Diese Jungs schieben keine ruhige Kugel

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Joel Simon vom PBC.
 
Geballte Ladung: Beim Anstoß geht es kräftig zur Sache.
Es ist eine Sportart, die fast unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattfindet, das heißt jedoch keinesfalls, dass Poolbillard uninteressant wäre. Im Gegenteil. Dazu ist es ein Sport, bei dem jeder Mann und jede Frau in eigentlich jedem Alter einsteigen kann.

Der Eingang liegt im Hinterhof, die Vorhänge sind zu jeder Tageszeit zugezogen. Wer nach dieser Beschreibung jetzt dubiose Hinterzimmergeschäfte erwartet, ist völlig falsch gewickelt. Im Innenbereich lädt nämlich zunächst ein freundlich gestalteter Gemeinschaftsraum mit Tresen und Sitzgelegenheiten ein. Dazu gibt es zwei Billardzimmer, die etwas abgedunkelt sind und so kommt die direkte Beleuchtung der Billardtische bestens zur Geltung. Das ist das Zuhause des 1. PBC Lünen 78/09.

Der Billardsport hat in Brambauer eine besondere Geschichte. Der PBC Brambauer spielte von 1997/98 bis 2011 in der 1. Bundesliga. Dazu heimsten Spieler diverse Titel bei Deutschen Meistrschaften ein. Im August 2009 fusionierte der PBC Brambauer mit dem BC Black Ball Lünen – der PBC Lünen 78/09 war geboren. Der Verein will Sport und Spaß miteinander verbinden.
Ob im Ligabetrieb oder einfach aus Lust und Laune: beim PBC sind alle willkommen. Vier Teams greifen im Spielbetrieb an, zwei in der Landesliga, zwei in der Oberliga. „Auf die Oberliga-Teams sind wir schon ein bisschen stolz“, so Daniel Bühren, 2. Vorsitzender über den Auftritt in der vierthöchsten deutschen Spielklasse. Bühren selbst spielt in der 2. Mannschaft, der 31-Jährige ist seit 18 Jahren am Ball bzw. an der Kugel.

Eins haben alle der 46. Mitglieder des PBC gemeinsam, es geht darum möglichst viele der richtigen Bälle einzulochen. Am besten ohne, dass der Gegner überhaupt zum Zug kommt. Die Dizsiplinen heißen „14.1“, „8-Ball“, „9-Ball“ und „10-Ball“. Unterschiedlich ist die Reihenfolge, in der die numerierten Bälle versenkt werden müssen. „8-Ball ist die Disziplin, die viele ein bisschen aus der Kneipe kennen“, so Bühren. Nach dem Anstoß darf sich der Spieler, der an der Reihe ist, aussuchen, ob er die Halben oder Vollen spielen möchte – unabhängig davon, welche Kugeln beim Anstoß versenkt wurden. Die schwarze Acht ist als letzte Kugel an der Reihe. Sie darf mit Ansage und direkt mit der weißen Kugel angespielt in jedem Loch versenkt werden.
Das Spielmaterial ist überschaubar, ein Tisch, ein Satz Kugeln und ein „Queue“ (der Stab, mit dem gestoßen wird). An der Queue-Spitze sitzt die „Pomeranze“, sie wird mit blauer Kreide eingerieben, damit man der weißen Spielkugel Effet mitgeben kann.

Die Faszination des Sports: „Es ist ein Ausgleich, es ist der Sport der Gentlemen und es macht einfach Spaß“, erklärt Bühren. Die Kombination aus Konzentration und Genauigkeit, dazu der Wettkampf, das mache Poolbillard aus. Dazu sollte man auch etwas von Physik verstehen. Denn ob mit Effet oder Bande, wie die Kugeln sich verhalten, lernt man im Laufe der Zeit. „Dazu muss man das Spiel auch lesen können“, sagt der 2. Vorsitzende des PBC. Die Konstellation der Kugeln auf dem Tisch – das sogenannte „Bild“ – muss analysiert werden, denn ein guter Spieler plant bereits im voraus, welche Kugeln er in den nächsten Aktionen spielen will und legt sich die weiße Spielkugel dementsprechend zurecht.

Auch in Sachen Finanzen muss der PBC vorausschauend denken. Der Verein finanziert sich komplett durch die Beiträge. Weshalb auch Sponsoren sehr gerne willkommen wären. Neben den Mietkosten, muss auch die Beschaffenheit der Tische stets auf Wettkampfniveau sein. „Ein Tisch kostet ca. 3.000 Euro, dafür hält er sehr lange. Aber einmal im Jahr müssen sie neu bezogen werden“, erläutert Daniel Bühren. Pro Bezug und Tisch macht das 300 Euro, bei fünf Tischen fallen also jährlich 1.500 Euro an.

Jung und alt spielen beim PBC gemeinsam. Vom 18-jährigen bis zum weit über 80-Jährigen. So wie Karl-Heinz, er ist Ehrenmitglied und versenkt die Kugeln immer noch reihenweise. Denn eine „ruhige Kugel“ schieben, das können Billardspieler selbst im hohen Alter nicht, wenn das Fieber sie erst mal gepackt hat.
„Frauen haben wir leider nicht im Verein. Leider“, betont Bühren. Neue weibliche Poolbillardspielerinnen wären aber, ebenso wie männliche, sehr gerne gesehen.

Wer also Interesse am Billardsport hat, kann einfach beim PBC Lünen vorbeischauen und es ausprobieren. Neue Mitglieder sind stets willkommen. PBC Lünen, Königsheide 59, 44536 Lünen. Tel. 0231 / 87 70 19 2 oder per Mail an pbc-luenen7809@t-online.de.

Interesse am Poolbillard?
> Hier geht's zur Homepage des PBC Lünen

Mehr zum Thema Sport in Brambauer:
> Der BVB schlägt den BVB mit 3:1
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