"Radio Drawings" von Elizabeth Hoak-Doering im Skulpturenmuseum Glaskasten Marl

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Für das im Untergeschoss inszenierte Projekt „Radio Drawings" (Radio-Zeichnungen) setzt Doering Low-Tech-Radios ein, die ohne eine eigene Energiequelle, im Idealfall sogar ohne Batterien auskommen. Es handelt sich dabei im Grundtypus um ein funktionierendes Radio, das im Prinzip überall einen oder mehrere lokale Radiosender empfangen kann - abhängig von der Umgebung und den jeweils in den Ausstellungsraum zu leitenden Radiowellen.

Konzentriertes Hinhören

Betrachter werden dabei zu Hörern, und als solche erhalten sie Informationen aus zufälligen - oder zumindest ortsabhängigen - Übertragungssignalen. Die Lautstärke ist dabei ziemlich leise und erfordert konzentriertes Hinhören.



Der Gegensatz zwischen der eingeschränkten Akustik einerseits und der raumgreifenden visuellen Natur der Zeichenelemente andererseits fordert den Hörer dazu auf, die Art, wie Informationen verbreitet werden, zu hinterfragen: Das Radio ohne Energiequelle scheint gleichsam die leisen Stimmen aus dem Nichts abzugreifen. Die Radioinformationen scheinen Teil der Luft zu sein, in der wir uns bewegen und die wir atmen. „Radio Drawings" kann deswegen als ein Kommentar auf die allgegenwärtigen und durchdringenden Massenmedien verstanden werden und ruft den Diskurs des 20. Jahrhunderts über „Intermedien" wieder auf. Diese ‚Radiogeräte‘ veranschaulichen die physische Unmittelbarkeit des Massenmediums Radio in einer Beziehung zwischen Erde (Boden), Luft (Antenne) und dem sich in den Zwischenräumen abspielenden Mediendiskurs.


Georg Elben über "Radio Drawings" von „Elizabeth Hoak-Doering

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