Bahnhof Marl-Sinsen: Mit Graffiti-Kunst gegen Tristesse

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Hier soll es schöner werden: Bürgermeister Werner Arndt (6.v.r.) und Elke Muzyczka (4.v.r.) präsentieren gemeinsam mit dem Künstler Markus Becker (2.v.l.), den Sponsoren sowie Mitarbeitern der beteiligten Fachämter das neue Gestaltungskonzept für die Bahnunterführung in Marl-Sinsen. (Foto: Stadt Marl)
 
Die Marler Unternehmer Roland Wübbe (m.) und Markus Römer (l.) unterzeichnen mit Bürgermeister Werner Arndt den Vertrag über das Sponsoring für die künstlerische Gestaltung der Bahnunterführung. Dahinter: Baudezernentin Andrea Baudek, Kulturpolitikerin Elke Muzyczka, Koordinator Helmut Cepa und Künstler Markus Becker (v.l.n.r.). (Foto: Stadt Marl)

Frische Farben und bunte Graffitis statt dunklem Stein und grauem Putz: Die Unterführung am Bahnhof Marl-Sinsen erhält ein neues und freundliches Gesicht. Die Deutsche Bahn, die Stadt Marl und zwei Sponsoren machen es möglich.

Das Konzept für die farbenfrohe Gestaltung der Bahnunterführung hat Marls Bürgermeister Werner Arndt jetzt gemeinsam mit den Künstlern Markus Becker und René Breuing vom Graffiti-Team Recklinghausen sowie Vertretern der Deutschen Bahn und der Stadt Marl vorgestellt. Gleichzeitig wurde in der Rad-Station Sinsen direkt neben dem Bahnhof auch ein Vertrag mit den beiden Sponsoren Roland Wübbe und Markus Römer unterzeichnet.

Motive aus Marl und den Zielorten

Für die Neugestaltung der Unterführung haben die beiden Graffiti-Künstler Markus Becker und René Breuing charakteristische Motive aus Marl und den Städten, die von Sinsen aus mit der Bahn direkt erreichbar sind, künstlerisch aufbereitet.
Wer den Bahnsteig künftig über die große Treppe verlässt, blickt auf ein Motiv mit einem Ortseingangsschild und einem „Herzlich willkommen“. Direkt daneben - ebenfalls auf blauem Untergrund - machen comic-artige Graffitis auf den Grimme-Preis, das Skulpturenmuseum Glaskasten, das denkmalgeschützte Rathaus und auf die Haard, das Naherholungsgebiet in unmittelbarer Nähe des Bahnhofs Marl-Sinsen, aufmerksam. Auch ein Graffiti zur Radstation gleich nebenan, die von Berufspendlern eifrig genutzt wird, fehlt nicht.
Auf der Wand an der gegenüberliegenden Straßenseite laden Graffitis zum Besuch der Städte ein, die von Marl-Sinsen aus mit der Bahn erreichbar sind: Münster mit seinem Dom, Haltern am See, die Ruhrfestspielstadt Recklinghausen, Gelsenkirchen mit seinem Zoo, Essen mit der Zeche Zollverein und Wanne-Eickel, das - mit einer Prise Ironie mit dem legendären „Mond von Wanne-Eickel“ dargestellt wird.
„Unsere Entwürfe nehmen Bezug zum Standort und sind besucherfreundlich, aber verlieren nicht ihren Graffiti-Charme“, sagt Markus Becker. „So zu arbeiten, macht mir große Freude, und ich bin überzeugt, dass das Ergebnis sich sehen lassen kann“.

An Marler Tradition angeknüpft

Mit den Graffitis knüpfen die beiden Künstler an eine Marler Tradition an. Denn Marl stellt jungen Graffiti-Künstlern und ambitionierten Sprayern bereits seit vielen Jahren am Rathaus-Parkplatz Wandflächen zur künstlerischen Gestaltung zur Verfügung. „Die Marler ‚Hall of Fame‘ ist eine der größten Open-Air-Galerien“, berichtet Stephan Wolters vom Skulpturenmuseum Glaskasten, der den Kontakt zum Graffiti-Duo hergestellt hat.

Im Juli geht's los

Bevor das Graffiti-Team im Juli loslegt, wird die DB Netz AG die Wände unter der Unterführung und im Bereich des Aufzugs grundlegend reinigen und in den DB-Farben lichtgrau und im Sockelbereich dunkelgrau streichen. Die fünf großen Werbetafeln werden entfernt und - nach Abschluss der Umgestaltung - zwei neue Werbetafeln an die dafür vorgesehenen Stellen im westlichen Bereich montiert.
„Mit der Umgestaltung wird die Unterführung zu einem Schmuckstück, um das uns andere Städte beneiden werden“, sagt Bürgermeister Werner Arndt zu der jetzt erzielten Lösung. Mit der Neugestaltung werde „das gesamte Bahnhofsumfeld spürbar aufgewertet“. Elke Muzyczka, stellvertretende Vorsitzende des Kulturausschusses, freut sich über die „künstlerische Bereicherung“.

Sponsoren helfen mit

Damit die Rechnung für die Neugestaltung der Bahnunterführung auch finanziell aufgeht, haben die Sponsoren Roland Wübbe und Markus Römer kräftig in die Schatulle gegriffen und mit ihren Firmen einen nicht unerheblichen Betrag dazu geschossen. „Wir sind gern behilflich gewesen, weil wir mit dem Stadtteil eng verbunden sind“, sagt Roland Wübbe, der in Sinsen aufwuchs und nur wenige hundert Meter vom Bahnhof entfernt die H&W Tiefbau GmbH & Co.KG betreibt. Der entsprechende Sponsorenvertrag wurde am Rande des Pressegesprächs unterzeichnet.
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Petra Golberg aus Marl | 16.06.2017 | 12:48  
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