder anderes frisches Grünfutter kann ebenfalls Träger des Erregers sein und sollte deshalb gut gewaschen werden, als sicher gilt Heu. "Kaninchen-Besitzer sollte ihre Tiere auf alle Fälle impfen, das bietet aufgrund der Möglichkeit von Mutationen zwar keinen hundertprozentigen Schutz, aber geimpfte Tiere sind grundsätzlich besser geschützt", rät Seibert. Die Impfung empfiehlt sich aufgrund der Ansteckungsgefahr über stechende Insekten auch für reine Wohnungskaninchen.

Myomatose und Fliegenlarven

Die Tierschützer der Arche 90 befolgen diesen Rat schon von sich aus, jedes Kaninchen, dass in eine Pflegestelle des Vereins kommt, muss zur Impfung zum Tierarzt. "Unsere Tiere impfen wir alle gegen China-Seuche, aber auch Myxomatose", so Gabi Bayer von der Arche. Myxomatose ist ebenfalls eine tödliche Kaninchen-Seuche, charakteristische Anzeichen sind entzündete Augen oder auch geschwollene Genitalien. Übertragungsweg sind auch bei der Myxomatose häufig wieder stechende Insekten. Tierärzte bieten eine Impfung gegen den Erreger. Fliegen können zwar nicht stechen und doch droht Langohren weitere Gefahr. "Viele Kaninchen-Halter wissen es gar nicht, aber gerade im Sommer sollte man etwa alle zwei Tage schauen, dass das Fell rund um den Po nicht mit Kot verschmiert ist und es in diesem Fall gründlich säubern" erläutert Tierschützerin Gabi Bayer. Denn Fliegen legen an dieser Stelle gerne ihre Eier ab, das Ergebnis ist am Ende der Befall des Genitalbereiches mit Maden - eine gefährliche Situation.

Thema "Tiere" im Lokalkompass:
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1 Kommentar
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Torsten Richter-Arnoldi aus Hattingen | 05.07.2016 | 18:16  
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