72 Jahre danach: Hiroshima und Nagasaki mahnen

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Am 6. und 9. August 1945 wurden die Städte Hiroshima und Nagasaki Ziel der ersten und bislang einzigen Atombombenabwürfe. Etwa 92.000 Menschen starben sofort, 130.000 weitere Menschen starben bis zum Jahresende an den Folgeschäden. Auch 72 Jahre danach gedenken wir den Opfern, die uns mahnen und verpflichten zum Einsatz für eine atomwaffenfreie Welt. Noch immer gibt es weltweit ca. 15.000 Atomwaffen. Davon sind nach Angaben des Friedensforschungsinstituts SIPRI 1.700 in ständiger Einsatzbereitschaft.

Die Atomwaffen sind eine real existierende Gefahr für die gesamte Menschheit. Sie gehören verboten und abgeschafft! Ermutigend ist der Vertrag für ein Atomwaffenverbot, der von mehr als 120 Staaten unterstützt und in den Vereinten Nationen auf den Weg gebracht wurde. Dieser muss nun im September von mindestens 50 Staaten ratifiziert werden um in Kraft zu treten. Damit wären Atomwaffen, so wie es schon der Fall bei Chemie- und Biowaffen ist, völkerrechtlich verboten. Dies wäre ein historischer Schritt der uns näher an eine atomwaffenfreie Welt bringt.

In Büchel lagern die letzten 20 US-Atomwaffen auf deutschem Boden.

2010 forderte der Bundestag einmütig den Abzug dieser Waffen. Doch statt diese Resolution umzusetzen, werden auch die Atomwaffen in Büchel ab 2020 modernisiert. Im neuen Weißbuch 2016 bekennt sich die Bundesregierung zur NATO-Atomwaffenstrategie und zur nuklearen Teilhabe Deutschlands und damit zu diesen Atomwaffen auf deutschem Boden.

Mit zahlreichen Aktionen zum Hiroshima-/Nagasaki-Tag forder die Friedensbewegung als ersten Schritt hin zu einem atomwaffenfreien Europa den umgehenden Abzug der US-Atomwaffen aus Büchel. Auch fordern sie r, dass Deutschland den Verbotsvertrag unterzeichnet. Mit großer Sorge werden auch die zunehmenden Spannungen auf der koreanischen Halbinsel betrachtet. Sie verdeutlichen, wie nahe die Welt permanent an der Schwelle zu einem Atomkrieg steht. Schon der Einsatz einer einzigen Atomwaffe würde fatale humanitäre Folgen nach sich ziehen. Die Atombombenabwürfe auf Hiroshima und Nagasaki vor 72 Jahren sind Mahnung genug.
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