update: Marler Flüchtlingsunterkunft vorsätzlich niedergebrannt - Zeugen gesucht

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Brandstiftung als Ursache steht inzwischen fest. Die Polizei bittet Zeugen, sich zu melden. Eine geplante Flüchtlingsunterkunft in Marl war am Donnerstag in Flammen aufgegangen. Die umfangreichen Löscharbeiten dauerten sieben Stunden.

In das ehemalige Vereinsheim der SG Marl sollten Asylbewerber unterkommen. Dagegen gab es seitens einiger Eltern Proteste, weil sich direkt neben dem Vereinsheim die Goethe-Grundschule befindet. Erst am Dienstag hatten sich in der Sache einige Eltern bei der Bürgersprechstunde an Bürgermeister Werner Arndt gewandt, die den Standort wegen der Nähe zur Grundschule in Frage stellen.


Hier die gemeinsame Pressemeldung der Polizei Recklinghausen und der Stadt Marl


Heute, gegen 5 Uhr, wurde die Feuerwehr über einen Brand in einem
ehemaligen leerstehenden Fußballvereinsheim an der Hervester Straße
informiert. Das Vereinsheim wird derzeit umgebaut und sollte in den
kommenden Wochen mit neu ankommenden Zuwanderern belegt werden. Die
Feuerwehr war bis 13 Uhr vor Ort im Einsatz. Die Hervester Straße
wurde in beide Fahrtrichtungen gesperrt. Die Brandursache steht noch
nicht fest.
Bereits gestern führte der Staatsschutz Ermittlungen an diesem
Vereinsheim durch. Mitarbeiter der Stadt Marl hatten gemeldet, dass
es in der Nacht zu Mittwoch zu Farbschmierereien am Vereinsheim
gekommen war. Die Tatortaufnahme des Staatsschutzes ergab, dass an
der Außenfassade des Vereinsheims mit schwarzer Sprühfarbe
fremdenfeindliche Schmierereien, unter anderem ein Hakenkreuz,
angebracht worden waren. Ferner stellten die Beamten Brandspuren an
der Außenfassade fest. Bisher haben sich keine Hinweise auf den oder
die Täter ergeben. Zeugenhinweise erbittet das Fachkommissariat unter
0800/2361 111.

Polizeipräsidentin Friederike Zurhausen: "Momentan deutet vieles
auf eine fremdenfeindliche Straftat hin. Ich habe eine
Ermittlungskommission eingerichtet, in der sich unter anderem
erfahrene Beamte für Brandermittlungen und Staatsschutzdelikte
befinden. Brandermittler und der Staatschutz haben mit den
Ermittlungen vor Ort bereits begonnen. Sobald der Brandort begehbar
ist, wird intensiv nach der Brandursache gesucht."

Bürgermeister vor Ort


Bürgermeister Werner Arndt hatte sich heute Vormittag vor Ort
persönlich ein Bild der Lage gemacht. Arndt: "Ich bin erschüttert und
hoffe, dass die Polizei die Täter möglichst schnell dingfest macht.
Marl ist eine liberale Stadt, die für ihre langjährigen intensiven
Integrationsbemühungen bekannt ist. Es gibt in unserer Stadt eine
große Anzahl von Menschen, die sich ehrenamtlich in der
Flüchtlingshilfe und für die Integration engagieren".
Der Bürgermeister hat veranlasst, dass alle Flüchtlingsunterkünfte
in Marl auf Wandschmierereien untersucht werden und der
Sicherheitsdienst für die Flüchtlingsunterkünfte vorsorglich
verstärkt wird.
Über den Brand im ehemaligen Vereinsheim wird die Stadt Marl heute
den Sozialausschuss und die Vorsitzenden der Ratsfraktionen
ausführlich informieren. Der Sozialausschuss tagt turnusgemäß um 16
Uhr im Rathaus.
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