Kleine Käfer ganz groß "Sex und Evolution"

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Das Modell des Glühwürmchen-Weibchens beginnt zu leuchten. (Foto: LWL/Oblonczyk)
 
Am Anfang stand die Anfertigung einer Modellform und das Ausgießen eines Positivkörpers. (Foto: LWL/Oblonczyk)

Modelle für neue Ausstellung im LWL-Museum für Naturkunde angefertigt

"Sex und Evolution" ist der Name der neuen Sonderausstellung, die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) ab dem 11. Oktober 2013 im LWL-Museum für Naturkunde in Münster zeigt. Die Besucher erwarten Einblicke in die verschiedensten Facetten der Fortpflanzung im Tier-und Pflanzenreich und deren Bedeutung für die Evolution. Für den Themenbereich "Er sucht sie - sie sucht ihn" fertigte Naeem Ali, Volontär der geologischen Präparation, die Modelle eines Leuchtkäferpärchens an. Die als Glühwürmchen bekannten Käfer, werden ab Oktober mit ihrem grünlichen Licht die neue Ausstellung erleuchten.

Bevor Ali mit der Anfertigung der 50-fach vergrößerten Modelle begann, studierte er die in der Natur nur einen Zentimeter großen Insekten ausgiebig. Eine erste Form des Körpers modellierte der junge Präparator aus Styropor. Dieser Ausgangsform folgte im nächsten Schritt ein Abguss aus Silikon, der später mit Kunstharz ausgefüllt wurde. Feinheiten wie Beinglieder, Fühler und Flügel wurden aus Knete geformt. "Ist das Kunstharz ausgehärtet, erhält man das endgültige Modell. Die Einzelteile müssen dann noch zusammengesetzt und angemalt werden", erklärt Ali. Die Anfertigung der Modelle dauerte etwa zwei Monate.

"Eine besondere Herausforderung war die Herstellung des fliegenden Männchens mit seinen abgespreizten Deck- und Hinterflügeln", so der Volontär. Die Weibchen des kleinen Leuchtkäfers haben keine Flügel. Ihr Äußeres ähnelt einer wurmähnlichen Larve. Deshalb werden die Insekten auch als Glühwürmchen bezeichnet.

Damit die Modelle in der Ausstellung glühen, werden sie mit Strom versorgt und mit LED-Lämpchen ausgestattet. "Die LEDs wurden genau an den Stellen platziert, an denen auch beim Glühwürmchen die Leuchtzellen sitzen", erläutert Präparator Ali. Ausstellungsmacherin Lisa Klepfer: "In der Natur haben Leuchtkäfer keine Steckdose nötig. Sie produzieren ihr grünliches Licht durch eine chemische Reaktion, die Biolumineszenz genannt wird. Dabei sind sie äußerst effizient. Die freiwerdende Energie wird von ihnen zu 95% in Licht umgewandelt."

Der Kleine Leuchtkäfer ist eine von drei heimischen Leuchtkäferarten. "Zur Partnersuche zwischen Juni und August aktivieren beide Geschlechter ihre Leuchtzellen, die auch Laternen genannt werden. Mit etwas Glück kann man das nächtliche Glühen des Kleinen Leuchtkäfers auch in Deutschland beobachten", fügt Klepfer hinzu.

Hintergrund zur Ausstellung:

Die Sonderausstellung "Sex und Evolution", ist vom 11. Oktober ein Jahr lang im LWL-Museum für Naturkunde Münster zu sehen. Auf einer Fläche von über 500 Quadratmetern präsentiert das LWL-Museum für Naturkunde das Thema Sexualität als Motor der Evolution. Begleitend zur Sonderausstellung gibt es museumspädagogische Programme für Kinder und Jugendliche, sowie Führungskonzepte für Erwachsene. Ab Januar 2014 werden außerdem Literarische Rundgänge durch die Ausstellung sowie Begleitvorträge angeboten.
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