Stadt zeigt Müllsündern die rote Karte

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In Selm kontrollieren ab Juli Mitarbeiter der Müllabfuhr die Tonnen. (Foto: Magalski)
Biomüll gehört in die Tonne mit dem grünen Deckel. Wertstoffe in die gelbe Tonne. Ein Kinderspiel. In Selm gibt es aber - wie auch in anderen Städten des Kreises Unna - zunehmend Probleme mit falschen Abfall. Die Stadt geht nun in die Offensive.

Mülltrennung lernen Kinder schon in der Schule, doch viele Erwachsene haben die Regeln offenbar entweder vergessen oder schlicht keine Lust auf das leidige Thema. "Abfall landet oft in den falschen Tonnen, das beginnt bei Windeln in der gelben Tonne, Porzellan und Glas, Staubsaugerbeuteln und Kleidung oder auch Restmüll in der Biotonne", umreißt Stadtwerke-Geschäftsführer Stephan Schwager die Thematik. Diese Mischung treibe die Kosten in die Höhe, das gehe zu Lasten aller Bürger und damit auch der vorbildlichen Müll-Trenner. Fremdkörper im Biomüll sorgen außerdem bei der Kompostierung für Probleme, der eigentlich gute Kompost findet dann keine Abnehmer. Schluss damit, sagt Selm und geht im ersten Schritt mit dem Problem an die Öffentlichkeit. Stadt und Stadtwerke hoffen schon so auf Einsicht und bessere Ergebnisse. Allerdings: Vertrauen ist gut, Kontrolle ist besser - das sagt schon das alte Sprichwort.

Keine Biomüll-Tüten im Kreis Unna

Im Juli startet deshalb der zweite Schritt auf dem Weg zum gut sortierten Müll. Mitarbeiter der Stadtwerke kontrollieren vor der Leerung die Tonne, finden sie dabei falsche Abfälle in einer Tonne, gibt es die gelbe Karte. "Die Tonne bekommt in diesem Fall einen Aufkleber, auf dem angekreuzt ist, welche Art von Müll der Mitarbeiter in der Tonne gefunden hat, der dort nicht hinein gehört", erklärt Stephan Schwager das System. Die Tonne bleibt stehen, der Besitzer muss den falschen Abfall aussortieren und ist dann alles okay, landet der Inhalt bei der nächsten Leerung auf dem Müllwagen. Weitere Konsequenz: Der Fall wird dokumentiert und wie beim Fußball folgt beim nächsten Regelverstoß die rote Karte. Bio- und Wertstofftonne können dann von den Stadtwerken eingezogen werden, der Kunde zahlt dann für mehr Restmüll-Kapazitäten. "Ich hoffe aber, dass wir diese letzte Möglichkeit in Selm nicht nutzen müssen", so Schwager. Im Kreis Unna dürfen übrigens auch die im Handel erhältlichen Biomüll-Tüten aus speziellem Kunststoff nicht in die grüne Tonne. Der Grund: Die Tüten werden nicht ausreichend zersetzt, ihre Reste finden anschließend im Kompost.

Thema "Müll" im Lokalkompass:
> Hunderte putzten am Wochenende ihre Stadt
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