Paula Maaßens Tod noch nicht geklärt - 3.000 Euro Belohnung ausgesetzt!

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Das letzte Foto von Paula Maaßen (17) (Foto: Staatsanwaltschaft)
 

Die Umstände um Paula Maaßens Tod sind noch nicht geklärt. Jetzt hat die Bochumer Staatsanwaltschaft eine Belohnung ausgesetzt. Paula, Schülerin des Theodor-Heuss-Gymnasiums in Recklinghausen, wurde am 5. April dieses Jahres 17 Jahre alt.

Ihre Mutter organisierte mit Hilfe einiger Freundinnen von Paula heimlich eine Geburtstagsüberraschungsparty für ihre Tochter. Die Feier fand am 8. April, ab 18 Uhr, in der Doppelgarage des Wohnhauses Brunnenstraße 5 in Recklinghausen statt, in dem die Familie lebt. Paula, die sich über die Überraschung freute, genoss mit ihren Gästen den Abend, wobei auch alkoholische Getränke konsumiert wurden.

Als es auf Mitternacht zuging, verließen die Gäste nach und nach die Feier. Paula hatte zwei auswärtigen männlichen Gästen angeboten, bei ihr übernachten zu können, da eine Rückfahrt nach Bochum mit öffentlichen Verkehrsmitteln nur noch schwierig zu realisieren gewesen wäre. Da sie im Vorfeld mit ihrer Mutter nicht darüber gesprochen hatte, zeigte sich die Mutter irritiert, als sie von ihrer Tochter vor vollendete Tatsachen gestellt wurde.

Paula hatte sich bereits in die Wohnung begeben, um in ihrem Zimmer die Schlafplätze für die Bochumer Gäste herzurichten. Paulas Mutter äußerte wenig später Einwände, woraus sich eine Diskussion ergab. Paula zog sich nach diesem verbalen Streit zurück und verließ - von der Mutter und den Partygästen unbemerkt - gegen 00.30 Uhr die Wohnung.

Nachdem die Mutter und die verbliebenen Partygäste festgestellt hatten, dass Paula verschwunden war, suchten sie im Rahmen ihrer Möglichkeiten im näheren Umfeld nach ihr.

Bereits wenige Meter vom eigenen Wohnhaus entfernt, fanden sie Paulas Mobiltelefon. Alle sich daran anschließenden Suchmaßnahmen der Angehörigen und Freude verliefen ebenso erfolglos wie die der Polizei.

Am 9. April (Sonntag), gegen 05.25 Uhr, wurde Paula im Gleisbett der Deutschen Bahn, im Bereich Holsterhauser Straße in 44625 Herne, nahe der dortigen Westfalen Tankstelle, tot aufgefunden.

Die Kriminalpolizei Bochum leitete daraufhin ein Todesermittlungsverfahren ein, das nunmehr durch die Staatsanwaltschaft Bochum geführt wird.

Bei der rechtsmedizinischen Untersuchung wurden an Paulas Körper deutliche Anzeichen für ein sogenanntes Polytrauma (Vielfachverletzung) festgestellt, das durch ein Überrollen durch ein Schienenfahrzeug erklärt werden kann.

Aufgrund anderer Verletzungen, die ebenfalls durch die Rechtsmediziner festgestellt wurden, kann jedoch auch die Beteiligung einer weiteren Person an Paulas Tod nicht ausgeschlossen werden.

Durch die Kriminalpolizei Bochum konnte mittlerweile der Zug ermittelt und letztlich untersucht werden, der die Schülerin überrollt hat. Anhand der durch die Deutsche Bahn zur Verfügung gestellten Fahrpläne gehen die Ermittler davon aus, dass Paula in der Zeit zwischen Samstag, 08.04.17, 21:42 Uhr, und Sonntag, 09.04.17, 03:15 Uhr, von dem Zug, der zwischen Gelsenkirchen und Bochum pendelt, überrollt wurde.

Derzeit liegen keine konkreten Hinweise vor, wo sich Paula Maaßen zwischen ihrem Verschwinden und der Zeit aufgehalten hat, als sie von dem Zug überrollt worden ist.

Ihre Bekleidung und die niedrigen Außentemperaturen, die an dem Wochenende vom 8. auf den 9. April herrschten, lassen den Schluss zu, dass sich Paula nicht durchgehend im Freien aufgehalten haben dürfte.

Darüber hinaus stellen sich die Ermittler die Frage, auf welche Art und Weise Paula die Entfernung von ca. acht Kilometern, die zwischen ihrer Wohnanschrift in Recklinghausen und dem Auffindeort in Herne liegen, überbrückt hat.

Paula Maaßen trug beim Verlassen der Party ein graues Langarm-Shirt mit dem Star-Wars-Motiv von Stormtrooper auf der Vorderseite, eine schwarze Jeanshose sowie türkisfarbene Sneakers.

Die Staatsanwaltschaft Bochum hat eine Belohnung in Höhe von 3.000 Euro für Hinweise, die zur Ermittlung und / oder Ergreifung eines möglichen Täters bzw. zur Aufklärung der Umstände des Verschwindens und des Todes der Paula Maaßen ausgesetzt. Die Zuerkennung erfolgt unter Ausschluss des Rechtsweges. Sie ist ausschließlich für Privatpersonen und nicht für Beamte bestimmt, zu deren Berufspflicht die Verfolgung strafbarer Handlungen gehört.

Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Bochum unter den Rufnummern 0234 / 909-4121 oder 0234 / 909-4441 entgegen.
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