Ausstellung CHINA 8 im Skulpturenmuseum Glaskasten Marl. Die angehaltene Zeit – Video und Sound 15. Mai bis 13. September 2015

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Zhang Ding (Foto: Stiftung für Kunst und Kultur e.V. Bonn)
 
Song Dong (Foto: Stiftung für Kunst und Kultur e.V. Bonn)

Im Rahmen der Ausstellung CHINA 8 sind ausgewählte dokumentarische Arbeiten zusehen. Dabei ist das dokumentarische Festhalten nie neutral. Die Themen der Videos sind äußerst vielfältig und beschäftigen sich mit gesellschaftlichen Phänomenen. Die sich rasant ändernden Lebensbedingungen, ob in der Arbeitswelt oder im Privaten, sind für viele der gezeigten Videos zentral. Auf der einen Seite profitiert die junge Generation vom wirtschaftlichen Erfolg Chinas, auf der anderen Seite quält sie sich mit der Frage, welche politischen, sozialen und moralischen Werte noch gelten. Direkte politische Opposition wird vermieden, doch lassen sich viele Werke in ihrer intensiven, teilweise auch poetischen Auseinandersetzung als eine kritische Begleitung des zeitgenössischen Alltags lesen

Der Künstler Yang Zhenzhong widmet sich mit seiner Videoarbeit „Exam“ dem Gedanken des Funktionierens ohne zu Begreifen. Yi Lian lässt in seinen dokumentarisch präzisen Nachtaufnahmen eine surreal-traumhafte Atmosphäre entstehen und verwischt mit seiner Arbeit „Undercurrent“ die Grenzen zwischen Traum und Alptraum. Zhang Peili gehört zu den wichtigsten Gegenwartskünstlern Chinas, in Marl sind Arbeiten aus unterschiedlichen Schaffensphasen zu sehen, die alltägliche Begebenheiten durch die Wiederholung ad absurdum führen, oder aber Kritik nehmen am hohlen Beifall in Gesellschaftssystemen.
Zhang Ding, geprägt von der Popkultur und der persönlichen Überzeugung, dass Musik die Kraft entwickeln kann, eine politische Aufbruchsstimmung zu befeuern, präsentiert in Marl eine maschinenartige, futuristische Klangskulptur, die wie eine Mischung aus Resonanzkörper und gehaltvoller Lautsprecher-anlage wirkt, aber mit beruhigenden Frequenzen eine meditative Stimmung entstehen lässt. Zu sehen sind in Marl insgesamt vierzehn Positionen, Momentaufnahmen, Dokumente einer angehaltenen Zeit.

Ausstellung CHINA 8 im Skulpturenmuseum Glaskasten Marl mit Arbeiten von:

Chen Xiaoyun, Fang Lu, Hung Keung, Kan Xuan, Li Ming, Shen Chaofang, Song Dong, Wang Gongxin, Yang Fudong, Yang Yongliang, Yang Zhenzhong, Yi Lian, Zhang Ding, Zhang Peili

CHINA 8 – ZEITGENÖSSISCHE KUNST AUS CHINA AN RHEIN UND RUHR
8 STÄDTE, 9 MUSEEN, 120 CHINESISCHE KÜNSTLERINNEN UND KÜNSTLER, 500 WERKE – ERSTMALIG IN DEUTSCHLAND ZU SEHEN. CHINA 8 IST DIE BISLANG GRÖSSTE MUSEALE SCHAU ZEITGENÖSSISCHER KUNST AUS CHINA.

gemeinsames internationales Ausstellungsprojekt


Die Kunst- und Kulturlandschaft an Rhein und Ruhr ist mit ihren zahlreichen Museen und hochkarätigen kulturellen Einrichtungen in dieser Dimension weltweit einmalig. Das Europäische Kulturhauptstadtjahr RUHR.2010 war ein wichtiger Meilenstein für die überregionale Wahrnehmung dieser reichen Kulturlandschaft. Im Sinne der Nachhaltigkeit von RUHR.2010 strebten die Museen auf Initiative der Stiftung für Kunst und Kultur e.V. ein gemeinsames internationales Ausstellungsprojekt an. Mit „CHINA 8 – Zeitgenössische Kunst aus China an Rhein und Ruhr“ ist es nun gelungen, diese Idee zu realisieren: Acht Städte an Rhein und Ruhr, neun Museen, rund 120 Künstlerinnen und Künstler – die bislang größte museale Bestandsaufnahme zeitgenössischer chinesischer Kunst weltweit.

CHINA 8 – Einladung zum kulturellen Dialog

Darüber hinaus ist CHINA 8 auch aus kulturpolitischer Sicht für das Land Nordrhein-Westfalen von besonderer Bedeutung. Erstmalig seit RUHR.2010 engagieren sich neun Museen in acht Städten gemeinsam für ein internationales Ausstellungsprojekt, das zum kulturellen Dialog zwischen Asien und Europa, China und Deutschland einlädt. Es gibt viele Parallelen: Die Metropole Ruhr, der größte Ballungsraum Deutschlands mit rund
5,1 Mio. Einwohnern, befindet sich inmitten eines Strukturwandels. China vollzieht diesen Strukturwandel in gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und kultureller Hinsicht in einem atemberaubenden Tempo. Dies reflektieren die Künstlerinnen und Künstler mit ihren Arbeiten.

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