Konzert anlässlich des 60. Jahrestages des ungarischen Aufstandes in der Erlöserkirche in Marl

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Im Jahr 1956 gab es große Bedrohungen für den Frieden durch den Aufstand in Ungarn. Viele können sich noch daran erinnern. Eine Folge des Aufstandes in Ungarn war die Vertreibung des ungarischen Nationalorchesters, welches anschließend sich in Wien zum künstlerischen Tun versammelt hat und von Konrad Adenauer nach Deutschland und nach Marl gebracht wurde. Kultur ist Ländersache und insofern war es besonders begrüßenswert, dass Konrad Adenauer seitens der Bundesregierung jeweils den Mammutteil der Finanzierung für dieses Orchesters übernommen hat.

Erinnerung an die Philharmonia Hungaria

Im Rahmen eines Konzertes am Freitag, 28. Oktober 2016 um 19:00 Uhr in der Erlöserkirche soll an den 60. Jahrestag des Aufstandes erinnert werden, aber auch an die Ereignisse von 1989 sowie an die Philharmonia Hungaria. An diesem Abend soll deutlich gemacht werden, was wir in der heutigen Zeit aus christlicher Verantwortung für Menschen in Not tun müssen.
1989 gab es wieder ein Zeichen; dies in umgekehrter Richtung, nämlich in Hinblick auf die Wiedervereinigung, im Hinblick auf Frieden und Freiheit und insbesondere für einen neuen Weg zur Demokratie. Auch dieses Ereignis hat die Welt ganz groß zur Kenntnis genommen und gefeiert.

Heute erleben wir weltweit in den unterschiedlichen Formen Angriffe auf die Demokratie, auf die Würde des Menschen und auf die Gerechtigkeit.
Umso mehr müssen wir immer wieder auf Daten hinweisen, die die Welt – und insbesondere Deutschland – beeinflusst haben.
Zu diesem Konzert lädt der Honorarkonsul von Ungarn, Prof. em. Hubert Schulte-Kemper ein.

Musikalischer Rahmen

Die Mitwirkung des Europäischen Klassikfestivals für den Abend liegt in den Händen von Volker Zwetzschke, der durch den Abend mit Werken von Bartók, Kodály, Brahms und Sarasate, dargeboten von der Familie Karácsonyi (Anna und Gariella – Klavier, Peter und Istvan – Violine), führen wird.

In Anwesenheit des Wirtschaftskonsuls Levente Kardos werden die Gäste nach dem Konzert im Rahmen einer guten ungarischen Gulaschsuppe, ungarischem Brot und Weißwein den Abend ausklingen lassen.

Philharmonia Hungarica in Marl

Die Philharmonia Hungarica war ein Orchester, das in Marl (Ruhrgebiet) beheimatet war.
Die Philharmonia Hungarica (von Ungarn) wurde 1956 von vor der Niederschlagung des Ungarischen Volksaufstands geflohenen Musikern im Hotel Esplanade in Baden bei Wien gegründet. Gründungsmitglied und erster Chefdirigent des Orchesters war Zoltán Rozsnyai, ein ehemaliger Leiter des Ungarischen Nationalorchesters.
Später verlegte das Orchester seinen Sitz nach Deutschland und wurde von der Bundesrepublik Deutschland subventioniert. Durch das Engagement von Rozsnyai sowie des Ehrenpräsidenten Antal Doráti wurde die Philharmonia Hungarica bald zu einem bekannten Orchester in Europa.
Bekannt wurde das Orchester insbesondere durch die Einspielung sämtlicher 104 Sinfonien von Joseph Haydn für Decca mit Antal Dorati, ein sehr großes Projekt, das aber innerhalb relativ kurzer Zeit abgewickelt wurde.

Das Ende

Mit der politischen Wende war der ursprüngliche Daseinszweck erfüllt, die Einstellung öffentlicher Förderung bedeutete das Aus für den Klangkörper mit ca. 100 Mitgliedern. Letzte Konzerte fanden 2004 statt. Die Namensrechte des Orchesters werden mittlerweile anderweitig genutzt. Prominente Chefdirigenten waren Yehudi Menuhin und Justus Frantz. Am 23. Oktober 2006 gab in Marl die Neue Philharmonia Hungarica, die sich teilweise aus Musikern des ehemaligen Orchesters zusammensetzt, unter Leitung von Alois Springer ein Jubiläumskonzert zum 50. Jahrestag des Ungarnaufstandes und der Gründung des ehemaligen Orchesters.

Aus der Geschichte

Bundesregierung > Kabinett > Kabinettsprotokolle 1962 > Protokolle > 33. Kabinettssitzung am 20. Juni 1962 in Bonn
Der Bundesminister des Innern bittet das Kabinett, einen Grundsatzbeschluß darüber zu fassen, daß das Weiterbestehen des ungarischen Flüchtlingsorchesters vom Bund garantiert wird und ferner eine Erhöhung des Bundeszuschusses für 1962 um 345 000 DM zu bewilligen 23. Der Bundesminister für Vertriebene, Flüchtlinge und Kriegsgeschädigte hält diesen Betrag im Vergleich zu ähnlichen Förderungsbeträgen für zu hoch 24. Die Hauptursache des Defizits des Orchesters liege in seiner schlechten Standortlage 25. Der Pressechef unterstützt als Vorsitzender des Trägervereins „Philharmonia Hungarica" den Antrag des Bundesministers des Innern 26. Die Ford-Foundation, die das Orchester ursprünglich betreut habe und es noch mit einem jährlichen Zuschuß von 100 000 DM fördere, habe gebeten, das Orchester auch vom Bund aus weiter zu unterstützen. Es wäre mißlich, die Ford-Foundation in diesem Punkt zu enttäuschen, da sie für Berlin viele Hunderte Millionen mehr aufwenden wolle und daran denke, ihr Kulturzentrum nach Berlin zu verlegen. Die Einnahmen des Orchesters seien auf das höchstmögliche Maß gesteigert worden. Der Bundeskanzler und der Bundesminister des Auswärtigen unterstützen den Antrag des Bundesministers des Innern aus außenpolitischen Gründen. Der Bundesminister der Finanzen schlägt vor, zunächst die Möglichkeit einer entsprechenden Einsparung an anderer Stelle des Haushalts zu prüfen. Der jetzt geforderte Zuschuß von 745 000 DM, der 1963 wahrscheinlich auf 1 Mio. DM ansteigen werde, stehe in keinem Verhältnis zu sonstigen Zuschüssen für ähnliche kulturelle Zwecke, z. B. erhielten die Bamberger Symphoniker nur 475 000 DM aus Bundesmitteln 27. Das Kabinett stimmt gegen die Stimme des Bundesministers der Finanzen dem Antrag des Bundesministers des Innern zu und beauftragt diesen, weiter mit dem Land Nordrhein-Westfalen über die finanzielle Sicherheit des Orchesters zu verhandeln
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