Veggie-Selbstversuch: Wenn der Krieger kein Fleisch mehr isst

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Eine Variaton der Figur „Krieger 2“: Susan Napierala brachte Holger Schmälzger mit Yoga zum Schwitzen. (Foto: Magalski)
Elf Tage des vegetarischen Selbstversuchs sind rum. Was mir vorher nicht bewusst war: Fleischlose Ernährung liegt im Trend. Nicht nur bei weiblichen Teenagern & Ökos, wie es das Klischee meint. Das Thema ist allgegenwärtig, u.a. Kernpunkt der Aktionen zum Welthungertag in Lünen (Artikel auf Seite 5), auch der Stern hatte es zuletzt als Titelthema.

Der Fleischverzicht fällt mir weiter nicht schwer, weshalb ich ins Grübeln komme. Was mache ich nach dem Selbstversuch? Weniger Fleisch zu essen, dabei mehr auf Qualität zu achten, ist ohnehin mein Ziel. Ein Teil meines Ichs kann sich aber jetzt schon vorstellen, komplett auf die vegetarische Seite zu wechseln. Mit Protest ruft ein anderer Teil von mir: „Was machst Du im Sommer beim ach so geliebten Grillen?“
Fragen über Fragen, die ich mir vorher als Vollkonsument nie gestellt habe. Weshalb ich jedem so einen Selbstversuch nur ans Herz legen kann, denn nur aus der eigenen Erfahrung kann man wirklich lernen.

Diese Woche kam ich zu einer weiteren neuen Erfahrung. Yogalehrerin Susann Napierala hatte mich im Rahmen meines Veggie-Monats zu einer Stunde in ihr Studio „Yoga Kuss“ in Lünen eingeladen. Und Yoga küsste mich: Erst anstrengend, dann entspannend! Am Ende ist man erfrischt und nicht so geschafft, wie ich es vermutet hatte. Yoga macht definitiv Spaß und ist nicht nur was für Frauen und Extrem-Esotheriker.

Warum Vegetarismus perfekt zu Yoga passt, erklärte mir Susan Napierala ebenfalls. „Vom Prinzip her soll man alle Lebewesen schätzen und nicht essen, nichts Schlechtes von gequälten Lebewesen aufnehmen, um rein zu sein.“ Man bemüht sich nicht nur körperlich, Yoga ist ein Lebensgefühl. Eben eine indische philosophische Lehre.
Wobei auch hier jeder seinen eigenen Weg finden sollte, betont die sympathische Lüner Yogalehrerin. Sie selbst ist Vegetarierin, ihr Mann und ihre Kinder essen auch Fleisch. Ohne Familienzoff.

„Man sollte es nicht streng vorschreiben. Wichtig ist ein gesundes Mittelmaß. Man kann Stück für Stück etwas ändern“, so Napierala. Vegane Ernährung wäre perfekt, das sei aber zum Teil auch eine kleine Kostenfrage. „Und außerdem esse ich Käse viel zu gerne“, so Napierala.

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