Landtagspräsidium NRW im Chemiepark Marl

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Landtagspräsidentin Carina Gödecke (m.) informierte sich mit dem Landtagspräsidium beim einem Besuch im Kreis Recklinghausen auch im Chemiepark Marl. Dort wurde die Delegation u.a. vom (r.) und Standortleiter Prof. Walter Tötsch (4.v.l.) begrüßt. (Foto: Landtag NRW/Bernd Schälte)
 
Das Präsidium im Festspielhaus Recklinghausen (Foto: Landtag NRW/Bernd Schälte)

Einen Tag lang informierten sich Landtagspräsidentin Carina Gödecke sowie die Vizepräsidenten Eckhard Uhlenberg, Oliver Keymis und Dr. Gerhard Papke über den strukturellen und wirtschaftlichen Wandel im Kreis Recklinghausen und besuchten u.a. den Chemiepark Marl.

Im Chemiepark Marl wurden die höchsten Repräsentanten des Parlaments von der Stadt Marl begrüßt, die die Bedeutung des Chemieparks für die Region herausstellte. Bei einer Werksrundfahrt und im Gespräch mit Standortleiter Professor Dr. Walter Toetsch informierten sich die Parlamentsvertreter über die Stärken und Entwicklungs-perspektiven des Standortes, unter anderem mit Blick auf den Erhalt und den geforderten Ausbau der Verkehrswege in der Region.

Bei ihrem Tagesbesuch begleitet wurde die Delegation von Landrat Cay Süberkrüb. Das Programm begann mit einem spektakulären Rundumblick über den Kreis und die angrenzenden Regionen von der Halde Hoheward in Herten. Weitere Stationen waren das Wasserstoffzentrum „H2Herten“ auf dem Gelände der ehemaligen Hertener Zeche Ewald, der Hertener Spargelhof Schulte-Scherlebeck, das Ruhrfestspielhaus Recklinghausen sowie das Stadtteilbüro der „Sozialen Stadt Habinghorst“ und das Kulturzentrum AGORA in Castrop-Rauxel.

Auf ihrer Regionenreise, die zwei Mal im Jahr stattfindet, informierten sich die höchsten Repräsentanten des Parlaments, wie sich der Kreis für die Herausforderungen des strukturellen, wirtschaftlichen und demographischen Wandels wappnet.

Mit rund 614.000 Einwohnerinnen und Einwohnern ist der Kreis Recklinghausen der bevölkerungsreichste Kreis in der gesamten Bundesrepublik. Entsprechend zahlreich waren die Themen, die dem Landtagspräsidium im Rahmen seines Besuchs begegneten.

Mit einem spektakulären Rundumblick über den Kreis und die angrenzenden Regionen begann für das Präsidium der Besuch im Vest. Vom höchsten Punkt der Halde Hoheward aus ließ sich erleben, wie wandlungs- und damit zugleich zukunftsfähig die gesamte Region ist. Noch immer ist der Kreis durch die Fördertürme der einst prosperierenden Zechen geprägt. Am Fuße der stillgelegten Schachtanlagen haben inzwischen vielerorts innovative Industriezweige Wurzeln geschlagen, so beispielsweise im Falle des Anwenderzentrums "H2Herten" auf dem Gelände der ehemaligen Hertener Zeche Ewald.

Auf dem ehemaligen Zechengelände begrüßten Landrat Cay Süberkrüb und Hertens Bürgermeister Dr. Uli Paetzel die Gäste aus Düsseldorf. Einst war Herten mit rund 30.000 Arbeitsplätzen im Bergbau die größte Bergbaustadt Europas. Nach den Zechenschließungen und dem Verlust Tausender Arbeitsplätze erschließt sich die Stadt auf dem Zechengelände mit Hilfe von Förderprogrammen nun neue wirtschaftliche Perspektive, unter anderem in der Erforschung der Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie. "Wir in Herten verstehen den Wandel als Chance", betonten Bürgermeister Dr. Paetzel und Stadtbaurat Volker Lindner selbstbewusst.

Dass der Kreis Recklinghausen nicht nur technologisch, sondern auch landwirtschaftlich äußerst vielfältig ist, erfuhr das Landtagspräsidium bei einem Besuch auf dem Hertener Spargelhof Schulte-Scherlebeck und im Gespräch mit Friedrich Steinmann, dem Vorsitzenden des landwirtschaftlichen Kreisverbandes Recklinghausen. Neben Informationen zu den Möglichkeiten der Direktvermarktung in der Region - vom Spargel bis zum Apfel - stand auch ein Austausch zur Umsetzung des Mindestlohns auf dem Programm. Die Vertreter der regionalen Landwirtschaft äußerten dabei gegenüber dem Landtagspräsidium die Hoffnung, dass der Bundesgesetzgeber zukünftig Möglichkeiten der flexibleren Arbeitszeitgestaltung für die beschäftigten Saisonarbeiter auf den Feldern ermögliche. Carina Gödecke und ihre Stellvertreter erklärten, dieses Thema mit in die Fraktionen des Landtags zu nehmen.

Kunst, Kultur und Kreativität standen als weitere Markenzeichen des Kreises Recklinghausen auf dem Tagesprogramm. Bei einem Besuch im Ruhrfestspielhaus Recklinghausen und im Rahmen eines Bühnenrundgangs informierten sich die Landtagspräsidentin und die Vizepräsidenten in Begleitung des Recklinghäuser Bürgermeisters Christoph Tesche über die Entwicklung des international beachteten Festivals und das Engagement der Festspielleitung, die alljährlichen Gastspiele im Mai ansprechend auch für neue Zielgruppen zu erschließen.

Die Vielfalt im Vest machte sich zum Abschluss des Besuchs auch in Castrop-Rauxel im bürgerschaftlichen Engagement und im interkulturellen Miteinander bemerkbar. Das Landtagspräsidium besuchte zusammen mit Landrat Süberkrüb und Bürgermeister Johannes Beisenherz das Stadtteilbüro der "Sozialen Stadt Habinghorst" und erfuhr, wie Bürgerinnen und Bürger überwiegend ehrenamtlich und mit großer Leidenschaft versuchen, ihren Stadtteil nach Jahren des Strukturwandels neu mit Leben zu erfüllen.
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