Katastrophenalarm: 140 Einsatzkräfte der Feuerwehr aus dem Kreis RE unterstützen seit Sonntag bei der Deichsicherung in Isselburg

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Deichsicherung an der Issel in Isselburg am Vormittag des 26.6.2016.
 
Landrat Dr. Kai Zwicker und Regierungsvizepräsidentin Dorothee Feller informierten sich am Sonntag- Nachmittag vor Ort: "Vorbildlicher Einsatz aller Helferinnen und Helfer!" Katastrophenalarm im Kreis Borken

Im Kreis Borken gilt Katastrophenalarm wegen des Hochwassers. Heute, am Sonntag 26.6. wurde auch die Hochwasser-Bereitschaft aus dem Kreis Recklinghausen zur Unterstützung gerufen. 140 Feuerwehrleute aus allen zehn Städten sind mit 30 Fahrzeugen auf dem Weg nach Isselburg, um dort bei der Deichsicherung an der Issel zu helfen.

Aktuell sind nach Informationen des Kreises Borken alleine im Raum Isselburg rund 190 Einsatzkräfte tätig. Sie sind zum Teil auch überörtlich angefordert worden, so wie nun auch die Kräfte aus dem Kreis Recklinghausen. Sie werden einen Teil der erschöpften Einsatzkräfte ablösen.
Die Hochwasser-Bereitschaft des Kreises Recklinghausen setzt sich aus einzelnen Fahrzeugen aus allen zehn Städten zusammen. Es werden keine kompletten Löschzüge alarmiert, sondern nur die Kräfte der Hochwasser-Bereitschaft.

Bereitschaft des Kreis Recklinghausen

Zur besseren Koordinierung größerer Einsätzen oder bei Katastrophen wurde ein landesweites Konzepte zur vorgeplanten überörtlichen Hilfe entwickelt.
In diesem Konzept stellen die Feuerwehren des Kreises Recklinghausen eine Bereitschaft des Regierungsbezirkes Münster. Die offizielle Bezeichnung lautet Bereitschaft 3 der Bezirksregierung Münster und kommt überörtlich bei Hochwassereinsätzen zum Einsatz. Die Bereitschaft besteht aus fünf Zügen (vier Löschzüge plus einsatzabhängige Komponente) mit Führungs- u. Logistikkomponente. Im Alarmfall stehen rund 140 Einsatzkräfte mit 26 Fahrzeugen in kurzer Zeit zur Verfügung. Auch andere Feuerwehren waren in Borken schon im Einsatz, zum Beispiel aus Gelsenkirchen.

Einsatz im Raum Isselburg

Besonderer Einsatzschwerpunkt ist der Raum Isselburg. Hier hat es seit dem 24.06.2016 einen außerordentlich starken Anstieg des Isselpegels gegeben, der seither auf hohem Niveau verharrt. Der vorgeschaltete Pegel im Bereich Dämmerwald zeigt hingegen deutlich absinkende Werte. Unverändert große Sorgen bereitet der Deich der Issel. Inzwischen gibt es im Bereich Anholt westlich der Landesstraße L 459 sechs bekannte schadhafte Stellen, die mit Sandsäcken gesichert werden. Die zuständigen Behörden sowie die eingesetzten Feuerwehren und Hilfsorganisationen setzen alles daran, den Deich zu halten. Daher sind auch die benachbarten niederländischen Wasserbehörden eingeschaltet, die auf niederländischer Seite für einen schnellstmöglichen Wasserabfluss für die Issel sorgen. Im Raum Isselburg sind derzeit 190, auch überörtlich angeforderte Einsatzkräfte tätig. Da an vielen Stellen die Flächen auch vor dem Deich aufgeweicht ist, können diese Areale nicht angefahren werden. Das bedeutet, die Sandsäcke müssen per Hand an die Deiche gebracht werden bzw. per Boot: Drei Pontonboote des THW sind dafür im Einsatz. Insgesamt 25.000 Sandsäcke wurden inzwischen verbaut. Der gesamte Uferbereich der Issel im Raum Isselburg wird ständig von Fachleuten auf Standsicherheit kontrolliert. Per Polizeihubschrauber steht auch eine Überfliegung an.
Aktuelle Situation am Sonntagnachmittag (26. Juni 2016):
Zahlreiche Grün- und landwirtschaftliche Flächen im Isselburger Stadtgebiet entlang der Issel sind derzeit überflutet. Aufgrund der starken Sättigung dieser Böden sickert das Wasser bisher kaum ab.
Dr. Zwicker „Die jeweiligen Einsatzleitungen sowie alle Helferinnen und Helfer haben bei der Hochwasserbekämpfung bis an die Grenzen ihrer Belastbarkeit vorbildliche Arbeit geleistet! Unsere Bürgerinnen und Bürger können sich Tag und Nacht auf sie verlassen!" Außerdem habe sich in den vergangenen drei Tagen wieder gezeigt, wie ausgeprägt der Bürgersinn sei. Dr. Zwicker: „Gegenseitig haben sich die Menschen geholfen, um Hab und Gut zu schützen!" Viele Freiwillige meldeten sich, um beispielsweise Sandsäcke zu füllen und bei den Sicherungsmaßnahmen mitzuwirken. Der Einsatz aller beteiligten ehren- wie hauptamtlichen Kräfte sei beispielgebend, so der Landrat. Er hofft nun im Interesse der betroffenen Menschen sehr, dass auch die laufenden Einsätze alsbald abgeschlossen werden können. 
Unter besonderer Beobachtung steht auch der Verlauf der Dinkel mit den Orten Legden, Heek und Gronau-Epe.

Video: Die Kolonne der Hilfsfahrzeuge rückt aus dem Kreis RE ab

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