Kreis genehmigt große Ferkelproduktions-Anlage in Marl Frentrop

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Achtung: Foto dient der Orientierung. Grafik ist nicht maßstabsgetreu!

Vor dem Riegefeld in Alt-Marl kann die Ferkelproduktionsanlage für 3940 Ferkel gebaut werden. Die Kreis RE hat heute die Genehmigung veröffentlicht. Auch mit der beantragten Lagerung von 7722 Kubikmeter Gülle hat der Kreis Recklinghausen keine Probleme.

Rund 40 Anwohner und der Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hatten Einwände gegen das Vorhaben eingelegt. Sie sehen unter anderem die „industrielle Produktion von Ferkeln“ in so einer solchen Anlage als nicht mehr zeitgemäß. Auch wenn nach Einschätzung des Kreises Recklinghasuen die rechtlichen Vorgaben für Tierschutz und alle anderen schützenswerten Güter eingehalten werden.

Die Unterlagen liegen ab Montag, 6.3 – 20.3 zwei Wochen beim Kreis Recklinghausen im Kreishaus und im Bauamt der Stadt Marl aus.

Die Bekanntmachung ist hier zu finden:

Öffentliche Bekanntmachung Ferkelproduktion

Kreis RE

Die gesundheitlichen Gefahren der Massentierhaltung

Aus Studien der tierärztlichen Hochschule Hannover und dem Robert-Koch-Institut geht hervor, dass antibiotikaresistente Krankheitserreger aus dieser Intensivmast für Menschen gefährlich sind. Erstmals berichtete das Wissenschaftsmagazin "Science" über die Ausbreitung eines neuen antiobiotikaresistenten Bakterienstammes der aus der Intensivtierhaltung entspringt. Diese Keime, die über den Feinstaub, der ungefiltert aus den Tiermastanlagen in die Umwelt gelangt, können schwere Entzündungen verursachen. Noch einen Kilometer im Umkreis der Anlagen ist die Belastung mit den Keimen noch nachweisbar. Auch der Transport des Viehs führt zur weiteren Verbreitung des Keims. Solche Keime sind bisher noch nicht in den Bio– und Neulandbetrieben festgestellt worden.

Als gesichert gilt, dass Bakterien Resistenzen gegen Antibiotika entwickeln, weil die Tiere in der Massentierhaltung permanent zu einem sehr hohen Prozentsatz und unabhängig von der Tierart mit Antibiotika behandelt werden (siehe auch BMELV hier - hier und hier). Die Antibiotika werden den Tieren zum Teil als Wachstumsbeschleuniger, zum Teil prophylaktisch zur Krankheitenvorsorge gegeben, zum Teil aber auch, damit sie die Torturen in der Massentierhaltung überhaupt überstehen. Hähnchen in Agrarfabriken etwa stehen zwei Drittel ihrer Lebenszeit unter Einwirkung von Antibiotika. In rund 92 % aller Tierbestände wurde im Jahr 2011 Antibiotika eingesetzt.
Damit finden sich auch Antibiotika-Rückstände im Fleisch wieder, die dann beim Menschen Resistenzen gegen bestimmte Keime bilden können. Dies bedeutet, die Widerstandsfährigkeit des Menschen gegen bestimmte Keime nimmt ab, weil die Antibiotika nicht mehr wirken. Zusammengefasst bzw. anders ausgedrückt heisst das:
Die Massentierhaltung ist geradezu ein idealer Inkubator für die Entstehung multiresistenter Keime. Durch hohen Antibiotikaeinsatz in der Massentierhaltung kommt es zur Bildung von antibiotikaresistenten Keimen. Antibiotikaresistente Keime gelten als eine der grössten Gefahren in der modernen Medizin. Die Deutsche Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) schätzt, dass allein in Deutschland bis zu 40.000 Menschen pro Jahr sterben, weil sie sich mit Krankenhauskeimen infizieren und infolge von Antibiotika-Resistenzen nicht auf die verabreichten Mittel ansprechen.
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