Ausstellung zu den „Marler Medienkunst-Preisen 2013“ im Skulpturenmuseum Glaskasten

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Gibt es zwischen Klangkunst und Videokunst genug inhaltliche, formale und technische Gemeinsamkeiten, um die zu beiden Genres vom Skulpturenmuseum Glaskasten traditionsreich ausgerichteten Wettbewerbe zusammen auszustellen? Diese Frage will die aktuelle Präsentation von 37 Arbeiten beantworten, die aus rund 550 internationalen Einsendungen aus über 40 Ländern von zwei Jurys ausgewählt wurden und im Skulpturenmuseum, im Grimme-Institut und in einigen temporär leerstehenden Ladenlokalen im Marler Stern zu erleben ist. Bei der Eröffnung am 20. Oktober 2013 werden die Preisträger der Öffentlichkeit vorgestellt.

Seit 1984 gibt es den im Skulpturenmuseum Glaskasten Marl beheimateten Video-Kunst-Preis, seit 2002 den gemeinsam mit WDR 3 ausgeschriebenen Klangkunst-Preis, der im kommenden Jahr zum EUROPEAN SOUNDART AWARD weiterentwickelt wird – und zum ersten Mal werden beide Medienkunstsparten in diesem Jahr zusammen gezeigt. Dafür hatten die beiden erstmals international ausgeschriebenen Wettbewerbe die gleiche inhaltliche Vorgabe: Die eingereichten Arbeiten sollten sich thematisch, formal oder in ihrer Präsentation auf den (musealen) Raum beziehen. Letzteres bedeutet, dass nicht das Kino oder der Konzertsaal ihr idealer Präsentationsort ist, sondern das Museum, in dem der Besucher frei durch die Ausstellung schlendern kann, intuitiv einen Überblick gewinnt, um sich dann ein Kunstwerk auszusuchen und konzentriert anzuschauen.
Die durch die Ausschreibung vorgegebene Beschäftigung mit dem Thema „Raum“ wurde auf inhaltlicher Ebene bei der Auswahl recht weit interpretiert. Abgeleitet ist das Thema durch das für das Museum namensgebende künstlerische Medium, der Skulptur, die durch ihre „Rundumansichtigkeit“ schon per se Raum braucht. Einige Video- und Klangarbeiten beschreiben Raum zum Beispiel als Landschaft, in der etwas passiert. Ausgewählt wurden sie dann, wenn – neben der vorrangigen künstlerischen Qualität – die Landschaftsbeschreibung wie ein Mitakteur anzusehen ist (ein See bei Lukas Marxt) oder zur Bühne wird (eine desolate Wohnsiedlung im irischen Cork bei Nicolas Carrier). Der landschaftliche Raumbezug kann auch der Stadtraum sein, auf den die Protagonistin blickt, während sie ihn beschreibt (die chinesische Stadt Chongqing bei Neringa Naujokaite) oder unmittelbar der Creiler Platz vor dem Marler Rathaus, der akustisch belebt und aufgeladen wird (durch das Megaphon von Benny Nemerowski Ramsey).
Die Erweiterung des Präsentationsraumes über das Museum hinaus in die Stadt ist auch programmatisch zu verstehen, denn neben der Tatsache, dass Medienkunst wegen ihrer akustischen Dimension viel Platz braucht, wenn man nicht immer auf Kopfhörer angewiesen sein möchte, ist Videokunst besonders gut geeignet, im öffentlichen Raum außerhalb des Museums ein erweitertes Publikum anzusprechen. Allerdings dürfen die Werke dafür nicht zu lang sein – Video und Klangkunst sind zeitbezogene Medien.
Letztlich wird die Frage, ob die inhaltliche Vorgabe in der Mischung der ausgewählten Arbeiten eingehalten wurde, erst in ihrem Zusammenspiel in der Ausstellung beantwortet. Das Thema „Raum“ ist auch der Versuch, neben den beschriebenen Anschlüssen eine Vorgabe für den Wettbewerb zu machen, die interkulturell verständlich ist, ohne zu eng gefasst und damit zu begrenzend zu sein.

Eröffnung und Preisverleihung: Sonntag, dem 20. Oktober 2013, 12 Uhr
Dauer der Ausstellung: 20. Oktober 2013 – 12. Januar 2014

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