Gefahrstoffaustritt im Chemie-Unternehmen, Säurewolke zog über Teile des Ruhrgebietes

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In einem Oberhausener Chemie-Unternehmen hat es heute Morgen (16.02.2017) einen Zwischenfall gegeben. Dabei wurdemit abnehmender Intensität, eine Schadstoffwolke freigesetzt. Die Wolke hat die Form einer schlanken Keule, ist derzeit etwa zwei Kilometer lang und zieht in Richtung Nord-Ost.

Die Behörden sicherten den Bereich weiträumig ab. Dadurch kam es zu erheblichen Verkehrsbehinderungen. Mehrere Hauptverkehrsadern wurden gesperrt. Auch der Verkehr auf der Autobahn 42 war stark beeinträchtigt. Eine Abfahrt der Autobahn wurde gesperrt. In den nahe gelegenen Stadtteilen von Oberhausen wurde der Bus- und Bahnverkehr eingestellt. Auf dem Rhein-Herne-Kanal wurde der Schiffsverkehr gestoppt.

Schadstoffwolke zog nach Nord-Ost

Die Schadstoffwolke zog am Essener Stadtgebiet vorbei. Momentan gibt es keine Gesundheitsgefahren oder Geruchsbelästigungen auf Essener Stadtgebiet. Eigene Messungen mit entsprechend ausgestatteten Feuerwehrfahrzeugen bestätigen diese Aussagen. Die Feuerwehr Essen war mit mehreren Einsatzfahrzeugen und einem Löschboot zur Unterstützung in Oberhausen. Die Kräfte sind allerdings nicht zum Einsatz gekommen und befinden sich aktuell auf dem Rückmarsch.
Im Stadtgebiet Bottrop wurden vorsorglich Messungen durch die Feuerwehr durchgeführt. Bis zum jetzigen Zeitpunkt konnten keine Schadstoffe im Stadtgebiet Bottrop durch die Feuerwehr festgestellt werden.

Die Ursache?

Der Zwischenfall mit einer großen Säurewolke in Oberhausen ist durch einen Fehler beim Entladen eines Schiffes ausgelöst worden. Es ist Salzsäure in einen Tank mit Schwefelsäure eingeleitet worden.
Rund 150 Menschen meldeten sich mit Atemwegsbeschwerden beim Rettungsdienst. Anwohner wurden aufgefordert, ihre Wohnungen nicht zu verlassen und Fenster und Türen geschlossen zu halten.
Der Schaden am Tank beläuft sich auf rund 1,5 Millionen Euro. Der rund 3000 Tonnen fassende Tank ist zur Zeit des Unfalls mit ungefähr 300 bis 400 Tonnen gefüllt gewesen.
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