„Elizabeth Hoak-Doering“ stellt im Skulpturenmuseum Glaskasten Marl aus

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Innerhalb der Stadtmauer von Famagusta auf Zypern sind Kirchenruinen der französischen Gotik zu finden - historische Zeugen der Belagerung durch die Osmanen im Jahre 1571. Wahrscheinlich waren es Seeleute, die sich ihre Zeit damit vertrieben, Bilder ihrer Schiffe in die freigelegten Fresken der Kirche „St. Georg der Griechen" zu ritzen. Sie kratzten sie über die gemalten Heiligenfiguren und zwischen deren Heiligenscheine, ohne ihre Namen oder die ihrer Schiffe anzugeben; die Gründe für ihr Tun sind nicht bekannt. Die Details dieser Schiffsabbildungen lassen jedoch darauf schließen, dass viele der Seeleute osmanischer Herkunft waren und sich sehr für die Takelage ihrer Schiffe interessierten.

"Graffiti"

Im Frühjahr 2010 hat die Künstlerin diese „Graffiti" der Seeleute mit einer Art Frottage-Technik abgepaust, fotografiert und einzeln in eine Videoanimation übertragen. Die unterschiedlich großen Schiffe scheinen - über Eck projiziert - im Raum zu segeln und entkommen dadurch der Flächigkeit der ikonografischen Welt der Kirchenwände.
Jedes Schiff bewegt sich so, wie in der Abbildung dargestellt: wie die Segel gebläht sind oder in welche Richtung der Schiffsrumpf weist. An den Abbildungen der Seeleute sind also keine Veränderungen vorgenommen worden.
Akustisch wird die Videoinstallation begleitet durch die frei im Raum stehende Klangskulptur „Thermofona" des Schweizer Künstlers Martin Müller. In einem Stahlgestell werden unterschiedlich hohe Glaszylinder gehalten, durch die erhitzte Luft strömt und dadurch Klänge wie mit Orgelpfeifen erzeugt.

Bei der ersten Einzelausstellung der US-Künstlerin Elizabeth Hoak-Doering in Deutschland steht ein Kunstwerk im Mittelpunkt, das im vergangenen Jahr als Beitrag Zyperns auf der Biennale von Venedig im Palazzo Malipiero seine Premiere erlebte. Die Ausstellung „Elizabeth Hoak-Doering (especially for remote voyages) ist im Skulpturenmuseum Glaskasten noch bis zum 10. Februar 2013 zu sehen. Der Eintritt ist frei.

VIDEO: Georg Elben über „Elizabeth Hoak-Doering(especially for remote voyages)"im Skulpturenmuseum

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