Ruhrtriennale: Theater auf Zeche Auguste Viktoria: „Die Fremden“ Weltkultur - von Cannes nach Marl !

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Von Cannes nach Marl: Schauspielerin Sandra Hüller ("Toni Erdmann") ist auch mit dabei in der Kohlenmischhalle. Foto: Ralf Hiemisch/Ruhrtriennale.
 
Der unglaubliche Kohlenwäsche-Rüttler der Zeche Auguste Victoria ist Teil der Inszenierung. Foto: RAG Montan Immobilien.
Marl: Auguste Victoria 3/7 | Die Kohlenmischhalle der Zeche Auguste Victoria wird Spielort der Ruhrtriennale 2016:

Erst im letzten Dezember gingen hier die Lichter aus: Auch in der Kohlenmischhalle auf Zeche Auguste Victoria. Doch neun Monate später, am 2. September wird die Halle wieder zum Leben erweckt und vor allem ihr monströser Kohlenwäsche-Rücklader!

Die Ruhr-Triennale macht´s möglich und bringt internationales Publikum hierher. Intendant Johan Simons war so fasziniert von der Riesenhalle und ihrem Maschinen-Ungetüm, dass er hier mit seinem Musiktheaterstück „Die Fremden“ Premiere feiert. Simons ist Spezialist für ungewöhnlichste Theaterorte, sein selbstgestecktes Ziel, Theater für Menschen zu machen, die sonst nicht ins Theater gehen: „An solchen Orten gelingt das einfach besser.“

Das hat er, ebenfalls mit Musiktheater, schon zur Eröffnung seiner drei Jahre Triennale-Intendanz zuletzt 2015 auf Zeche Lohberg in Dinslaken mit „Accattone“ bewiesen, die dortige Kohlenmischhalle war schon zehn Jahre eingemottet: Alle Vorstellungen ausverkauft! Und natürlich war es für die ehemaligen Kumpels vor Ort auch ein Erlebnis, nach so langer Zeit „ihre Halle“ mal „in ganz anders“ wieder zu sehen. Mit Bach-Orchester, Chor und mit Schauspielern im Staub und so „aus der Tiefe des Raumes“ nicht mal im Fussballstadion zu erleben.

Neben zahlreichen Vertretern aus Kultur, Politik und Gesellschaft wird auch Bundespräsident Joachim Gauck in der Kohlenmischhalle erwartet.

„Seid umschlungen“ ist ja das große Thema der Ruhrtriennale, die sich in Simons zweitem Jahr mit der Zeit der Aufklärung und ihren Schlagwörtern „Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit“ beschäftigt. Das war und ist auf Zeche unter Tage ja ganz normal. Hier gab´s es keine „Fremden“, da musste sich Einer auf den Anderen verlassen können und alle waren froh, wenn`s wieder heil nach oben ging. Glück auf für dieses Weltkultur-Nachspiel !

Vorstellungen: 02., 03., 08., 09., 10. September um 20 Uhr, 04. September um 17 Uhr. Kohlenmischhalle Zeche Auguste Victoria, Marl. Einführung 45 Minuten vor Beginn, wetterfeste und warme Kleidung empfohlen. Es verkehrt ein Shuttlebus vom Bahnhof Recklinghausen. Karten: www.ruhr3.com/fre

Worum geht es in „Die Fremden“ ?

Manch einer kennt Albert Camus noch aus der Schulzeit. Ein namenlos Ermordeter im weltberühmten Roman „Der Fremde“: Der Franzose Meursault erschießt am Strand von Algerien einen Menschen, doch dann, mehr als ein halbes Jahrhundert später, meldet sich dessen Bruder zu Wort. Er gibt dem namenlosen „Araber“ einen Namen, ein Gesicht, eine Geschichte. Und verlangt Gerechtigkeit vor der Welt, die Camus’ Bestseller so lange nicht hinterfragt hätte.. So nämlich sieht es Kamel Daoud in seinem aktuellen, preisgekrönten Roman „Der Fall Meursault – eine Gegendarstellung“, die Vorlage zum Theaterstück.

Dazu Musik von Mauricio Kagel, Claude Vivier, György Ligeti und die Videoarbeit des Künstlers Aernout Mik (bekannt für seine politischen Filminstallationen zwischen Realität und Fiktion) in der Marler „Wahnsinns-Location“. Prominente Mitwirkende, u.a. Sandra Hüller, bekannt aus „Toni Erdmann“, Deutschands Publikums-Lieblingfilm beim Festival in Cannes. Mal sehen ... (cd)
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