Marl: Mit Mona Lihedheb ist Integration kinderleicht

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Mona Lihedheb und ihre Tochter Meriam leben Integration - in ihrem Verein Friedensweg und als Mitglieder des Integrationsrates der Stadt Marl.
 
Der Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter (BVDA), zu dem die Westdeutsche Verlags- und Werbegesellschaft (WVW, Herausgeber des Stadtspiegel Marl) gehört, setzen sich für Integration ein.
Integration betrifft jeden Menschen. Immer. Offenheit und Höflichkeit sind im Beruf, in der Schule, auf der Party und an der Haltestelle gefragt. Integration ist das große Thema. Der Stadtspiegel stellt eine Marlerin vor, die Integration lebt.

Einfach mal ruhig sitzen? So kann man sich Mona Lihedheb nur schwer vorstellen. Immer gibt es für die lebhafte Mutter von fünf Kindern etwas zu tun und zu regeln. Denn sie ist für andere Menschen da, voll und ganz. Wer Integration erleben möchte, braucht die Marlerin nur mal kurz zu begleiten.

"Bildung ist der Schüssel zu allem."


Sie gibt Unterricht auf deutsch und arabisch, hilft Kindern bei den Hausaufgaben in der christlichen Gemeinde St. Michael, engagiert sich in der Christlich-Islamischen Arbeitsgemeinschaft (CIAG) in Marl - die Liste ist noch viel länger.
Mona begleitet Menschen bei Behördengängen. Außerdem wurde sie in den Integrationsrat der Stadt Marl gewählt - ebenso ihre Tochter Meriam. Die 19-Jährige findet das selbst außergewöhnlich und scherzt darüber: „Das ist so, als würde im Schulunterricht meine Mutter neben mir sitzen.“

"Das Kopftuch ist einfach nur ein Tuch"


Unterricht ist ein gutes Stichwort: Meriam studiert und möchte Lehrerin werden. „Die Nachricht, dass das Kopftuchverbot gekippt wurde, hat mich sehr gefreut. Ich könnte mir gut vorstellen, später an meiner alten Schule, der Willy-Brandt-Gesamtschule, selbst zu unterrichten. Das Kopftuch ist eben einfach nur ein Tuch. Ob es jemand trägt oder nicht, ist ganz alleine seine Sache.“ Meriams ältere Schwester studiert auch, in den Niederlanden. Dann gibt es noch ihre beiden Zwillingsbrüder und die jüngere Schwester. Das Nesthäkchen ist neun.
Mona, die Mutter, betont: „Bildung ist der Schlüssel zu allem.“ Aber auch Offenheit und Freundlichkeit. „Ich habe meine Kinder zu Respekt vor anderen Menschen erzogen.“


Oma Irmgard bleibt unvergessen


Meriam erinnert sich mit Liebe im Blick an eine wunderbare Nachbarin. „Oma Irmgard war wirklich wie eine Oma zu uns.“
Familiär geht es auch im Verein Friedensweg zu, den Mona Lihedheb gegründet hat und dem 13 Mitglieder („Es könnten gerne mehr sein!“) angehören. Der Friedensweg ist ein Treffpunkt für Menschen aller Generationen, die sich austauschen, spielen und lachen.
„Ich hatte selbst einmal Hilfe vom Jugendamt der Stadt Marl. Ich möchte etwas zurückgeben“, so Mona. Das war, als ihre beiden Töchter noch sehr klein waren und sie mit den Zwillingen schwanger war. „Ich konnte die Unterstützung wirklich gut brauchen.“
Sie stammt aus Tunesien. Mit ihrem Mann kam Mona 1993 nach Deutschland. Die ersten Erfahrungen? „Keine guten. Wir waren zuerst in Lüdinghausen. Zwei Mal wurde unsere Wohnung angesteckt.“
In Marl, wo sie mit ihrer Familie seit 1999 lebt, ist sie dagegen richtig angekommen und fühlt sich angenommen. „Hier ist unser Zuhause. Das sagen wir auch, wenn wir unsere Angehörigen in Tunesien besuchen: Jetzt fliegen wir wieder nach Hause.“

Infos:
Friedensweg e.V., Uranusweg 1b. Donnerstags von 10 bis 12 Uhr ist der Frühstückstreff geöffnet.



Kommentar: Marl ist bunt - und das ist gut so.
Es gibt wärmere Wörter als Integration: Freundlichkeit, Gastfreundschaft, Geduld, Anerkennung, Respekt, Nächstenliebe, Menschlichkeit, Erbarmen, Verständnis. Auch Offenheit und Hilfsbereitschaft zählen dazu.
Integration ist Gebot und Gesetz, wenn Menschen mit unterschiedlicher kultureller und religiöser Identität zusammenleben. Auch behinderte und nicht behinderte Menschen, ältere und jüngere Leute, Alteingesessene und neu Hinzugezogene müssen miteinander klarkommen.
Was freut, ist die Tatsache, dass eine fremdenfeindliche Bewegung wie Pegida oder Verbrechen wie in Tröglitz in Marl keine Chancen haben.
Marl ist bestimmt kein Paradies auf Erden, aber ein Ort, an dem es sich wohnen und arbeiten lässt. Ein liebens- und lebenswerter Ort, weil sich viele Menschen in Marl dafür einsetzen.
Marl ist bunt, kunterbunt sogar. Und das ist gut so.
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