Sanierung der Scharounschule in Marl weitgehend abgeschlossen

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(Foto: Stadt Marl / Susan Feind)
 
(Foto: Stadt Marl / Susan Feind)

Die Sanierung der Scharounschule – ein Meisterwerk des berühmten Architekten Hans Scharoun - biegt auf die Zielgerade ein. Die Unterrichtsräume sind vollständig erneuert worden, in Kürze werden auch die Aula und Turnhalle fertig. Schon jetzt wird spürbar: In diesem Schulgebäude werden Architektur und Lernen zum Erlebnis!

Einzigartiger Ort des Lernens und der Begegnung

Unmittelbar nach den Osterferien werden die Schüler der benachbarten Aloysius­schule in das denkmalgeschützte Scharoun-Gebäude einziehen. „Wir sind begeistert von der besonderen Atmosphäre und den Möglichkeiten, die das Schulgebäude uns bietet“, freut sich Schulleiterin Roswitha Schweinsberg auf die neuen Räumlichkeiten. Die Grundschule wird das Gebäude gemeinsam mit der städtischen Musikschule nutzen. „Die Scharounschule ist ein Lernort, der mit seiner Atmosphäre unserer ganzheitliche musisch-künstlerische Bildung in besonderer Weise fördert“, bestätigte Patricia Schuster, stellvertretende Leiterin der städtischen Musikschule, die sich auf eine enge Zusammenarbeit freut. Die Musikschule ist hier seit 2007 zu Hause und hat sich seitdem zu einem kulturellen Treffpunkt entwickelt.

Meisterwerk einer pädagogisch-orientierten Architektur

Die Scharounschule wurde von 1964 bis 1970 gebaut und gilt als Meisterwerk des organischen Bauens. Sie ist – neben der Geschwister-Scholl-Gesamtschule in Lünen – eine von nur zwei Schulen, die nach den Plänen von Haus Scharoun (besser bekannt als Architekt der Berliner Philharmonie) errichtet wurden.
Die besondere Schularchitektur Scharouns wird in Marl in Reinform sichtbar und spürbar. Der Gebäudekomplex zeichnet sich durch eine Anordnung seiner baulichen Elemente aus, die natürlichen Formen nachempfunden sind. Um die Aula als erhöhten "Raum der Mitte" (Scharoun) gruppieren sich in wabenähnlicher Anordnung 16 eingeschossige sogenannte "Schulwohnungen", zu denen jeweils ein Klassen­raum, eine Garderobe, ein Gemeinschaftsraum und ein Freiluftbereich für den Unterricht und Aufenthalt im Freien gehören. Die Prinzipien der organischen Architektur (Scharoun selbst sprach vom "organhaften Bauen") zeigen sich darüber hinaus in der ausgeprägten baulichen Umsetzung unregelmäßiger Formen im Innern, die immer wieder neue und überraschende Perspektiven eröffnen, in der Verwendung überwiegend natürlicher Materialien mit warmen Farbtönen, in der Ausrichtung zum Licht sowie in der konsequenten Orientierung der Architektur auf das Wohlbefinden und die Bedürfnisse der Lernenden.

Sanierung als „anspruchsvolle Herausforderung“

„Die Sanierung der Scharounschule mit ihren individuell gestalteten Gebäudeteilen, ihrer ausgeprägten Formensprache sowie auch der Schäden, die der Zahn der Zeit dem Gebäude leider zugefügt hatte, war und ist unter architektonischen, energischen und denkmalpflegerischen Aspekten eine außerordentlich anspruchsvolle Heraus­forderung“, sagte Christoph Ellermann, Geschäftsführer des renommierten und in der Denkmalpflege erfahrenen Architektenbüros Pfeiffer Ellermann Preckel (Münster), das das Nutzungs- und Sanierungskonzept entwickelt hat.
Danach wurden die vielgestaltige Gebäudehülle, die riesige Dachlandschaft mit unter­schiedlichen Höhenniveaus, die 16 „Schulwohnungen“ für Schüler der Unter- und Mittelstufe, zwei Schulklassen für die Oberstufe sowie Werkräume, Gemein­schaftsräume und Außenterrassen zum Teil von Grund auf saniert. In Anlehnung an die Original­planung von Hans Scharoun wurden Schäden an den Beton- und Verblenderflächen behoben, Fenster und Türen ersetzt, Decken, Wände und Boden­aufbauten erneuert, Natursteinböden ausgetauscht und zugewachsene Innenhöfe wieder in den ursprünglichen Zustand zurückversetzt.
Die ursprüngliche Farbgebung wurde in umfangreichen Untersuchungen doku­men­tiert und bei der Raumgestaltung berücksichtigt, um – ganz im Sinne von Scharouns pädagogisch-orientierter Architektur - möglichst optimale räumliche Bedingungen für ein erfolgreiches Lernen und Lehren zu schaffen.

Engagement für ein bedeutendes Bauwerk

Seit Beginn der Sanierung 2009 haben Projektleiter Christoph Ellermann und Oberbauleiter Karl Beckschulte unzählige Gewerke und Einsätze von Handwerks­betrieben koordiniert, immer wieder individuelle Lösungen gefunden, um den An­forderungen einer denkmalgerechten Sanierung und zugleich den heutigen baulichen Standards gerecht zu werden, und die energetische und denkmal­pflegerische Sanierung engagiert voranzubringen. Für die Projektsteuerung zeichnete seitens der Stadt Marl Theo Beltrop vom Amt für Gebäudewirtschaft verantwortlich.
Die Sanierung der Scharounschule wird ca. 10,5 Millionen Euro kosten. Das Geld stammt zum größten Teil aus Fördermitteln des Landes NRW zur Stadterneuerung und zur energetsichen Sanierung (6,9 Mio. Euro). Der Eigenanteil der Stadt Marl beträgt entsprechend ca. 3,6 Mio. Euro.

Architektur-Juwel erstrahlt in neuem Glanz.

Mit der Sanierung der Aula und der Turnhalle wird das Architektur-Juwel „Scharounschule“ in Kürze den letzten Schliff erhalten und vollständig in neuem Glanz erstrahlen.
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