Zebrastreifen: "Vorrang haben Fußgänger"

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Kontrollen der Polizei an Schulwegen gibt es regelmäßig, gerade jetzt zum Start ins neue Schuljahr. (Foto: Magalski)
Mittagszeit. Schulschluss. Minuten später wird es voll am Zebrastreifen an der Cappenberger Straße. Schüler auf dem Heimweg, viele auf dem Fahrrad.

Der Zebrastreifen bedeutet Sicherheit beim Überqueren der Straße, das steckt tief drin in vielen Köpfen. Ob Schüler oder Senioren. Wer sich am Überweg aber nicht richtig verhält, der setzt seine Sicherheit und unter Umständen sogar sein Leben aufs Spiel. Der Streifenwagen und die Männer in Uniform vor der Tankstelle sind kaum zu übersehen und das ist gewollt: Strafzettel gibt es nicht für das falsche Verhalten am Zebrastreifen, den Polizisten geht es an diesem Tag um aufklärende Gespräche und im besten Falle letztlich die Einsicht. Immerhin geht es um nicht weniger als die eigene Gesundheit. Im letzten Jahr kam es in Lünen zu acht Unfällen auf dem Schulweg und auch in diesem Jahr zeigt die Statistik leider keine "Null". Im Juni verunglückte an diesem Zebrastreifen an der Cappenberger Straße eine junge Radfahrerin auf dem Schulweg. Ein Auto erfasste die Elfjährige auf dem Überweg. Im Pressebericht schrieb die Polizei später, dass das Mädchen über den Zebrastreifen fuhr. Das Kind erlitt schwere Verletzungen.

Vorrang am Zebrastreifen haben nur Fußgänger

"Vorrang am Zebrastreifen haben rein rechtlich nur Fußgänger", erklärt Rainer Strehl, Verkehrssicherheitsberater bei der Polizei Dortmund. Im Umkehrschluss heißt das: Wer im Sattel über den Zebrastreifen fährt, hat keine Vorrechte. "Absteigen und schieben", schildert Strehl das richtige und sichere Verhalten und zudem solle man am Zebrastreifen so lange warten, bis die Fahrzeuge in beiden Fahrtrichtungen stehen. "Autofahrer müssen zwar immer damit rechnen, dass ein Radfahrer plötzlich auf den Zebrastreifen fährt und sollten entsprechend aufmerksam sein, aber das ist eben keine Garantie für eine sichere Überquerung." Zwei Mädchen nähern sich auf ihren Fahrrädern dem Zebrastreifen, sehen im letzten Moment den Streifenwagen und springen aus dem Sattel. Grinsend schieben die Schulfreundinnen die Räder über die Straße, das entgeht auch nicht den Polizisten auf der anderen Seite. Ob sie auch abgestiegen wären, wenn sie nicht die Polizei auf der anderen Seite gesehen hätten? Die Schülerinnen drucksen etwas herum und grinsen weiter, aber auch ohne Worte ist längst allen klar: Absteigen ist kein Standard.

Tipps der Polizei für sicheren Schulweg

• Üben Sie mit Ihrem Kind den Schulweg und sprechen Sie über Gefahrenstellen.

• Trainieren Sie alternative Strecken, falls Ihr Kind den gewohnten Weg nicht gehen kann.

• Auch wenn die Ampel "Grün" zeigt, sollte Ihr Kind nicht ohne Blick nach rechts und links loslaufen.

• Achten Sie vor allem in der dunklen Jahreszeit auf helle Kleidung. Reflektoren verstärken die Sichtbarkeit.

• Halten Sie sich an Halteverbote im Eingangsbereich von Schulen, damit die Schüler nicht durch "Elterntaxis" gefährdet werden.

• Denken Sie daran, dass Kinder durch ihre geringere Körpergröße eine völlig andere Perspektive haben. Erklären Sie daher betont "kindgerecht" und auf "Augenhöhe". Achtung Autofahrer, hier sollte man besonders aufmerksam fahren.

Thema "Verkehr" im Lokalkompass:
Kommentar: Rücksicht auf den Nachwuchs
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