Westerweiterung des Chemieparks war Hauptthema des Wirtschaftsempfang der Stadt Marl

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Nach mehrjähriger Pause hatte die Stadt Marl wieder zu einem Wirtschaftsempfang ins Rathaus geladen. Der mit Spannung erwartete Auftritt von Evonik-Chef Dr. Klaus Engel fiel aus. An seiner Stelle hielt Evonik-Personalvorstand Thomas Wessel den Gastvortrag. Die Westerweiterung war das Thema beim Wirtschaftsempfang der Stadt Marl. Die früheren politischen Unterstützer beklagten sich bei Personalvorstand Thomas Wessel von Evonik, das sich dort seit Jahren nichts tut und Evonik das Gelände nicht für die Erweiterung des Chemieparks braucht. Über 300 Gäste aus Wirtschaft und Politik folgten aufmerksam den Vorträgen.

Nachdem bekannt geworden war, dass der Chemiepark in den nächsten Jahren keinen Flächenbedarf für neue Chemieunternehmen hat, gab es Reden der Entäuschung.
So äußerte sich auch Uta Heinrich, Bürgermeister a.D. und Vorsitzende des Wirtschaftsclub Marl, des Kooperationspartners beim diesjährigen Wirtschaftsempfang. Sie appellierte an die regionale Verantwortung der Evonik, die Flächen der Westerweiterung zu entwickeln und zu vermarkten.
In ihrer Rede forderte sie von Evonik die infrastrukturelle Erschließung des Geländes. Das ist die Voraussetzung für dessen Vermarktung . Uta Heinrich rechtfertigte wieder die von ihr und einer knappen Ratsmehrheit vorangetriebene Zerstörung der Schlenkesiedlung als notwendig. Uta Heinrich die damalige Bürgermeisterin sprach früher von tausenden Arbeitsplätzen die durch die Westerweiterung des Chemieparkes entstehen würden.
Für die Westerweiterung musste die ganze Schlenke-Siedlung geräumt und abgerissen werden. Es gab immer heftige Auseinandersetzungen im Rat .
Mit welchen Mitteln und mit welchem Aufwand die Schlenkesiedler aus ihrem Wohnquartier vertrieben worden sind, und wieviel Millionen Euro an öffentlichen Geldern die Westerweiterung gekostet hat, davon war beim später beim Wirtschaftsempfang nichts mehr zu hören, von den Befürwortern SPD, CDU, FDP und Bum. Von den ursprünglichen Arbeitsplatzversprechungen durch die Westerweiterung ist nichts geblieben.
Bei dem Gebiet Westerweiterung handelt es sich nicht nur um die Fläche der ehemaligen Schlenkesiedlung, sondern um ein weitgehend mit Wald und Gehölzen bestandenes Gelände, das darüber hinaus noch von einem Bachlauf durchzogen wird. Dieser Geländecharakter ging durch den Bauplan unwiederbringlich verloren. Die Grünen die sonst immer gegen die Bebauung gestimmt hatten, stimmten nicht gegen den Bebauungsplan.

Erwartungen nicht erfüllt

Wessel machte geltend, dass die Erwartungen, mit der man die Westerweiterung betrieben habe, sich nicht erfüllt hätten. „Die Welt hat sich inzwischen weitergedreht“. Auch der Markt habe sich verändert. So werde Lanxess im Chemiepark in Kürze die Produktion von Synthesekautschuk einstellen, Ineos habe die Styrolproduktion bereits beendet. Innerhalb des Chemieparks gäbe es damit genügend Freiflächen, und Evonik sei gehalten, diese Flächen vorrangig zu nutzen. Das hatte die Bürgerliste WIR für Marl immer gefordert, statt der Westerweiterung.

Chemiepark bleibt Evonik-Standort

Wessel unterstrich die Bedeutung des Chemieparks Marl als weltweit größten Produktionsstandort von Evonik. Allein in den vergangenen drei Jahren habe Evonik 500 Mio. Euro im Chemiepark in neue Produktionsanlagen investiert.
Der Chemiepark kooperiere mit vielen Unternehmen in der Region und unterstütze in Marl u.a. den Grimme-Preis, das Skulpturenmuseum Glaskasten sowie das Marler Debüt und fördere auch den Jugend- und Breitensport. Darüber hinaus werde Evonik Industries AG auch ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht. So habe das Unternehmen eine Millionen Euro gespendet, um die Integration von Flüchtlingen fördern.

Industrie- und Gewerbeflächen von AV?

Erste Untersuchungsergebnisse zeigten, dass einer Folgenutzung des Geländes von Schacht 3/7 als Industrie– und Gewerbegebiet „keine grundsätzlichen Hindernisse entgegenstehen“. Das Gelände könne aber frühestens 2020 vermarktet werden. Vor diesem Hintergrund ist für die Menschen in unserer Stadt und unserer Region nicht nachvollziehbar“, wenn das Gelände für die Westerweiterung brach liegen bliebe, so ein Redner.

Anschließend nutzten die Gäste den Wirtschaftsempfang, um sich auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.
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