Neue Busbegleiter bei der Vestischen in Marl im Einsatz

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Der gute alte Schaffner gehört leider der Vergangenheit an. Doch mit Hilfe einer Qualifizierungsmaßnahme des Jobcenters Kreis Recklinghausen wird er nun in einer zeitgemäßen Form wieder zum Leben erweckt. Im Rahmen eines Modellprojekts werden zunächst zehn Langzeitarbeitslose als Busbegleiter bei der Vestischen für zwölf Monate zusätzliche Aufgaben im öffentlichen Interesse wahrnehmen.

„Zu dem Tätigkeitsprofil der Busbegleiter gehören Hilfestellungen beim Ein- und Ausstieg für hilfsbedürftige Fahrgäste sowie für Mütter und Väter mit Kinderwagen“, erläuterte Holger Becker, Betriebsdirektor der Vestischen Straßenbahnen GmbH bei Vorstellung der Beschäftigungsinitiative. Gleichzeitig sind sie Ansprechpartner im Fahrzeug und an den zentralen Verknüpfungspunkten und agieren als Vermittler bei Konflikten im Schülerverkehr. In den zurückliegenden acht Wochen wurden die neuen Busbegleiter auf diese Aufgaben gezielt vorbereitet und konnten im Rahmen eines einwöchigen Praktikums bereits erste Erfahrungen im Alltagseinsatz sammeln.

Durch die Präsenz der Busbegleiter erhofft sich das hiesige Nahverkehrsunternehmen auch einen Rückgang von mutwilligen Verunreinigungen und Beschädigungen in den Fahrzeugen und zentralen Umsteigepunkten. „Das Prinzip heißt: Der Fahrgast soll sich betreut und der potenzielle Täter beobachtet fühlen", beschrieb Geschäftsführer Martin Schmidt die mit dem Projekt verbundenen Erwartungen.

Jobcenter und Vestische bieten langzeitarbeitslosen Menschen neue Perspektiven

„Denn trotz der derzeit stabilen wirtschaftlichen Situation auf Bundesebene finden nicht alle unsere Kunden auf Anhieb einen Zugang zum ersten Arbeitsmarkt“, sagte Jürgen Ritzka, Leiter des Jobcenters. „Das hängt mit den schwierigen Rahmenbedingungen zusammen, der wir hier im Kreis Recklinghausen haben.

Die Busbegleiter sind für ein Jahr bei der Vestischen angestellt und werden nach Tariflohn bezahlt. Sie werden dabei monatlich rd. 1.800 € brutto verdienen. Die Jobs auf Zeit sollen den Langzeitarbeitslosen den Weg aus Hartz IV zurück ins Berufsleben ebnen helfen. Ziel sei die Verbesserung der beruflichen Handlungskompetenz, insbesondere durch Vermittlung von arbeitsplatzbezogenen bzw. berufsnahen Qualifikationen. „Die Kombination aus Beschäftigung und Qualifizierung führt in der Regel zu einer Stabilisierung der persönlichen und beruflichen Entwicklung“, so Jürgen Ritzka.

Busbegleiter, die sich das Jahr über bewährt haben, sollen im Anschluss einen Bus-Führerschein machen und erhalten damit eine tragfähige und nachhaltige Perspektive auf dem ersten Arbeitsmarkt.

In den Jahren 2007 bis 2009 hat die Vestische in Zusammenarbeit mit dem Jobcen-ter schon einmal Busbegleiter eingestellt. Von rd. 80 Personen, die diese Qualifizie-rungsmaßnahme durchlaufen haben arbeiten heute noch 8 als Busfahrer bei der Vestischen.
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