MARLER MEDIENKUNST-PREISE 2014 wurden am Sonntag im Marler Rathaus vergeben

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Lucas Norer aus Innsbruck ist der neue Preisträger des Marler Klangkunst-Preise, der Marler Videokunst-Preis geht an Kai Zimmer aus Berlin. Die beiden Preisträger wurden im grossen Sitzungssaal des Marler Rathauses geehrt. Zu den Marler Medien-Kunstpreis gibt es eine umfangreiche Ausstellung im Skulpturenmuseum und in Geschäftsräumen des Marler Stern.

Videokunst wird im Marler Skulpturenmuseum seit 1984 prämiert, Klangkunst seit 2002. In diesem Jahr werden der EUROPEAN SOUNDART AWARD und der ebenfalls international ausgeschriebene Videokunst-Preis zum zweiten Mal gemeinsam in einer Ausstellung gezeigt. Beide Wettbewerbe hatten erneut die gleiche inhaltliche Vorgabe: Alle ausgewählten Arbeiten beziehen sich thematisch, formal oder in ihrer Präsentation auf den dreidimensionalen Raum.

Lucas Norer bezieht sich in seiner preisgekrönten Klanginstallation „Ein Trugbild und eine Abstraktion" auf die Geschichte des Exilorchesters Philharmonia Hungarica in Marl und „eröffnet Assoziationsgeschichten, die über Kunst und Geschichte, Hoffnungen und Enttäuschungen, Erinnern und Vergessen miteinander verwoben sind", urteilt die Jury. Der Berliner Kai kombiniert dagegen in seinem 14minütigen Film „Kantdada" in dadaistischer Manier Aufnehmen aus Kaliningrad mit abgehackten Zitaten des Philosophen Immanuel Kant, der im ehemaligen Königsberg lebte. Insgesamt sichtete die hochkaratig besetzte Jury 550 Einsendungen zu den beiden Medienkunstpreisen.

Eines der auffälligsten Werke, die in der Ausstellung zu den Marler Medienkunstpreisen zu sehen sind, ist das „Black Hole Horizon" des Künstlers Thom Kubli. Sein schwarzes Loch funktioniert gegenläufig: Es verschluckt nichts, sondern bringt Seifenblasen hervor und lässt sie lautstark zerplatzen. Die Ausstellung umfasst insgesamt 35 Werke, die im Skulpturenmuseum - dort erzeugen Besucher beim Aufschlagen der Bücher des polnischen Künstlers Konrad Korabiewski elektronische Klänge - sowie in leerstehenden Räumen des Marler Stern und im ehemaligen Lesesaal der insel-VHS kostenfrei gezeigt werden.

Die Werke stammen von 35 Künstler aus den unterschiedlichsten Ländern - von Island über Kanada bis Venezuela und unterstreichen die Internationalität des Marler Videokunst-Preis und des Marler Klangkunst-Preis, der in diesem Jahr ebenfalls international ausgeschrieben wurde und jetzt European Sound Award heißt.


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