Budo-Grossveranstaltung an der Dammwiese

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Die Teilnehmer
 
Bei der Eröffnung
Bereits am 21. und 22.04.2018 fand an der Dammwiese in Lünen-Süd eine Budo-Großveranstaltung statt: Es trafen sich Vertreter verschiedenster japanischer Kampfkünste zu einem gemeinsamen Lehrgang.

Am Samstag morgen eröffnete der erste Beigeordnete der Stadt Lünen Horst Müller-Baß  das Budoseminar des Kokusai Budo Koenkai, des Fördervereins für japanische Kampfkünste.

Die Aikido-Gemeinschaft Lünen richtete für den Kampfkunst-Verband einen besonderen Lehrgang aus: Sportler der Disziplinen Karate, Aikido, Iaido, Kyusho Jitsu und Judo hatten Gelegenheit, sowohl in ihrer gewohnten Disziplin zu trainieren als auch an Lehreinheiten der anderen angebotenen Kampfkünste teilzunehmen.

Hochrangige Lehrmeister waren zugegen:

Für Karate: Shihan Walter Smigielski aus München, 7. Dan Karate in den Stilen Goju-Ryu und Shotokan Karate.

Für Aikido: Stefan Borchers aus Göttingen, 5. Dan Aikido und
Jürgen Feldmann, 5 Dan Aikido aus Lünen

Für Iaido: Peter Güthing aus Regensburg, 4. Dan Iaido und 4. Dan Karate, und
Peter Breit, 3 Dan Iaido aus Fürth

Für Kyusho Jitsu: Daniel Rieß, 2. Dan Kyusho Jitsu aus Nürnberg

für Judo: Heike Tatsch, 1. Dan Judo aus Lünen.

Auf den ersten Blick sind diese Kampfkünste völlig unterschiedlich: Karate nutzt in erster Linie Schlag-, Stoß-, Tritt- und Blocktechniken sowie Fußfegetechniken. Aikido kennt keine Schläge und Tritte, nutzt man hier nur die Energie des Angreifers um ihn zu Fall zu bringen oder seine Gelenke zu verhebeln. Judo setzt auf Haltegriffe, Würfe und Würgetechniken.

Kyusho-Jitsu beschäftigt sich mit Schlägen und Griffen auf Nerven- und Vitalpunkte des Körpers und wie sie in der Selbstverteidigung zu nutzen sind.

Iaido ist die Kunst des Umganges mit dem Katana, dem japanischen Samurai-Schwert.

Außer dass alle Disziplinen aus Japan stammen, dem “Budo” zugehörig sind und somit nach ihrer ursprüglichen Wortbestimmung auch ein Weg zur Selbstverwirklichung und Selbstkontrolle darstellen, lernten die Teilnehmer zahlreiche andere Gemeinsamkeiten kennen.

Viele Techniken der Selbstverteidigung haben ihren Ursprung in der Schwertkunst. Grundlegende Prinzipien sind ähnlich: Zum Beispiel einen Angreifer aus dem Gleichgewicht oder in eine unvorteilhafte Position zu bringen. Die Möglichkeit, in andere Stilrichtungen hereinzuschnuppern wurde von den gut 70 Teilnehmern des Lehrganges aus ganz Deutschland und dem benachbarten Ausland rege genutzt. Beim Blick über den Tellerrand erkannte manch ein erfahrener Kampfkünstler bekannte Elemente wieder.

Auch eine Kindermatte gab es, auf der jeder Lehrer in seiner Disziplin eine Einheit gab.

Höhepunkt der Veranstaltung war eine gemeinsame Trainingseinheit, in der die jeweiligen Meister spektakuläre Beispiele ihres Könnens zeigten.

Peter Güthing, Verfasser einer Buchreihe zum Iaido mit dem Titel “Muso Jikiden Eishin Ryu Iaido” führte mit beeindruckender Präzision seinen Umgang mit dem Samurai-Schwert vor.

Daniel Rieß demonstrierte, wie er mit Leichtigkeit jemanden kurzzeitig in Bewußtlosigkeit versetzen kann. Seine Lehrgänge waren stets gut besucht, wurden von dem erfahrenen Lehrer zugleich auch Gesundheitstipps und Techniken zur Linderung von Beschwerden und Schmerzen gegeben.

Walter Smigielki demonstrierte mit eindrucksvollen Techniken das Wesen und die Unterschiede von Gojo-Ryu und Shotokan Karate. Er führte die Schnittstellen zu anderen Kampfkünsten und Gemeinsamkeiten in den Techniken vor.

Zu der Entscheidung, Karate 2020 bei den Olympischen Spielen in Tokyo erstmalig als olympische Disziplin zu etablieren, fand er kritische Worte. Das Reglement beschneide die Kampfkunst und führe weg vom ursprünglichen Sinn des Karate. Er demonstrierte dies nachvollziehbar, indem er verschiedene Techniken zunächst traditionell, dann nach den olympischen Reglements vorführte. 

Die Teilnehmer waren vom Lehrgang begeistert und die Aikido Gemeinschaft Lünen sagte zu - obwohl dies nicht geplant war - die Veranstaltung in zwei Jahren zu wiederholen. Auch kam man überein, diese gemeinsamen Lehrgänge der Budo-Disziplinen regelmäßig durchzuführen.

Mehr Infos und Bilder finden Sie unter www.aikido-luenen.de
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