Flächenfrass am Beispiel des Rethmann-SARIA-Konzern in Marl Frentrop

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(Foto: Landwirtschaftlicher Kreisverband Ruhr-Lippe)
  Einen sensiblen Umgang mit gutem Ackerboden und der Natur mahnt der Vorsitzende des Landwirtschaftlichen Kreisverbandes Ruhr-Lippe Hans-Heinrich Wortmann an:

„Der Flächenverbrauch nimmt trotz politischer Lippenbekenntnisse dramatisch zu. Fruchtbarer Boden ist ein knappes und nicht vermehrbares Gut.“

Gewerbegebiete sprießen auf ehemals landwirtschaftlichen Flächen wie Pilze aus dem Boden. „Riesige Hallenbauten fressen dutzende Hektar bestes Ackerland“, so der Landwirtevorsitzende. „Wir produzieren auf der einen Seite zunehmende Industriebrachen und versiegeln auf der anderen Seite fruchtbarste Böden“, sagt der Landwirtevorsitzende.
„Bauen wir Landwirte einen Stall oder eine Biogasanlage, so erhalten wir in den meisten Fällen eine Baugenehmigung nur noch mit einer Rückbauverpflichtung“, so Wortmann und gibt zu bedenken: „Gäbe es diese Rückbauverpflichtung auch in Gewerbegebieten, würde man die Potentiale bestehender Gebäude stärker nutzen.“
„Wir Landwirte haben manchmal den Eindruck, dass große Unternehmen wie Wanderheuschrecken weiterziehen und neues Land vernichten“, sagt Wortmann. Von einem ressourcenschonender Denken merke man häufig nicht viel.
Der anhaltend starke Verbrauch von landwirtschaftlichen Flächen durch die Ausweisung von Gewerbe- und Baugebieten, Infrastrukturprojekten und Ausgleichsmaßnahmen sei für die Landwirtschaft zu einem ernsten Problem geworden, sagt Wortmann und führt weiter aus: „Wir fragen uns, wie künftig auf einer schrumpfenden Fläche gleichzeitig mehr Menschen mit Nahrungs­mitteln versorgt, erneuerbare Energien erzeugt und dem Umweltschutz verstärkt Rechnung getragen werden soll.“

Auch, so Hans-Heinrich Wortmann, sollten die Städte und Gemeinden weiterhin liebens– und lebenswert sein; dazu seien freie Flächen als Naherholungsgebiet unerlässlich.

Der Fall SARIA in Marl Frentrop ein Beispiel für Flächenfrass

SARIA investiert seit Jahren am bisherigen umstrittenen Standort. Und das, obwohl es fraglich ist, ob die wertvollen Weiden, Äcker und das Wäldchen wirklich bebaut werden dürfen. Denn dazu ist eine Änderung des Planungsrechts erforderlich, die nur mit Zustimmung von Regionalverband Ruhr und der Bezirksregierung Münster möglich wird.
Im Klartext heißt das: Das Naherholungsgebiet vor dem Riegefeld muss in ein Industriegebiet umgewandelt werden, ohne diesen Schritt geht es nicht.

Dennoch hat SARIA für die geplante Erweiterung bereits Teile der erforderlichen Flächen gekauft. Für die große Erweiterung bis zur Schachtstraße sollen bereits Verhandlungen mit den Landwirten laufen.

Landschaftsschutzgebiet Rennbach:

Auszug aus Amtsblatt Nr. 47

“26. Rennbach

Das Landschaftsschutzgebiet wird ausgewiesen, um die bestehenden positiven Funktionen für den Naturhaushalt, das Landschaftsbild und die Erholung zu sichern.
Land- und forstwirtschaftlich genutzte Flächen prägen den Freiraum zwischen den Siedlungs- und Gewerbe-flächen von Marl und Polsum, der wichtige Ausgleichs-funktionen neben den Aufgaben zur Grundwasser-anreicherung, Schadstofffilterung und Frischluftent-stehung erfüllt. Aber auch als bedeutende Rückzugsräume für die Flora und Fauna leisten Mischwälder, ein-zelne Eichengehölze, Buchen-Hallenwälder, Feldgehölze, Heckenzüge, Baumreihen und Alleen sowie der Renn- und Deipenbach mit ihren bachbegleitenden Gehölzen, Gründlandflächen und feuchten Brachen wesentliche Beiträge. Selten gewordene, intakte Lebensräume mit ihren spezifischen Lebensgemeinschaften sichern die Leistungsfähigkeit des Naturhaushaltes. Die gute Ausstattung mit prägenden Strukturelementen und die enge Verzahnung von Wald- und Feldfluren, Acker und Grünlandflächen sind Ausdruck für eine vielfältige Kulturlandschaft. Darüber hinaus haben Bergsenkungen zu Veränderungen in der Landschaft geführt und besonders wertvolle Lebensräume entstehen lassen, die erhalten werden sollten.
Durch die gute Wegeerschließung ist auch dieser Landschaftsraum besonders für die Naherholung der angrenzenden Siedlungsbereiche von Marl und Polsum bedeutend.”
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