Maikundgebung 2014 in Marl

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Zeitgenössische Darstellung der Explosion auf dem Haymarket von Chicago am 3. Mai 1886 Buchillustration: CPD Captain of Police Source: Anarchy and Anarchists, by Michael J. Schaack, 1889/Über (Foto: commons.wikimedia.org)

Anläßlich des Tags der Arbeit am 1. Mai 2014 findet in Marl eine Demonstration und Kundgebung statt. Um 9.30 Uhr ist das Treffen am IG BCE Jugendheim an der Wiesenstraße. Dann beginnt um 10.00 Uhr die Demonstration zum Marler Rathaus. Dort findet um 10.30 Uhr die Kundgebung auf dem Creiler Platz statt.

Veranstalter ist das DGB Ortklartell Marl. Anschließend Startet ein Kinder- und Familienprogramm mit großer Maitombola, Kinderprogrammen, Speisen und Getränken.

Aus den Aufruf des Deutschen Gewerkschaftsbundes zum Tag der Arbeit

Am 1. Mai demonstrieren wir für die Würde und Rechte der arbeitenden Menschen.
Ausnahmen darf es beim Mindestlohn nicht geben, er muss für alle Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer gelten, ungeachtet ihres Alters, ihrer Ausbildung oder der Dauer von Arbeitslosigkeit.
Wir wollen für die Menschen in Deutschland und Europa gute Arbeit, ein sicheres Auskommen und ein Leben in Würde!

Wir wollen:

einen gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro – Würde kennt keine Ausnahmen
eine Rente, die zum Leben reicht und die Lebensleistung würdigt
Investitionen in Bildung und Ausbildung
Mitbestimmungsrechte beim Einsatz von Leiharbeitnehmern und der Vergabe von Werkverträgen
eine bessere Vereinbarkeit von Arbeit und Privatleben
Schluss ist mit der Diskriminierung von Frauen – auch in der Bezahlung
ein Investitionsprogramm für ein sozial gerechtes Europa und die Modernisierung der Wirtschaft
die bessere Finanzierung eines handlungsfähigen Staates durch die großen Vermögen
Unsere Geschichte verpflichtet uns – 100 Jahre nach Ausbruch des 1. Weltkriegs und 75 Jahre nach Beginn des 2. Weltkriegs – zum Handeln gegen Krieg und Intoleranz, Rassismus und Antisemitismus. Der 1. Mai ist unser Tag der Solidarität und kein Ort für Nazis.

Der Tag der Arbeit und seine Geschichte

Tag der Arbeit, Maifeiertag oder Kampftag der Arbeiterbewegung – der 1. Mai ist ein Datum von großer Symbolkraft. Seine Geschichte reicht weit in die Frühzeit der Industrialisierung zurück, seine Wurzeln hat er im Kampf der Arbeiter um den Achtstundentag. Als die Geburtsstunde des Tages der Arbeit gelten heute die „Haymarket Riots“ von Chicago im Jahr 1886.

1890 wurde der 1. Mai erstmals von Millionen Menschen weltweit begangen. 2011 jährte sich das Massaker auf dem Chicagoer Haymarket zum 125.

Das Haymarket-Massaker von Chicago

Am 1. Mai 1886 begann in den USA ein mehrtägiger Generalstreik, um den Achtstundentag durchzusetzen. Tausende Arbeiter versammelten sich auf dem Haymarket in Chicago. Nach zwei Tagen eskalierte die Situation. Das Massaker gilt als Geburtsstunde des Tags der Arbeit.

Der 1. Mai galt in den USA traditionell als "Moving day", als Stichtag für den Abschluss oder die Aufhebung von Verträgen, häufig verbunden mit Arbeitsplatz- und Wohnungswechsel. Der Achtstundentag sollte in die neuen Verträge aufgenommen werden. Dafür traten am 1. Mai 1886 rund 400.000 Beschäftigte aus 11.000 Betrieben der Nation in den Streik.
Die größte Demonstration des Landes gab es in Chicago. 80.000 Menschen zogen Arm in Arm mit ihren Gewerkschaftsfahnen durch die Straßen der Stadt am Michigansee. Es waren friedliche Proteste. Doch zwei Tage später, am 3. Mai 1886, kam es erstmals zu Gewalt, als die Polizei mehrere Streikposten angriff und dabei tötete. Daraufhin protestierten Arbeiter auf dem Heumarkt von Chicago – dem Haymarket. Die Demonstration war beinahe zu Ende, nur noch rund 200 Menschen waren auf dem Platz, als 176 bewaffneten Polizisten eintrafen.

Die Täter wurden nie ermittelt

Wer die Bombe zündete, die das Massaker auslöste, konnte bis heute nicht geklärt werden. Die Polizisten gerieten durch die Explosion in Panik und schossen wild um sich. In der anbrechenden Dunkelheit trafen sie ihre eigenen Leute, vermutlich sieben Polizisten und vier Arbeiter kamen ums Leben, ein Polizist starb nachweislich durch die Bombe.

Am nächsten Tag wurde im ganzen Land das Kriegsrecht ausgerufen. In Chicago wurden Arbeiterführer verhaftet, ihre Häuser ohne Durch­suchungs­befehl gestürmt und Gewerkschafts­zeitungen verboten. Weltweit nutzten Regierungen den Vorfall, um gegen Gewerkschaften vorzugehen.

Der blutige Vorfall konnte den Kampf für den Achtstundentag nur vorübergehend unterbrechen. Eineinhalb Jahre später, im Dezember 1888, erklärten die in St. Louis versammelten Gewerkschafts­delegierten, unter ihnen zahlreiche deutschstämmige Einwanderer, erneut Streiks und Kundgebungen durchzuführen. Die Bewegung war nicht auf die USA begrenzt, im selben Jahr forderten zum Beispiel auch die französischen Gewerkschaften die Einführung des Achtstundentags.

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