Das Grimme-Institut in Marl hat jetzt die Nominierungen zum 51. Grimme-Preis 2015 bekannt gegeben.

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Das Grimme-Institut hat jetzt die Nominierungen zum 51. Grimme-Preis 2015 bekannt gegeben. (Foto: Marl)
 
Grimme-Direktorin Frauke Gerlach (Foto: Grimme)

Das globale und politische Zeitgeschehen bestimmt noch stärker als in den Vorjahren das Programm des deutschen Fernsehens. Zu diesem Schluss kommt das Grimme-Institut bei der Bekanntgabe der Nominierungen für den 51. Grimme-Preis.

„Der Bürgerkrieg in Syrien und die Lage im Nahen Osten und der arabischen Welt haben vor allem die Informations- und Dokumentationsprogramme des Fernsehjahrs 2014 nachhaltig geprägt. Auffallend ist, dass sich die Thematik teilweise bis in die Unterhaltungs- und Kabarettformate durchzieht“, sagte Grimme-Direktorin Frauke Gerlach.

„Insgesamt erweist sich auch 2014 als ein sehr ertragreiches Fernsehjahr, bei der sich die Fiktion weiter eher an bewährten Genres wie dem Krimi hält und die Auseinandersetzung mit gesellschaftlich relevanten Stoffen etwas zurückgeht“, so Gerlach.

Aus den 700 von den Nominierungskommissionen gesichteten Vorschlägen können sich 62 Produktionen Hoffnung auf eine Auszeichnung bei der Preisverleihung am 27. März 2015 in Marl machen.

Im Wettbewerbskontingent Fiktion sind 20 TV-Produktionen für einen Grimme-Preis nominiert. Dabei liegen Krimistoffe und historische Ereignisse wie der Mauerfall 1989 („Bornholmer Straße“, MDR/Degeto/rbb), die „Spiegel-Affäre“ (BR/ARD Degeto/WDR/ARTE) oder die Konfrontation von Opfern und Tätern des NS-Regimes („Das Zeugenhaus“, ZDF) weiter hoch im Kurs. Filme wie „Be my Baby“ (ZDF), „Monsoon Baby“ (BR) oder „Neufeld, mitkommen“ (WDR) spiegeln daneben die familienpolitische Debatte zu Themen wie Behinderung, Adoption und Mobbing. Im Bereich "Serien und Mehrteiler" hat die Nominierungskommission das Integrations-Mockumentary „Endlich Deutsch“ (WDR), die fiktive Aufarbeitung der Pleite der Drogeriekette Schlecker („Alles muss raus – eine Familie rechnet ab“, ZDF) sowie den historischen deutsch-deutschen Dreiteiler „Tannbach“ (ZDF) vorgeschlagen. Für Sonderpreise ist neben den Schauspielern Christina Große (u.a. „Spreewaldkrimi“, „Be my Baby“) und Alexander Held (u.a. „Die Spiegel-Affäre“, „Tatort: Im Schmerz geboren“) auch der Drehbuchautor Jürgen Werner für die Bücher zu den ersten vier Dortmund-„Tatorten“ nominiert.
Im Bereich Information & Kultur wurden ebenfalls 20 Produktionen benannt. Darunter fallen unter anderem „Sterben für Allah“ (HR/BR/SWR), „Die Kinder von Aleppo“ (ZDF/ARTE/Channel 4), „Leaving Greece – Fluchtpunkt Griechenland“ (BR), „Das Mädchen – was geschah mit Elisabeth K.“ (NDR/SWR), „Die Wunderpille der Wehrmacht“ (RB), „Camp 14 – Total Control Zone“ (WDR/BR/ARTE) und Bouchbennersch Otto (WDR). An Serien und Mehrteilern sind u.a. „Akte D“ (WDR/MDR/BR), „Die Ostdeutschen“ (RBB) und „Verschwörung gegen die Freiheit“ (ZDF) nominiert. Für Sonderpreise sind die Redaktion von „Hier und Heute“ (WDR) für innovative Regionalberichterstattung, die ZDF-Produktion „Terra X – Deutschland von unten“ sowie die Autorin Beate Greindl für ihre langjährigen Recherchen im Sektenmilieu (u.a. „Menschen hautnah – Sektenkinder“, WDR) vorgeschlagen.
Nicht vollständig ausgeschöpft wurde das Kontingent im Bereich Unterhaltung. Hier nominierte die Kommission u.a. das Mockumentary „Fraktus“ (NDR/ARTE), „Auf 3 Sofas durch“ (EinsPlus/SWR), „Habe die Ehre“ (BR), „Das TalkGespräch- mit Olli Dittrich“ (WDR), „Soulkitchen – Die Geschichte eines Abends“ (NDR), „Sing my Song – Das Tauschkonzert“ (VOX) sowie den „Tatortreiniger“ (NDR). Hoffnung auf Spezialpreise können sich die Autoren und Künstler der ZDF-Kabarettreihe „Die Anstalt“ für die Sendung vom 18.11.2014 zur Flüchtlingsproblematik sowie Stefan Raab für das Intro zum Bundesvision Song Contest (ProSieben) machen.
Stärker als in den Vorjahren sind beim 51. Grimme-Preis auch Produktionen für junge Zuschauer vertreten. „Das wir in allen Kategorien des Preises mindestens eine Nominierung im Bereich Kinder- und Jugendfilm haben, ist besonders erfreulich“, so Grimme-Direktorin Gerlach. So sind in der Fiktion der Märchenfilm „Die Schneekönigin“ (ZDF), bei der Unterhaltung die „Sendung mit der Maus“ (WDR) sowie die Cartoon Network-Produktion „Cartoon Network Spurensuche – Schnitzeljagd war gestern“ und im Bereich Information- und Kultur die Kinderkanal-Reihe „Schau in meine Welt“, die die Lebenswelten von Kindern in aller Welt vorstellt, für einen Preis vorgeschlagen.

Die endgültigen Preisentscheidungen treffen jetzt die Jurys des Grimme-Preises, deren Arbeit am 31. Januar im Grimme-Institut startet. Die Preisverleihung findet am 27. März 2015 im Theater Marl statt. Neben den Grimme-Preisen wird dann auch der Sonderpreis Kultur des Landes Nordrhein-Westfalen vergeben.
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