Freibäder im Kreis Recklinghausen: Vom Sommer im Stich gelassen

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Der Sommer war bisher eine echte Katastrophe für Freunde des gepflegten Eintauchens. (Foto: ST)

Endlich lässt sich der Sommer blicken. Für die Freibäder im Vest sind Sonnenschein und angenehme Temperaturen ein Grund zur Freude. Hier ein Überblick über die Oasen in der Region und eine (vorläufige) Bilanz der Saison, die allmählich zu Ende geht. So viel steht fest: Das Wetter versaut den Betreibern die Bilanzen.

Wer gerne ins Freibad geht, beschränkt sich nicht auf seine Heimatstadt, sondern sucht sich das Bad aus, was ihm besonders gefällt.
Das Copa Ca Backum in Herten ist eines der schönsten und ältesten Spaßbäder des Reviers, bietet es ganzjährig - mit Hallenbad und Sauna - Erholung. Bis Mitte August haben rund 18.300 Schwimmfans das Freibad besucht – etwas mehr als die Hälfte derer, die letztes Jahr insgesamt kamen. „Um das einigermaßen wieder gut zu machen, müsste der Sommer mal richtig nachlegen“, so Kerstin Walberg, Da würde einige wenige schöne Tage wie Montag und Dienstag nicht reichen. Die Sprecherin der Hertener Stadtwerke, Betreiber des Copa Ca Backum, kann weitere Zahlen nennen: „Es gab bisher nur 34 Tage, an denen durchgehend geöffnet werden konnte. Bei schlechtem Wetter greift unsere Schlechtwetter-Regelung, werden die Öffnungszeiten verkürzt.“ Heißt: Das Copa ist nur morgens und abends für Früh- und Spätschwimmer geöffnet. Das war bisher 65 Mal der Fall. Das Freibad ist bis September täglich von 7 bis 20 Uhr geöffnet. Schlechtwetter-Öffnungszeiten: Frühschwimmer 7 bis 10 Uhr, Feierabend-Schwimmer 18 bis 20 Uhr. Bei schlechtem Wetter steht im Freibad ausschließlich das 50-m-Sportbecken zur Verfügung. Hinweis: Eine kombinierte Nutzung des Freizeit- und Freibades ist nicht möglich.
Besucher im Oer-Erkenschwicker Maritimo, Am Stimbergpark 80, genießen tropisch warmes Wasser, ein großzügiges Gelände mit Sportbad, Freizeitbad, Saunaparadies und amüsieren sich im größten Freibad im Vest. Das Freibad ist während der Sommermonate täglich von 9 bis 19 Uhr geöffnet.
Mit drei Freibädern ist Recklinghausen gesegnet. Das Freibad Mollbeck (Nesselrodestraße 8) ist montags bis samstags von 7 bis 20 Uhr sowie an Sonn- und Feiertagen von 7.30 bis 20 Uhr geöffnet. Es verfügt über ein 50 mal 15-m-Sportbecken, zwei Nichtschwimmerbecken, ein Sprungbecken mit 10-m-Sprungturm und ein Planschbecken. Die 20.000 Quadratmeter große Liegefläche mit altem Bäumen ist sehr schön, davon sind 4.000 Quadratmeter als Spielfläche gestaltet.
Wer chlorfreies Wasser schätzt, geht zum Badeweiher am Chemiepark in Marl – oder ins Naturfreibad Suderwich (Am Freibad 20, 45665 Recklinghausen). Die Anlage ist alt, kein Luxustempel, aber gut gepflegt. Wer hier schwimmt, könnte dabei lässig einen Karpfen kraulen. Das

Naturfreibad Suderwich

ist idyllisch, hat eine familiäre Atmosphäre. Öffnungszeiten: montags bis sonntags von 9 bis 20 Uhr (außer bei Lufttemperaturen unter 20 Grad oder Regen).

Schlechtes Wetter - schlechte Besucherzahlen


Das Recklinghäuser Südbad ist ein Freibad mit kombiniertem Hallenbad an der Pappelallee 50. Im Freibad können sich Wasserratten im 50-m-Becken mit Sprungturm und im Nichtschwimmer-Bereich tummeln. Für die ganz Kleinen ist auch ein separates Baby-Planschbecken vorhanden. Öffnungszeiten: montags bis samstags von 7 bis 20 Uhr, sonn- und feiertags von 7.30 bis 20 Uhr.
Für die drei Recklinghäuser Freibäder liegen schon Besucherzahlen vor: Die Mollbeck besuchten im Mai 10.703, im Juni 4.515 und im Juli 10.959 Gäste. Im Südbad amüsierten sich (einschließlich der Schwimmhalle) im Mai 4.485, im Juni 5.581 und im Juli 12.637 Besucher. Das Naturfreibad Suderwich war im Mai noch geschlossen. Im Juni kamen 223 und im Juli 3.336 Besucher. Insgesamt haben im Juli 26.932 Menschen die Recklinghäuser Freibäder besucht. Das ist ein deutlicher Rückgang. Im Juli 2015 wurden 39.893 Besucher gezählt, im Juli 2014 waren es 28.829. Diese Zahlen nennt Corinna Weiß, Sprecherin der Stadt Recklinghausen, Betreiber aller drei Freibäder. Im Mai lagen die 15.188 Besucher noch über den Zahlen des Vorjahres (Mai 2015: 10.038, 2014: 12.672), im Juni mit nur 10.319 weit darunter 2015 genossen 19.564 Gäste die kühlen Fluten, im Juni 2014 waren es 18.450. Corinna Weiß: „Wie sehr die Freibad-Besucherzahlen abhängig vom Wetter sind, damit erheblich schwanken und somit auch schlecht zu kalkulieren sind, zeigt ein Blick auf die Jahre 2011 und 2006. Im Juli 2011 besuchten 8.099 Gäste die drei Freibäder, im Juli 2006 dagegen 98.851.“
Um das Waltroper Bürgerbad an der Riphausstraße 33 macht sich der Waltroper Bürgerbad Verein (2012 gegründet) verdient, der sich um das Hallen- und Freibad der Stadt Waltrop kümmert. Der Verein erhält somit diesen Schwimm-Standort. Im erst 2011 erbauten Hallenbad gibt es ein Schwimmerbecken mit drei Bahnen. Voraussichtlich wird es im Freibad im September zwei Tage lang Hundeschwimmen geben.
Öffnungszeiten innerhalb der Sommerferien bis zum 23. August: 9 bis 19 Uhr, danach bis zum 31. August von 13 bis 19 Uhr. Das Guido-Heiland-Bad in Alt-Marl wird von einem Bürgerverein erfolgreich betrieben - und das seit 25 Jahren. Es ist bis zirka Mitte September täglich von 10 bis 20 Uhr geöffnet, bei schlechtem Wetter ist aber schon gegen 15 Uhr Schluss.

Badenixenkurse und Poolpartys locken


Das Freibad Hüls in Marl wird wie das „Guido“ von einem Bürgerverein getragen - und der hat große Probleme, weil die sinkenden Besucherzahlen aufgrund des schlechten Wetters die Kosten nicht mehr decken. Der Sommer war bisher eine echte Katastrophe für Freunde des gepflegten Eintauchens.Foto: ST
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