Nicht überall wird es sofort schnelles Internet geben

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Stv. Bürgermeisterin Angelika Dornebeck, Osman Demirel, Rita Stockhofe MdB, Dennis Fleischer, Ralf Neiling, Thomas Terhorst, Karl-Heinz Dargel
Knapp 60 Besucher fanden am vergangenen Montagabend den Weg ins Montana Parkhotel am Marler Citysee, um sich über den „Breitbandausbau“ in Ihrer Stadt zu informieren. Angelika Dornebeck und Thomas Terhorst hatten in Ihrer Eigenschaft als Marler Ratsmitglieder die Veranstaltung organisiert und Referenten der Deutschen Telekom sowie die heimische CDU Bundestagsabgeordnete Rita Stockhofe eingeladen. Letztere stiel den drei Telekom- Mitarbeitern durch ihr fundiertes Fachwissen beim Thema „Schnelles Internet“ fast die Show und erntete zu Recht großes Lob von allen Beteiligten.

Wie Ende Januar berichtet, werden ca. 90 % der Marler Haushalte bis Ende 2016 schnelles Internet mittels Vectoring-Verfahren erhalten. Frank Neiling, Breitbandbeauftragter der Deutschen Telekom für Nordrhein-Westfalen, stellte diese Technik den interessierten Zuhörern vor: „Bei der Vectoring- Technik werden elektromagnetische Störungen auf den Kupferleitungen beseitigt. Kupferleitungen sind die Leitungen, die vom Multifunktionsgehäuse, dem großen grauen Kasten am Straßenrand, in die einzelnen Haushalte führen.“

Vectoring sei damit wie ein Datenbooster fürs Kupferkabel: Beim Herunterladen verdoppele sich die Geschwindigkeit von 50 auf bis zu 100 Megabit pro Sekunde (MBit/s). Beim Heraufladen vervierfache sich die Geschwindigkeit sogar von 10 auf bis zu 40 MBit/s. „Das hilft beim Austausch von Dokumenten, Fotos und Videos über das Netz. Somit profitieren sowohl Gewerbetreibende als auch Privathaushalte von der Vectoring-Technik in Marl“, so Neiling weiter.

100 % der Haushalte wird jedoch auch die Deutsche Telekom nicht erreichen können. Vor allem wirtschaftliche Bedingungen in städtischen Randgebieten stehen diesem Ausbauziel entgegen. Um dieses Problem weiß die Bundestagsabgeordnete Rita Stockhofe und macht auf ein Programm der Bundesregierung aufmerksam: „Der Bund hat sich zum Ziel gesetzt, bis zum Jahr 2018 flächendeckend in Deutschland schnelles Internet zu erreichen. An den Stellen, an denen das Engagement der Privatwirtschaft endet (den sog. „weißen Flecken“), wird der Bund aktiv“.

In städtischen Randgebieten kann der Bund helfen


Er unterstütze die Kommunen mit dem Programm „Förderung zur Unterstützung des Breitbandausbaus in der Bundesrepublik Deutschland“. Fördergelder seien noch vorhanden. Rita Stockhofe rief die Stadt Marl auf, sich ähnlich wie die Städte Haltern am See und Datteln für dieses Förderprogramm zu bewerben, „solange der Fördertopf noch gefüllt sei“.

Im letzten Teil der Veranstaltung zeigten Osman Demirel und Dennis Fleischer von der T-Systems International GmbH sehr interessant und anschaulich die Möglichkeiten des Highspeed-Internets der Zukunft auf: Autos, die miteinander kommunizieren und sich gegenseitig vor Verkehrshindernissen warnen. Häuser, die bereits jetzt intelligent gemacht und aus der Ferne mittels Smartphone gesteuert werden. Und technische Möglichkeiten, die selbst die Tierwelt tangieren und sie für den Menschen verständlicher werden lässt.

Angelika Dornebeck und Thomas Terhorst bedankten sich im Namen aller Gäste bei den extra aus Frankfurt a. Main und Berlin angereisten Referenten. Sie kündigten zudem einen Antrag an den Stadtplanungsausschuss an, indem die Stadt beauftragt wird Fördermittel beim Bund für den Breitbandausbau in den ländlichen Marler Randgebieten zu beantragen.

Was viele Besucher der Veranstaltung nicht wussten: Sie stand kurz vor dem Aus. Wenige Tage zuvor hatte sich die Stadtverwaltung mehrfach bei der Deutschen Telekom beschwert, sie würde mit einer Veranstaltung zusammen mit der Marler CDU Parteipolitik betreiben. Nur ein Einspringen der KAB Marl verhinderte eine Absage. Was sie jedoch nicht verhindern konnte: Die Telekom durfte nicht konkret über Ausbauziele in Marl sprechen und somit auf die Fragen vieler Teilnehmer nicht eingehen.
Angelika Dornebeck und Thomas Terhorst sind Ratsmitglieder der Marler CDU, unter deren Namen die Veranstaltung geplant war.
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