Marler Hügelhäuser werden ausgezeichnet, Experimentelles Bauen in Marl

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Wohnhügelhaus (Foto: Nordenfan https://de.wikipedia.org/)

 In Marl wurde mit Errichtung des sogenannten Wohnhügels erstmals ein Haustyp realisiert, bei dem die Grundfläche nach oben hin abnimmt und die Wohngeschosse zurücktreten.

Diese neue Planungsidee war seit 1959 von den Stuttgarter Architekten Peter Faller, Fritz Frey und Hermann Schröder entwickelt worden und 1963 fand die NEUMA (Neue Marler Baugesellschaft) den Mut, ein solches Haus nach den neuartigen Entwürfen der Stuttgarter Architekten in Marl zu bauen.

ein neuer Wohntyp

1966 begann der Bau des ersten Wohnhügelhauses. Errichtet wurde ein viergeschossiges Gebäude als Schüttbetonbau mit dreieckigem Querschnitt. Im Erdgeschoss liegen vier große Wohnungen und die Kellerräume, im zurücktretenden ersten Obergeschoss ebenfalls vier, aber etwas kleinere Wohnungen, im zweiten Obergeschoss noch zwei Wohnungen und im dritten Obergeschoss nur noch eine Wohnung.
Bis 1982 entstanden in unmittelbarer Nachbarschaft noch drei weitere Häuser dieser Bauart.
Bei niedrigen Baukosten sollte ein neuer Wohntyp entstehen, der bei einer optimalen Ausnutzung von Grundstücken dennoch individuelles Wohnen ermöglichen sollte.

die Marler Wohnhügel

Auf vier Etagen entstand so ein Betonbau mit Dreiecksquerschnitt, welcher 46 Wohnungen mit je 69 bis 120 Quadratmetern unter einer mächtigen hölzernen Dachkonstruktion zusammenfasst. Die einzelnen Wohneinheiten sind terrassenförmig angelegt und über Treppenhäuser an der Ostseite sowie die Tiefgarage erschlossen. Alle Wohnungen sind L-förmig angelegt und umschließen in die Dachschrägen eingeschnittene Terrassen von 20 bis knapp 80 Quadratmetern. Die 18 Einheiten im Erdgeschoss stellen mit ihren Gärten den klassischen Typus eines Gartenhofhauses dar. Die Wohnungen im dritten Stock imitieren dagegen vom Grundriss her ein freistehendes Einfamilienhaus. In den Zwischengeschossen befindet sich die größte Vielfalt in der Gestaltung der Grundrisse.
Obwohl die Marler Wohnhügel einen hohen Wohnwert bei ökonomisch größter Effizienz bieten, haben sie sich nicht als Modell etablieren können.

Auszeichnung

Am  Mittwoch den 13. Juni,wird die  Initiative Stadt Bau Kultur NRW  eine Plakette am Hügel haus III anbringen. 
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