Edeltraut Glänzer, Mitglied im geschäftsführenden Hauptvorstand der IG BCE zitiert Martin Niemöller auf der Kundgebung 2013 in Marl

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Edeltraut Glänzer, Mitglied im geschäftsführenden Hauptvorstand der IG BCE hielt die Hauptrede bei der Maikundgebung 2013 in Marl. Sie stellte die Forderungen der Gewerkschaften vor.

Wir wollen die Rechte der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer und ihrer Gewerkschaften stärken. Wir wollen mehr und besser geschützte, unbefristete und existenzsichernde Normal-Arbeitsverhältnisse. Wir wollen den Niedriglohnsektor austrocknen und schlechter Arbeit entgegentreten. Wir wollen die Arbeitslosigkeit bekämpfen und eine wirksame Unterstützung von Arbeitslosen durchsetzen.
Minijobs und Leiharbeit boomen und wer heute für wenig Geld arbeitet, muss später mit wenig Rente im Alter rechnen. Diese krassen Unterschiede in der Verteilung von Vermögen und Chancen sind nicht akzeptabel.

Eine Gerechtigkeitslücke klafft in Deutschland und sie wird immer größer. Diese Ansicht vertreten zwei Drittel der Bevölkerung. Tatsächlich ist vieles ungleich verteilt: Vermögen, Chancen, Jobsicherheit. Der Tag der Arbeit soll deshalb ein Tag des Aufbruchs sein. Für Gute Arbeit, für eine sichere Rente und für ein soziales Europa.

Sie erinnerte an den 2.Mai 1933 an die Zerschlagung der Gewerkschaften durch die Nationalsozialisten.
„Viele Gewerkschafter wurden, sofern Sie nicht schon untergetaucht oder ins Exil gegangen waren, verhaftet oder in Konzentrationslager verschleppt, gefoltert, und nicht wenige wurden ermordet.

In ihrer Rede trug sie das Zitat von Martin Niemöller vor:

„Als die Nazis die Kommunisten holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Kommunist.
Als sie die Sozialdemokraten einsperrten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Sozialdemokrat.
Als sie die Gewerkschafter holten, habe ich geschwiegen; ich war ja kein Gewerkschafter.
Als sie mich holten, gab es keinen mehr, der protestieren konnte.“

Hintergrund:

Wer war Martin Niemüller?

Emil Gustav Friedrich Martin Niemöller (* 14. Januar 1892 in Lippstadt; † 6. März 1984 in Wiesbaden) war ein deutscher evangelischer Theologe und führender Vertreter der Bekennenden Kirche sowie Präsident im Ökumenischen Rat der Kirchen.
KZ-Häftling 1937–1945:
Am 1. Juli 1937 wurde Niemöller verhaftet. Zu diesem Zeitpunkt waren etwa 40 Verfahren gegen den Pfarrer anhängig. Er sollte vor der Öffentlichkeit des In- und Auslandes als Staatsfeind verurteilt werden, womit man auch eine Kriminalisierung der ganzen Bekennenden Kirche erreichen wollte.
Am 7. Februar 1938 begann schließlich der Prozess vor dem Sondergericht in Berlin-Moabit. Am 2. März wurde Martin Niemöller zu sieben Monaten Haft verurteilt, die er jedoch durch seine Untersuchungshaft bereits verbüßt hatte. Er kam nicht frei, sondern wurde gleich am Ausgang von der Gestapo erneut verhaftet und in das Konzentrationslager Sachsenhausen gebracht, als „persönlicher Gefangener“ Adolf Hitlers. Seine zunächst geplante „Hinrichtung” wendete der britische Lordbischof George Kennedy Allen Bell ab, indem er die Presse über den Fall Niemöller informierte.
Niemöller war aufgrund seines mutigen Entgegentretens gegen den Nationalsozialismus auch als Vertreter einer demokratischen Gesinnung, Pazifisten und Gegner des Nationalismus zu sehen.
Niemöller wurden vielfache Ehrungen zuteil. Er erhielt unter anderem die Wichernplakette der Inneren Mission, den Lenin-Friedenspreis der UdSSR, das Großkreuz des Bundesverdienstordens, die Albert-Schweitzer-Friedensmedaille, die DDR-Friedensmedaille in Gold, Ehrendoktorwürden in Eden/USA, Budapest, Göttingen, Halifax/Chicago, Neu-Delhi und Chicago und die Ehrenbürgerschaft der Stadt Wiesbaden.
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